Winnenden

Winnenden: Wunnebad-Außenbecken muss schließen - Gasverbrauch viel zu hoch

Aussenbecken
Nebelschwaden ziehen im Winter über das beheizte Wunnebad-Außenbecken – der Gasverbrauch ist hoch. © Ralph Steinemann Pressefoto

Das 50-Meter-Außenbecken im Wunnebad hat üblicherweise auch im Winter geöffnet. Sportschwimmer schätzen es, im beheizten Becken unter freiem Himmel ihre Bahnen zu ziehen. Doch der Energieaufwand – und damit der Gasverbrauch – für dieses Vergnügen ist enorm. Die Stadtwerke Winnenden reagieren: Anfang Oktober wird das Becken geschlossen und erst zur Sommersaison 2023 wieder geöffnet.

Jochen Mulfinger: „Gesellschaftliche Verpflichtung“

Das hat der Aufsichtsrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Es sei in Zeiten der „künstlichen Verknappung“ von Gas durch Russland und deshalb explodierenden Heizkosten eine „gesellschaftliche Verpflichtung, dass wir nicht die Energie in die Luft blasen“, argumentierte Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger am Mittwochabend.

Das meint Mulfinger wortwörtlich. Die Wärme, die das Becken an die kalte Luft abgibt, ist an den dampfenden Nebelschwaden abzulesen, die im Winter stets über dem Freibad wabern. Durchschnittlich 430.000 Kilowattstunden Gas pro Monat seien in den Vorjahren im Winter für das Außenbecken aufgewendet worden, so der Stadtwerke-Chef. Das entspreche dem Jahresverbrauch von 20 Einfamilienhäusern. „Da kommen wir in eine moralische Rechtfertigungssituation“, so Jochen Mulfinger.

Das Wunnebad werde durch ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt und sei darüber hinaus an das Fernwärmenetz Winnenden angeschlossen. Dieses meistert Mittel- und Spitzenlasten ebenfalls mit Erdgas. Wenn die Stadtwerke im Winter Gas zukaufen müssen, wird das sehr teuer – am Ende auch für die Winnender Gaskunden, die in ihren Wohnungen nicht frieren wollen. Das in den kommenden Monaten im Wunnebad eingesparte Gas könnte laut Jochen Mulfinger hingegen zu günstigeren Konditionen an den Markt abgegeben werden.

Wassertemperatur drinnen: 28 Grad Celsius

Weitere Sparmaßnahmen im Wunnebad sind die Senkung der Wasser- und Lufttemperaturen im Hallenbad. Das Hallenbad wird mit einer Beckentemperatur von 28 Grad Celsius betrieben. An dem Tag, an dem Babyschwimmen stattfindet, wird das Wasser auf 30 Grad Celsius erhitzt. Das ist immer noch weniger als eigentlich für diese Art von Kursen vorgegeben: 32 Grad Celsius.

Wann genau das Außenbecken Anfang Oktober schließt, steht noch nicht fest. Aus den Reihen des Aufsichtsrats wurde der Wunsch laut, das Becken wenigstens am langen Wochenende Anfang Oktober (also bis Montag, 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit) weiterzubetreiben.

Szenario: Das Wunnebad schließt ganz

Aktuell gehen die Verantwortlichen davon aus, dass das Wunnebad im laufenden Umbau bis einschließlich 8. Januar geöffnet bleibt. Dann wird wegen der Bauarbeiten eine Pause bis 30. April notwendig. Sollte der Bund jedoch die Notfallstufe ausrufen, hätte das nach Angaben der Stadtwerke zur Folge, „dass alle nicht geschützten leistungsgemessenen Gas-Abnahmestellen nicht mehr beliefert werden dürfen“. In diese Kategorie fiele auch das Blockheizkraftwerk des Wunnebads.

Der Aufsichtsrat folgte am Mittwoch dem Vorschlag der Stadtwerke-Geschäftsführung, das Wunnebad „unmittelbar nach Ausrufung der Notfallstufe (...) für die Zeitdauer der Fortgeltung dieser Stufe, trotz Redundanz der Wärmeversorgung, nicht zu betreiben“.

Ticketpreise und Öffnungszeiten

Die Hoffnung ist groß, dass dieser Fall nicht eintritt und das Wunnebad bis Anfang Januar genutzt werden kann – auch für die innerhalb kürzester Zeit ausgebuchten Schwimmkurse. Regulär geöffnet hat das Wunnebad ab dem 1. Oktober montags und dienstags von 8 bis 13.30 Uhr und von 16 bis 19 Uhr, mittwochs und donnerstags von 8 bis 13.30 Uhr und von 17 bis 21 Uhr, freitags von 8 bis 21 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.

Die Ticketpreise bleiben unverändert: Erwachsene zahlen 3,50 Euro, ermäßigt kostet der Eintritt zwei Euro, ein Familienticket neun Euro. Kinder unter vier Jahren baden im Wunnebad weiterhin umsonst.

Das 50-Meter-Außenbecken im Wunnebad hat üblicherweise auch im Winter geöffnet. Sportschwimmer schätzen es, im beheizten Becken unter freiem Himmel ihre Bahnen zu ziehen. Doch der Energieaufwand – und damit der Gasverbrauch – für dieses Vergnügen ist enorm. Die Stadtwerke Winnenden reagieren: Anfang Oktober wird das Becken geschlossen und erst zur Sommersaison 2023 wieder geöffnet.

Jochen Mulfinger: „Gesellschaftliche Verpflichtung“

Das hat der Aufsichtsrat in seiner jüngsten

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper