Winnenden

Wenn Büsche von Gespinstraupen befallen sind - eklig, aber allermeistens harmlos

Gespinstmotte
Für den Menschen harmlose Gespinstmottenraupen sind hungrige Blättervertilger. © Joachim Mogck

Im Frühjahr kann es wieder vielfach beobachtet werden: Zwischen Sträuchern und Ästen sind weiße Schleier gespannt, die wie Spinnweben wirken. Bei näherem Betrachten fallen viele kleine Raupen auf, die emsig zusammenleben und fleißig weiße Fäden von Strauch zu Strauch und Ast zu Ast spinnen. Was so gespenstisch und bedrohlich aussieht, ist ungefährlich. Es handelt sich um Gespinstmottenraupen, die sich von den Blättern der Sträucher und Bäume ernähren und ihre seidigen Fäden spinnen, um sich vor Fressfeinden wie Vögel und schlechtem Wetter zu schützen. Das berichtet die Stadt Winnenden in einer Pressemitteilung.

Eier in Zweigen und jungen Trieben

Mitte bis Ende Juni verpuppen sich die haarlosen, hellgrauen Raupen. Nur etwa zwei Wochen später, Anfang Juli, schlüpfen daraus weiße Falter mit schwarzen Punkten. Nach der Paarung legen sie ihre Eier in den Zweigen und jungen Trieben der Büsche und Sträucher ab, bis daraus wieder eine neue Generation Gespinstmottenraupen entsteht. Meist sind diese Raupen harmlos für die befallenen Sträucher und Bäume. Die Raupen fressen lediglich ihre Blätter. Die kahlen Äste und Zweige wirken unschön, doch die Bäume und Sträucher überleben den Angriff meistens.

Gespinstmotte
Das Gespinst sieht nicht gerade toll aus, doch Büsche und Bäume überleben es. © Joachim Mogck

Oft werden die ungefährlichen Raupen verwechselt

Auch für Menschen sind diese Raupen ungefährlich. Sie werden jedoch häufig mit der Eichenprozessionsspinnerraupe verwechselt. Letztere befallen in der Regel ausschließlich Eichenbäume, sind behaart und haben eine dunkle, breite, durchgängige Rückenlinie. Durch die trockenen und warmen Sommer der letzten Jahre breiten sich die Eichenprozessionsspinner immer weiter bei uns aus. Ihre Härchen können bei Menschen oder auch Haustieren Allergien auslösen. Deshalb gilt es, die Raupen nicht zu berühren. Ihre Härchen brechen leicht und können durch den Wind in der Umgebung verteilt und dadurch leicht eingeatmet werden oder sie kommen mit der Haut in Berührung. Zwar hat der Eichenprozessionsspinner natürliche Feinde, trotzdem müssen die Raupen professionell bekämpft werden.

Die Winnender Stadtgärtner gehen gegen die Eichenprozessionsspinnerraupen auf natürlichem Weg vor, indem sie die Raupen absaugen, denn die chemische Bekämpfung gestaltet sich problematisch, weil auch andere Raupenarten dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Wie kann ich mich vor dem Eichenprozessionsspinner schützen?

• Areale mit Eichenprozessionsspinnern meiden.

• Raupen und Gespinste nicht anfassen.

• In gefährdeten Gebieten Nacken, Hals und Unterarme durch Abdecken schützen.

• Sollte trotzdem ein Kontakt mit den Raupenhaaren stattgefunden haben, sofort die Kleidung wechseln, duschen und Haare waschen.

• Die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner den Profis überlassen.

• Solange Raupennester vorhanden sind, kein Holz einschlagen und die Bäume nicht pflegen.

• Bei allergischen Reaktionen wie Hautausschlägen oder Atemnot den Hausarzt aufsuchen und auf den Kontakt mit den Eichenprozessionsspinnerraupen hinweisen.

• Vorkommen der Eichenprozessionsspinnerraupe im öffentlichen Raum in Winnenden an die Stadtverwaltung melden und genauen Standort angeben: gaertnerei@winnenden.de