Winnenden

Was tut sich auf der Straßenbaustelle nach Winnenden-Bürg?

Straße Bürg Baustelle
Die grauen Flächen stellen die Sauberkeitsschicht dar, die unter dem Fundament der künftigen Stützmauer liegt. Wo der Stahl rechts liegt, befindet sich künftig sowohl der rechte Straßenrand als auch das eigentliche Straßenniveau. © Gabriel Habermann

Was tut sich im ersten Abschnitt der Straßenbaustelle zwischen Baach und dem Schulerhof? Wie geht’s den Eidechsen, die bisher am Rand lebten? Wir waren bei einer Baubesprechung dabei.

Sanierung der Rumpelpiste dauert ein Jahr und vier Monate

Seit gut zwei Monaten wird geräuschvoll geschafft. Das ist noch nicht lange, denn die Verbesserung der gut einen Kilometer langen Rumpel-Bergpiste bis ins Dorf Bürg hinein wird insgesamt Pi mal Daumen ein Jahr und vier Monate dauern.

Beim Schulerhof ist im Untergrund schon viel passiert, die Kanäle sind zu 75 Prozent ausgetauscht, alte gegen neue, plus neue Verbindungsstücke gelegt - damit ist die Stadt Winnenden mit im Boot des Landkreises, den die Sanierung seiner Straße insgesamt 5,4 Millionen Euro kostet.

Die Winnender Baufirma Klöpfer hat die Asphaltschicht abgefräst und dort, wo Stützmauern gebaut werden müssen, auch einen Haufen Erde weggebaggert. Beides, Asphaltbrocken und Erdberge, lagern noch, säuberlich getrennt natürlich, am Rand eines Feldwegs.

Biologen stehen neben den Baggern und sammeln Eidechsen ein

Links und rechts der Straße ist ein etwa 30 Zentimeter hoher „Zaun“ aus schwarzer Folie angebracht. Das soll die Reptilien davon abhalten, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Wenn 2023 alles fertig ist, werden unterhalb der Straße einige neue Trockenmauern für die Tiere zum Einzug bereitstehen.

Als die Bauleute von Klöpfer die Gabionen herausgerissen haben, das sind mit Steinen gefüllte Drahtkäfige, die bisher Straße und Hang gestützt haben, waren Biologen des Büros Planbar-Güthler dabei. Auch jetzt, bei der Baubesprechung, ist eine Vertreterin da, Verena Niedek. Sie erläutert, wie sie und ihre Kollegen neben den Baggern standen und die Eidechsen und Blindschleichen, die zwischen den Gabionensteinen saßen und durchs Bauen aufgeschreckt wurden, aufgesammelt und ins ein Jahr zuvor angelegte Ersatzhabitat umgesetzt haben. Noch eine solche Umzugsaktion steht allen bevor, bei der nächsten Gabionenwand.

Etwa zehn Bäume werden demnächst gefällt - es sei denn, sie sind Fledermaus-Winterquartier

Jetzt nimmt Verena Niedek aber erst einmal die Bäume am Straßenrand in Augenschein. Hat eine Fledermaus in einer Höhle im Stamm ihr Winterquartier bezogen? Sucht sonst eine schützenswerte Art Deckung, oder kann der Baum weg? Dass er der Baustelle im Weg ist oder sie nicht überleben würde, weil der Einbau von Schächten im Untergrund oder der Bankette ihre Wurzeln stark beschädigen wird, ist für etwa zehn Bäume jetzt schon klar. Fragt sich derzeit nur, wann die Motorsäge angesetzt wird. Einige windschiefe, niedrige oder auch absterbende Bäume sind darunter, aber ob sie im Moment ein wertvolles Habitat sind, kann nur die Biologin sagen.

Raupenkran der Firma Schief hilft beim Bau der aufwendigen Stützmauern

Die Bauleute machen ihr eigentliches Geschäft weiter: Seit Freitag ist der Straßenbau sogar von Ferne sichtbar: Das Winnender Bauunternehmen Schief hat für den Bau der Stützmauern, das Aufwendigste an der gesamten Baustelle, einen Raupenkran aufgestellt. Er hat einen 33 Meter langen Ausleger und kann durch das Fahrgestell mit Gummiraupe meterweise vor und zurück bewegt werden. Er wird funkgesteuert und hebt die Materialien für die Schalung hoch. Wenn sie steht, wird der Beton zwischen die Schalbretter gepumpt.

Zwei Drittel der Mauer könnten Ende des Jahres stehen

Mehrere Meter unter dem späteren Straßenniveau sieht man jetzt gerade, wie alles beginnt: Es entsteht zunächst die sogenannte Sauberkeitsschicht. Auf sie kommt der Stahl, der ins Fundament der Stützmauer einbetoniert wird. Wie ein spiegelverkehrtes L entsteht die Stützmauer dann auf der dem unterhalb liegenden Dorf Baach zugewandten Seite in mehreren Abschnitten. „Wir beginnen damit am Freitag und hoffen, dass wir bis Ende des Jahres zwei der drei Abschnitte dieses Bauwerks I fertig bekommen“, sagt Rainer Oechsle von der Firma Schief.

Das Winterwetter ist nicht vorhersehbar, Zeitschätzungen sind daher ungenau

Zwei solcher Stützmauern aus Ortbeton müssen im Straßenabschnitt bis zum Schulerhof gebaut werden. Auf ihre Mauerkronen werden zum Schluss die Schutzplanken gedübelt, und auf den Beton wird eine Mauersteinfassade aufgeklebt, eine optisch schön aussehende Verblendung. „Der Mauerbau dauert sicher bis Ende März“, sagt Helmut Koller vom Büro Klinger und Partner, der die Ausbauplanung gemacht hat und sie als Oberleitungs-Planer überwacht. Das Wetter ist der größte Unsicherheitsfaktor bei solchen Zeitschätzungen: Wird es schneien, wie lange werden Frosttemperaturen das Betonieren unmöglich machen? Keiner weiß es. „Wir müssen damit rechnen, dass im Januar oder Februar ein bis zwei Wochen nichts geht“, sagt Koller. Es folgt nach dem Mauerbau noch die Kanalverlegung, der Straßenbau und das Versetzen der Bushaltestelle. „Bis der erste Abschnitt fertig ist, dauert es mindestens bis Mai, eher bis Juni“, sagt Helmut Koller.

Was tut sich im ersten Abschnitt der Straßenbaustelle zwischen Baach und dem Schulerhof? Wie geht’s den Eidechsen, die bisher am Rand lebten? Wir waren bei einer Baubesprechung dabei.

Sanierung der Rumpelpiste dauert ein Jahr und vier Monate

Seit gut zwei Monaten wird geräuschvoll geschafft. Das ist noch nicht lange, denn die Verbesserung der gut einen Kilometer langen Rumpel-Bergpiste bis ins Dorf Bürg hinein wird insgesamt Pi mal Daumen ein Jahr und vier

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