Winnenden

Telekom verlegt Glasfaser in Winnenden - aber nur unter Bedingungen

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Das Schelmenholz soll Glasfaserkabel bis in die Häuser bekommen. © ZVW/Schmitzer

Hanweiler und das Schelmenholz sollen bald superschnelles Internet bekommen – von der Telekom. Mit Unterstützung der Stadt will die Firma Telekom einen Markt zurückerobern, in dem vor einigen Jahren die Backnanger Firma Wisotel viele Internetkunden für sich gewonnen hat, weil sie damals schnelleres Internet anbot als Telekom. Die Frage ist, ob Telekom das gelingt.

Viel Geduld hat sie nicht mit den Schelmenholzern. Seit dem 1. April können sich die Bürgerinnen und Bürger in Hanweiler und im Schelmenholz für einen Glasfaseranschluss bei der Telekom unter www.telekom.de/jetzt-glasfaser registrieren. Technische Probleme auf der genannten Homepage wurden mittlerweile behoben, so dass eine reibungslose Registrierung gewährleistet sei – teilt die Stadt Winnenden als Unterstützerin der Telekom offiziell mit.

Frist läuft bis 30. Juni

Denkbar ist, dass noch in diesem Jahr die Bagger, Fräsen und Kabelverleger anrücken und das Wohnviertel neu verkabeln. Aber es muss nicht sein, denn die Telekom stellt eine Bedingung: Bis 30. Juni benötigt sie insgesamt 600 Registrierungen von Hanweilermern und Schelmenholzern. „Sollte die Vorvermarktungsquote erreicht werden, kommt es zu einem zeitnahen Glasfaserausbau“, schreibt die Stadt. Ein Anfang ist gemacht: 173 Bestellungen sind bislang eingegangen bei der Telekom. Das sind 28 Prozent der Mindestmenge.

Wo genau der Glasfaserausbau erfolgen soll und ob die eigene Adresse im Ausbaugebiet ist, erfahren Interessierte im Internet. Auf der Seite www.telekom.de/jetzt-glasfaser kann jeder über die Eingabe seiner Adresse die Verfügbarkeit der schnellen Anschlüsse prüfen. In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es: „Die Stadtverwaltung Winnenden wirbt für diese Aktion, da es uns ein wichtiges Anliegen ist, dass unsere Stadt und ihre Ortsteile mit moderner und zukunftsfähiger Infrastruktur versorgt werden. Helfen Sie mit, indem Sie sich für einen Glasfaseranschluss entscheiden und damit nicht nur Ihr eigenes Zuhause, sondern auch Ihren Wohnort fit für die Zukunft machen.“ Mit geldwerten Argumenten wirbt die Telekom: „Wer sich bis zum 30. Juni für ein Glasfaser-Produkt von der Telekom entscheidet, bekommt den Hausanschluss kostenfrei und spart somit 799,95 Euro.“ Gut möglich, dass eine Frau oder ein Mann von der Telekom bei Leuten an der Haustür klingelt. Unter strenger Einhaltung hygienischer Vorschriften und Schutzmaßnahmen seien ab dieser Woche Direktvermarkter der Deutschen Telekom vor Ort, schreibt die städtische Pressesprecherin. Die Mitarbeiter der Telekom gehen von Haustür zu Haustür und werben für den geplanten Glasfaserausbau.

Entscheidet sich während der Vorvermarktungsphase ein Haushalt aus einer Eigentümergemeinschaft für einen Glasfaseranschluss, wird die Telekom kostenfrei einen Glasfaser-Abschlusspunkt ins Gebäude bauen. Die Eigentümergemeinschaft spart somit die ansonsten anfallenden Kosten von 799,95 Euro. Ebenfalls kostenfrei ist laut Stadtverwaltung die Installation des Gebäudenetzes, das sogenannte „Inhouse-Netz“, das eine Verkabelung bis in die jeweiligen Wohneinheiten vorsieht.

Die Stadt verspricht: „Sämtliche Baumaßnahmen werden, sollte es zu einem Glasfaserausbau kommen, im Vorfeld mit den jeweiligen Hausverwaltungen abgesprochen und erst nach schriftlicher Freigabe (Auskundungsprotokoll) realisiert.“ Sollte nach Aushändigung des Auskundungsprotokolls im Rahmen der nächstmöglichen Eigentümerversammlung keine Dreiviertel-Mehrheit für einen Glasfaserausbau zustande kommen, entfällt der Vorvertrag des jeweiligen Mieters/Eigentümers. Somit trage weder die Hausverwaltung noch der jeweilige Eigentümer oder Mieter ein Risiko für die Unterzeichnung eines Vorvertrages, so die Stadt.

Schmale Schlitze im Bodenbelag

Die Telekom verspricht, sie werde alles tun, um den Ausbau gut und schnell zu bewältigen, und dabei die Beeinträchtigungen für Bürger und Verkehr gering halten. Dort, wo es technisch möglich ist, will die Telekom beispielsweise das sogenannte Trenching einsetzen. Diese Verlegemethode für Glasfaserkabel ist um ein Mehrfaches schneller und um bis zu 30 Prozent günstiger als das herkömmliche Tiefbauverfahren, denn dabei müssen keine Gräben ausgebaggert werden. Stattdessen werden schmale Schlitze in den Bodenbelag gefräst.

Informationen geben auch der Telekom- Shop, Marktstraße 8, Winnenden, die Hotline 08 00/7 73 38 88 (kostenfrei) und www.telekom.de/jetzt-glasfaser.