Winnenden

Winnenden: Weihnachten auf der Rettungswache

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Nadja Stutzmann (rechts) und ihr Kollege Torben Becker. Foto: Malteser © Malteser

Bei einem Alarm in Richtung Backnang oder Berglen fahren, den Patienten am Unfallort oder bei einem häuslichen Notfall versorgen, auf der Trage ins Fahrzeug einladen. Einer aus dem Team versorgt den Patienten auch während der Fahrt, der andere steuert das Fahrzeug zum Krankenhaus, dort die Übergabe, dann das Fahrzeug desinfizieren und zurück nach Hertmannsweiler fahren - das kann zwei Stunden dauern, oder auch noch länger. „Erst mal das ganz normale Tagesgeschäft wie in jeder Schicht“, so beschreibt Nadja Stutzmann ihre Einsätze an den Weihnachtsfeiertagen. Die 24-Jährige ist Notfallsanitäterin und tat am 24. und am 25. Dezember tagsüber Dienst in der Malteser-Rettungswache in Hertmannsweiler. Dietrich Hub berichtet.

„Dazu kommt an Weihnachten, dass allein lebende Patienten mehr mit uns reden wollen als sonst. Was wir natürlich auch erwidern, denn vielleicht sind wir ihr einziger Kontakt über Feiertage“, sagt Stutzmann. Zwölf Stunden dauert eine Schicht in der Rettungswache, von sieben Uhr morgens an oder von 19 Uhr abends. Seit Anfang Dezember ist die Rettungswache der Malteser in Hertmannsweiler rund um die Uhr besetzt - und an 365 Tagen im Jahr.

Bis zu fünf Einsätze pro Schicht

Vier bis fünf Einsätze pro Schicht seien üblich. Der Rettungstransportwagen von Hertmannsweiler werde somit zwar weniger häufig alarmiert, als es beispielsweise in Stuttgart üblich wäre. Dafür dauern die Einsätze aber länger, weil die Fahrtstrecken weiter sind. Für die Nachtschicht sind in der Wache auch Zimmer mit Betten vorhanden. Die Stiefel werden dann vors Bett gestellt und die Uniformhose darübergekrempelt, damit bei einem Alarm beides gleichzeitig angezogen werden kann. Es gibt aber auch Nachtschichten, an denen die Rettungsdienstler gar nicht zum Schlafen kommen.

„Insofern verläuft unser Dienst an Weihnachten nicht anders als sonst auch“, sagt Notfallsanitäterin Nadja Stutzmann, „in der Zeit zwischen den Einsätzen versuchen wir in der Wache schon, etwas von Weihnachten sichtbar zu machen. Einen Weihnachtsbaum gibt es auch bei uns, und ich bringe Gutsle mit.“ Trotz alledem: Die Corona-Regeln gelten auch zwischen den Einsätzen. Auch innerhalb der Rettungswache muss Mundschutz getragen werden.

Feiertage auf der Intensivstation

Ihr Kollege Torben Becker ist Rettungssanitäter und absolviert derzeit die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Zu einer Schicht gehören immer zwei Sanitäter, weil der Rettungstransportwagen immer zu zwei besetzt sein muss. Manchmal ist auch noch ein Praktikant dabei. „Einen Patienten mussten wir am 24. Dezember von zuhause aus ins Krankenhaus fahren und er kam auf die Intensivstation. So hatte sich dessen Familie ihr Weihnachtsfest sicher nicht vorgestellt. In so einer Situation wollen wir sowohl für den Patienten als auch für seine Angehörigen nicht nur medizinisch hilfreich sein“, sagt der 21-Jährige. Torben Becker berichtet, dass am 24. Dezember Frank Gose, der Leiter der Rettungswache in Hertmannsweiler bei ihnen vorbei gekommen sei, „obwohl er keinen Dienst hatte.“ Er habe ihnen Geschenke mitgebracht. Auch Joachim Fässler, der Leiter des Malteser-Rettungsdienstes in der Region Stuttgart, habe allen Rettungsdienstmitarbeitern ein Weihnachtsgeschenk zukommen lassen: „Das ist eine kleine Geste für den Dienst über Weihnachten, die uns richtig gut tun.“