Winnenden

Stuttgarter Unternehmen übernimmt 43 Mietwohnungen

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Blick auf den Stadtteil Schelmenholz in Winnenden. © Joachim Mogck

Winnenden-Schelmenholz.
Der Stuttgarter Bau- und Wohnungsverein übernimmt 43 Mietwohnungen und 50 Tiefgaragenplätze in Winnenden-Schelmenholz. Das gab die Kreisbaugesellschaft am Dienstag Nachmittag bekannt. Die Mietverträge werden nach Angaben der Gesellschaft ohne Mietpreiserhöhung übernommen, für die Bewohner der Wohnungen Schiefersee 16 bis 24 ändere sich nichts. 

Der Aufsichtsrat der Kreisbaugesellschaft Waiblingen hatte der Veräußerung bereits vor rund einem Jahr zugestimmt. Nun wurde der Verkauf laut Pressemiteilung umgesetzt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Den Verkaufserlös wolle die Kreisbaugesellschaft laut Geschäftsführer Dirk Braune im Rahmen des Wohnbauprogramms in den Bau von bezahlbarem Wohnraum investieren. 

Das sagt die Kreisbau

Wenn der Vermieter wechselt, zieht der Mieter das Genick ein. Fast automatisch. Die Mieter im Schiefersee waren zum Teil jahrzehntelang bei der Kreisbau – dies bestätigte Kreisbau-Chef Dirk Braune auf Anfrage. Nun sollen sie mit einem anderen Vermieter, dem Stuttgarter Bau- und Wohnungsverein, zurechtkommen. Wie wird es ihnen gehen mit dem neuen Hausbesitzer?

Der Kreisbauchef ist zuversichtlich. „Wir haben lange nach einen Investor gesucht, und wir sind froh, dass wir diese Wohnungsbaugesellschaft gefunden haben. Sie ist im Grunde wie eine Genossenschaft, und sie hat in Stuttgart über viele Jahre bewiesen, dass sie mit Mietern fair umgeht. Die Mieter in den Häusern Schiefersee 16 bis 24 sind beim Bau- und Wohnungsverein im Grunde so sicher wie bei uns.“

Diese Gebäude wurden verkauft

Die Kreisbau hat drei Gebäude an die Stuttgarter verkauft: das fertige Haus Schiefersee 18 und das lange Gebäude rechts daneben, das im Augenblick verputzt wird, und das Gebäude dahinter, das auch nicht ganz fertig ist. Alle drei Bauten sind nagelneu, aber ihre Mieter stammen aus alten Kreisbauhäusern, die inzwischen abgerissen sind. Sie haben noch Mietverträge, die aus dem Altbestand heraus entwickelt wurden. Nur 6,70 Miete pro Quadratmeter zahlen jene Mieter, die lange bei der Kreisbau waren. Diese günstige Miete werde beibehalten, das sei alles verhandelt worden mit dem Wohnungsverein, sagt Braune. Es sei auch klar, dass der Stuttgarter Verein für viele Jahre diese drei Gebäude in seinem Bestand halte. Andere Investoren hätten zu hohe Renditevorstellungen gehabt und seien nicht zum Zuge gekommen.

Der Bau- und WohnungsVerein Stuttgart wurde im Jahre 1866 unter dem Namen „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“ von Eduard Pfeiffer und anderen Stuttgarter Bürgern gegründet. Gegenstand und Zweck des Unternehmens ist der Bau und die Bewirtschaftung von Mietwohnungen, die der Wohnungsversorgung breiter Schichten der Bevölkerung dienen. Bekannt ist das Unternehmen nach eigenen Angaben für die historische Siedlung Ostheim in Stuttgart, die Ende des 19. Jahrhunderts gute Wohnungen für die untersten Einkommensschichten geschaffen habe. Aktuell hält das Unternehmen fast 5.000 Mietwohnungen im Bestand.