Winnenden

Von wegen Musik, brotlose Kunst - nach der Corona-Benefiz-CD gibt's einen Scheck zum Reinbeißen

Brotscheck
Jürgen Hörig mit dem Brotscheck. © Maurer

Ein Spendenscheck ist normalerweise ein überdimensionaler Pappkarton, der symbolisch überreicht wird. Für das CD-Projekt „Laut Stark für Kultur“ aber hat der Winnender Bäckermeister Tobias Maurer sich etwas Besonderes ausgedacht, ein Unikat mit Erinnerungswert. Einen Scheck aus Brotteig. Statt „Brot für die Welt“ nun also „Brot für Musiker“ in Coronazeiten: 10 000 Euro hat Hans Derer von der Plattenfirma 7us vom Verkaufserlös der 1000 CDs abgezwackt und an die mehr als 20 Künstler verteilt, die mit je einem Song auf der Scheibe verewigt sind. In Empfang genommen hat das gute Stück stellvertretend Jürgen Hörig, der als Hobbysänger und Profi-SWR-Moderator von vornherein auf seinen Anteil verzichtet hat.

Die CDs sind nun alle verkauft, das flache „Brot“ mit den geflochtenen Ziffern aber ist noch da. „Es sieht wahnsinnig appetitlich aus, wir haben Tobias Maurer gleich gefragt, ob mer da neibeißa ka, aber er riet ab. So steht es hier, schön und dekorativ“, sagt Hans Derer auf Nachfrage. Die Tafel erinnert ihn in schweren Zeiten daran, dass das Musikbusiness halt doch keine ganz „brotlose Kunst“ ist und auf die Hilfe seiner Fans zählen kann. „Mit dieser CD hatten wir viel Mühe, aber wir haben für die Musiker auch viel bewegt, es hat sich gelohnt. Über viele Bands wurde erstmals im Radio berichtet, von manchen wie MC Brudaal laufen seitdem die Songs regelmäßig. Das wirft über die Gema Geld an die Künstler ab, und auch bei Spotify haben wir eine Playlist.“ Das an all jene, die es noch nicht gebacken gekriegt haben, sich eine Scheibe zu sichern.