Winnenden

"Viele bereit, jeden Preis zu zahlen": So teuer sind Grundstücke in Winnenden

Adelsbach
Als das Wohngebiet Adelsbach noch eine reine Baustelle war (Archivfoto von 2020). © Benjamin Büttner

Wie teuer ist der Grund und Boden in Winnenden? Der Bodenrichtwert für Wohnbauflächen reicht von 250 Euro pro Quadratmeter für Gebiete, die erst noch zu Bauland werden, über 500 Euro in Teilen von Höfen bis hin zu satten 900 Euro in den Neubaugebieten Adelsbach und Körnle II. Für jedes Flurstück hat ein Gutachterausschuss einen solchen Wert zum Stichtag 1. Januar 2022 festgelegt. Grundstücksbesitzer müssen ihn kennen, um ihrer Pflicht bei der Grundsteuer nachzukommen.

„Aktuell sind viele bereit, jeden Preis zu zahlen für ein Grundstück“

Die Werte hat der Gutachterausschuss, der auch die Gemeinden Berglen, Leutenbach und Schwaikheim bewertet hat, von den Kaufpreisen abgeleitet, die in den jeweiligen Gegenden für die Grundstücke (und nur für die Grundstücke) gezahlt werden. Das erklärt, dass die Neubaugebiete neue Standards setzen beim Quadratmeterpreis.

Gut nachvollziehbar ist das in der App BORIS. So heißt das zentrale Bodenrichtwertinformationssystem der Gutachterausschüsse in Baden-Württemberg. Hier entlang!

Markus Schlecht, Leiter des Stadtentwicklungsamts, sagt: „Aktuell sind viele bereit, jeden Preis zu zahlen für ein Grundstück. Wenn es in einem Gebiet viele Ausreißer gibt, die 1000 Euro oder mehr für den Quadratmeter zahlen, schlägt sich das auch im Bodenrichtwert nieder.“

850, 900 Euro pro Quadratmeter in den Neubaugebieten und am Stöckach

Schlecht bestätigt: „Das eine schaukelt das andere auf.“ Wird zum Beispiel ein freier Sachverständiger von einem potenziellen Grundstückskäufer beauftragt, ein Verkehrswertgutachten für ein Grundstück zu erstellen, ermittelt dieser den Wert von Grund und Boden auf Grundlage der Bodenrichtwertkarte – die wiederum auf den real bezahlten Preisen basiert. Nicht nur Grundstücke in Neubaugebieten werden immer teurer, sondern auch die in bestehenden Wohngebieten.

So wird die Marke von 900 Euro pro Quadratmeter neben den genannten Neubaugebieten in Winnenden auch am Stöckach erreicht, rund um den Mörikeweg, von dem aus sich prächtig auf die Kernstadt blicken lässt. Bei 850 Euro pro Quadratmeter liegen zudem angrenzende Viertel am Stöckach an der Schiller- und Ostlandstraße und weiter östlich in der noch jungen Wohnsiedlung am Paul-Wöhrle-Ring. Jenseits des Buchenbachs im Gebiet Pfützen mit seinen blumigen Straßennamen kostet der Quadratmeter 820 Euro, ebenso am Stadtrand nördlich der Hungerbergstraße.

Die Bodenrichtwerte sind seit Ende 2020 deutlich gestiegen

Wohin sich die Preise entwickeln, zeigt der Vergleich mit den Werten, die der Gutachterausschuss ein Jahr zuvor ermittelt hat, also Ende 2020. Hier entlang zu den Bodenrichtwertkarten der Stadt Winnenden. Grund und Boden, der heute mehr als 800 Euro pro Quadratmeter wert ist, lag damals 70, 80 Euro darunter. Flächen, die heute noch als „Bauerwartungsland“ gelten, also als Baufläche, für die erst ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss, liegen aktuell noch bei Bodenrichtwerten zwischen 200 und 300 Euro.

Das Gebiet, in dem einmal „Adelsbach II“ entstehen soll, zählt mit 250 Euro pro Quadratmeter dazu. „Wenn der Bebauungsplan einmal rechtskräftig ist, sind die Grundstücke entsprechend neu zu bewerten“, sagt Markus Schlecht. Er ist sicher: Wenn sich die Preise so weiterentwickeln, werden sie in diesem Gebiet noch einmal deutlich höher liegen als in „Adelsbach I“.

In der Innenstadt wird die 800er-Marke nur im Mischgebiet entlang der Marktstraße geknackt (820 Euro pro Quadratmeter). In der Bahnhofsvorstadt liegt der Bodenrichtwert bei 780 Euro pro Quadratmeter.

In Mischgebieten liegt der Bodenrichtwert teilweise unter der 600-Euro-Marke

Ähnliche Werte werden an einigen Orten in der Kernstadt und teilweise auch in den Ortschaften erreicht, zum Beispiel entlang des nordöstlichen Ortsrandes von Birkmannsweiler (770 Euro pro Quadratmeter), oberhalb des Panoramawegs in Bürg (760 Euro pro Quadratmeter) sowie im Schelmenholz, wo durch Nachverdichtung in den vergangenen Jahren viele neue Wohnungen entstanden sind und aktuell noch entstehen.

Während die Bodenrichtwerte in Höfen die 700er-Marke teilweise gerissen haben, liegen sie in Hertmannsweiler, Hanweiler und Baach noch überwiegend knapp darunter. Generell gilt aber: Ausreißer unter die 600-Euro-Marke finden sich nur in unbebauten Gebieten, für die es noch keinen festen Plan gibt, und in manchen Mischgebieten. In der Kernstadt zählt ein recht großes Areal entlang des Buchenbachs dazu: an der Backnanger Straße, der Seehalde, der Mühltorstraße und an Teilen der Gerberstraße (550 Euro pro Quadratmeter). Ebenso in Höfen entlang der Verkehrsachsen Winnender Straße/Eckehardtstraße (500 Euro pro Quadratmeter) oder entlang der Hauptstraße in Birkmannsweiler (530 Euro).

Verhältnismäßig niedrig ist der Quadratmeterpreis auch im Gebiet Lange Weiden nordwestlich des Rems-Murr-Klinikums – Bodenrichtwert: 600 Euro pro Quadratmeter, genau wie zwischen Ring- und Schorndorfer Straße.

Wie teuer ist der Grund und Boden in Winnenden? Der Bodenrichtwert für Wohnbauflächen reicht von 250 Euro pro Quadratmeter für Gebiete, die erst noch zu Bauland werden, über 500 Euro in Teilen von Höfen bis hin zu satten 900 Euro in den Neubaugebieten Adelsbach und Körnle II. Für jedes Flurstück hat ein Gutachterausschuss einen solchen Wert zum Stichtag 1. Januar 2022 festgelegt. Grundstücksbesitzer müssen ihn kennen, um ihrer Pflicht bei der Grundsteuer nachzukommen.

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