Winnenden

Winnenden-Hertmannsweiler: Neue Speisekarte im „Italia“ nach Vereinsheim-Umbau

VereinsheimSV
SV-Vorsitzende und Wirtin: Jochen Glaser, Maria Maddalena Caseta und Josip Ljubas in der sanierten Hertmannsweiler Vereinsheim. © Gaby Schneider

Vielleicht wird es jetzt in den Sommerferien etwas einfacher, einen Platz auf der großen Terrasse zu ergattern, die zum Ristorante-Pizzeria „Italia“ gehört und von der aus man abends mit Blick auf den Sonnenuntergang ruhig am Hertmannsweiler Ortsrand (Bruckwiesenstraße 59) sitzt. „Seit der Eröffnung nach dem Umbau der Gaststätte muss man reservieren, draußen sind die Tische meist ausgebucht“, sagt Josip Ljubas. Er ist der Vorsitzende des Sportvereins Hertmannsweiler, der die Wirtsfamilie Altieri/Caseta seit acht Jahren als Pächter hat und sich darob glücklich schätzt. „Sie haben Fischspezialitäten und Miesmuscheln, die es nicht bei jedem Italiener gibt“, lobt er, außerdem findet er beachtlich, dass jeweils fünf Tagesgerichte die Speisekarte erweitern.

Bier von Meckatzer, Neuheiten auch aus dem Eisfach und aus dem Backofen

Die Freundin und Sprachhelferin der Wirtin, Daniela Bielecki, macht ihn auf den Café Crema aufmerksam, ein mit Segafredo-Espresso gemachtes cremiges Getränk, das Eiskaffee in den Schatten stellt. „Von der Konsistenz her wie ein Milchshake“, schwärmt Daniela Bielecki.

„Ich verwende Fleisch nur noch von Kalb und Rind, die Qualität ist zarter. Schweinefleisch gibt es bei uns nur noch im gemischten Hackfleisch“, sagt die Wirtin Maria Maddalena Caseta über ihre neue Speisekarte, die sie mit Eröffnung nach dem Umbau vorgelegt hat. Neu sei auch Pinsa, eine trendige Variante von Pizza. Der Teig wird aus Öl und vielen verschiedenen Mehlen gemacht (Reis, Soja, Mais, Manitoba, Weizen). Der Fladen lässt sich auch belegen, kommt aber luftiger aus dem Ofen als Pizza. Und aus dem Zapfhahn fließt jetzt das Bier der Allgäuer Brauerei Meckatzer.

Ein barrierefreies WC lässt sich aus Platzgründen nicht einbauen

Wer lange nicht mehr in der Vereinsgaststätte war, traut seinen Augen nicht. Der SV Hertmannsweiler hat den in dunkelbraunen Farben gehaltenen Raum aus dem Entstehungsjahr 1968 komplett verändert. Nun betritt man einen lichtdurchfluteten, schalloptimierten sowie flexibel nutzbaren Saal – dank moderner Technik (zum Beispiel verschieb- und dimmbare LED-Leuchten). „Unser einziges Manko: Wir haben keinen Platz für ein barrierefreies WC“, so Josip Ljubas, zum Hintereingang kommt man immerhin ebenerdig ins Lokal hinein. Ansonsten weist die Renovierung nur in eine Richtung: Sie sollte den Verein zukunftsfähig machen. „Unsere Devise war: Wenn wir jetzt nichts machen, gibt es uns in zehn Jahren nicht mehr.“

Ljubas meint nicht nur die Sanierung des Saals und der WCs, die noch diesen Sommer erfolgt. Schon von außen fällt die gravierendste Veränderung auf. Das Vereinsheim ist nun zweistöckig, das Flachdach wurde entfernt und ein komplettes Stockwerk draufgesetzt.

Solaranlagen und Pelletheizung helfen, die Energiekosten zu reduzieren

Der Innenausbau hat erst begonnen, aber auf dem neuen Satteldach liefert schon eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 30 kWp Strom für sechs bis acht Haushalte, und eine Solaranlage erzeugt warmes Wasser. Josip Ljubas ist darüber enorm erleichtert: „Damit sparen wir angesichts der heutigen Strompreise 9000 Euro im Jahr. Und durch die Isolierung von Fenstern, Türen und Gebäude sowie den Einbau einer Pelletheizung ist der Verbrauch von 7000 Litern Heizöl im Jahr auch Geschichte.“

Pächterwohnung und Vereinsräume im Obergeschoss

Sollte die neue Heizung eine Störung haben, bekommen Vereinsverantwortliche eine Meldung aufs Handy und wissen sofort, ob sie selbst etwas tun können oder den Kundendienst rufen müssen. Das spart Zeit und hilft den Pächtern. Überhaupt ist der Verein so froh, Vincenzo Altieri und Maria Maddalena Caseta samt ihren erwachsenen Töchtern und deren Partner als Mitarbeiter zu haben. Eine große Wohnung für die Eltern und Nesthäkchen Luigi entsteht im Obergeschoss. „Dorthin können sie sich in Zeiten, wo die Gaststätte geschlossen ist, zurückziehen, dort ist ein Arbeitszimmer für ihre Buchhaltung und alles energetisch top“, zählt Ljubas auf.

Besprechungs- oder Schulungsraum können auch Externe mieten

Auch für die Sportler bietet das zusätzliche Stockwerk einen unschätzbaren Mehrwert. „Am Wochenende sind oft vier Mannschaften gleichzeitig hier, wir hatten aber bisher nur zwei Umkleiden“, sagt Ljubas. Außerdem gibt es einen Schiedsrichterraum, einen Besprechungsraum, der auch von externen Veranstaltern gemietet werden kann, und ein großes Büro für die Geschäftsstelle. Die Ehrenamtlichen müssen künftig nicht mehr alle Unterlagen bei sich zu Hause unterbringen.

Neue Stühle für die Gaststätte? Kommen ganz zum Schluss dran, irgendwann

„Wir sind froh, dass wir die momentanen Baupreissteigerungen nicht abbekommen“, sagt Josip Ljubas über die Bestellung zum Fixpreis vor zwei Jahren. Allerdings musste er sich einen neuen Lieferanten für die Fenster suchen. Und auf die neue Theke für die Gaststätte warten, die auch noch mal ein Hingucker sein wird. Und was ist mit den braunen Holzstühlen? Sie sind bequem, sehen aber zum neuen Vinylboden und zu den farbigen Lamellenvorhängen etwas aus der Zeit gefallen aus. „Wir haben jetzt 1,5 Millionen Euro ausgegeben, wovon 60 000 bis 100 000 Euro in Eigenleistung erbracht wurden“, bittet Josip Ljubas um Geduld. Eins nach dem anderen, sonst verlupft sich der Verein. „Zuerst gibt es ein Crowdfunding für die Ausstattung der Umkleiden, dann für den Besprechungsraum, und wenn das fertig ist, sammeln wir für neue Stühle.“

Vielleicht wird es jetzt in den Sommerferien etwas einfacher, einen Platz auf der großen Terrasse zu ergattern, die zum Ristorante-Pizzeria „Italia“ gehört und von der aus man abends mit Blick auf den Sonnenuntergang ruhig am Hertmannsweiler Ortsrand (Bruckwiesenstraße 59) sitzt. „Seit der Eröffnung nach dem Umbau der Gaststätte muss man reservieren, draußen sind die Tische meist ausgebucht“, sagt Josip Ljubas. Er ist der Vorsitzende des Sportvereins Hertmannsweiler, der die Wirtsfamilie

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