Winnenden

Winnenden: Streit über die Frage, ob Hunde mit auf den Friedhof dürfen

HundeverbotFriedhof
Die Aufkleber sind nach dem jüngsten Ärger mit Hundekot auf Gräbern erneuert worden – OB Holzwarth will das Hundeverbot auf den städtischen Friedhöfen demnächst aber zur Diskussion in den Gemeinderat bringen. © Gaby Schneider

Am Waldfriedhof Schelmenholz hat die Stadt Winnenden neue Aufkleber angebracht, die auf das Hundeverbot auf dem Friedhof hinweisen. Zwar ist das Verbot nicht neu und entsprechende (zuletzt stark verblichene) Schilder gibt es schon länger, bei Facebook hat das Thema jetzt dennoch eine emotionale Diskussion unter den Winnendern ausgelöst. Auch Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hat sich eingeschaltet – und angekündigt, dass der Gemeinderat über die Frage sprechen wird, ob Hunde auf dem Friedhof nicht doch zugelassen werden sollten.

Erst hatte sich eine Witwe über Kot geärgert und die kaum sichtbaren Verbotsschilder

In der Gruppe „Wir sind Winnenden“ hatte Hundebesitzerin Annette Menschel die Diskussion eröffnet. Der Winnenderin hat unsere Redaktion im Frühjahr einen Zeitungsartikel gewidmet, nachdem sie mit ihrer Hündin einen vermissten, hilflosen Mann aufgespürt und ihm womöglich das Leben gerettet hatte. Jetzt ärgert sich Annette Menschel allerdings über die Zeitung, konkret über einen Artikel, der im August erschienen ist.

Damals hatte Witwe Heide Hänel aus dem Schelmenholz unserer Redaktion von Hundekot auf dem Waldfriedhof berichtet, wo ihr Mann begraben liegt und sich über diese „Pietätlosigkeit“ empört. Ihre Forderung: neue Verbotsschilder, die alten seien zu klein und zu unauffällig. Diese Forderung hat die Stadt inzwischen erfüllt – was wiederum Annette Menschel ärgert: „Jetzt sind tatsächlich aufgrund eines fragwürdigen Zeitungsartikels Hundeverbotskleber am Waldfriedhof im Schelmenholz“, schreibt sie bei Facebook.

Hundehalterin Annette Menschel: Auffrischung des Verbots ist „ein unüberlegter Schnellschuss“

Die Hundebesitzerin wendet sich direkt an Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Die neuen Schilder seien „mal wieder ein unüberlegter Schnellschuss“. Es gebe viele Hundebesitzer, „die auf Friedhöfen begraben sind und sich freuen würden, ihre Partner könnten gemeinsam mit ihrem geliebten Hund das Grab besuchen“. Ihr Vorschlag für die Winnender Friedhöfe: Leinenzwang, Hundetütenspender und zusätzliche Mülleimer. Unter dem Facebook-Beitrag hat sich mittlerweile eine rege Diskussion entsponnen, die mit teilweise harten Bandagen geführt wird. „Wir Nichthundebesitzer nehmen schon viel zu viel Rücksicht auf die Hundebesitzer“, schreibt einer, der offenbar noch nicht auf den Hund gekommen ist, und muss sich dafür von einem Frauchen anhören, er habe „ein an der Klatsche“ [sic]. So weit, so üblich für Diskussionskultur im „sozialen Netzwerk“. Natürlich tauschen die Winnender aber auch gesittet Argumente aus, und ein Kommentar lautet sogar: „Ich verstehe beide Seiten.“

Oberbürgermeister Holzwarth diskutiert auf Facebook mit

Interessant wird’s, als sich Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth persönlich in die Diskussion einschaltet – schließlich ist er in letzter Instanz zuständig für die neun städtischen Ruhestätten und ihm war ja der „unüberlegte Schnellschuss“ bezüglich der neuen Kleber am Waldspielplatz vorgeworfen worden.

Holzwarth zitiert zunächst die Friedhofsordnung der Stadt, in der es unter Paragraf 5, Absatz 2, heißt: „Auf den Friedhöfen ist insbesondere nicht gestattet“ – Ziffer 7 –, „Tiere mitzubringen, ausgenommen Blindenhunde“. Der OB schreibt: „Diese Regeln haben natürlich ihre Begründung in dem nicht immer angemessenen Verhalten Einzelner, um eine Orientierung und Handhabe zu haben.“ Die Frage sei aber, „ob das Hundeverbot noch zeitgemäß und erforderlich ist“. Wie der Facebook-Post zeige, gebe es hierfür Befürworter wie Gegner.

Hoffnung für Hundehalter: Im Frühjahr könnte der Gemeinderat entscheiden

In Winnenden seien „demnächst einige steuerlich und redaktionell notwendige kleinere Anpassungen der Friedhofssatzung“ geplant. „Dazu werden wir im Gemeinderat beraten. Dabei sprechen wir Ihre Anregung, Hunde auf dem Friedhof zuzulassen, an“, kündigt Holzwarth in Facebook an. Eine Entscheidung darüber könnte dann im Frühjahr 2023 gefällt werden, wenn der Gemeinderat „weitere Änderungen an der Friedhofssatzung zu Gestaltungsfragen“ besprechen will. „Da kann dann, gut vorbereitet, über Ihre Anregung auch beschlossen werden“, schreibt Holzwarth.

Am Waldfriedhof Schelmenholz hat die Stadt Winnenden neue Aufkleber angebracht, die auf das Hundeverbot auf dem Friedhof hinweisen. Zwar ist das Verbot nicht neu und entsprechende (zuletzt stark verblichene) Schilder gibt es schon länger, bei Facebook hat das Thema jetzt dennoch eine emotionale Diskussion unter den Winnendern ausgelöst. Auch Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hat sich eingeschaltet – und angekündigt, dass der Gemeinderat über die Frage sprechen wird, ob Hunde auf dem

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