Winnenden

Winnender Friseurin zu Gast bei Anne Will

Jutta Brändle und ihr Mitarbeiter Tony waren am Sonntag zu Gast bei Anne Will._0
Jutta Brändle und ihr Mitarbeiter Tony waren am Sonntag zu Gast bei Anne Will. © Schmitzer / ZVW

Sie hatte nach der Moderatorin Anne Will als erste das Wort und hat auch bei den späteren Einlassungen ihre Situation und ihr Anliegen klar und deutlich beschrieben: Friseurmeisterin Jutta Brändle (48) möchte, dass die Politik Flüchtlinge, die sich ums Sprachelernen, um Arbeit und um Integration bemühen, bleiben dürfen.

Mit der Geschichte von Anthony Olushola Oyewinle, genannt Tony, einem Asylbewerber aus Nigeria, hat sie die neben ihr sitzenden Politiker Volker Bouffier (CDU) und Manuela Schwesig (SPD) sichtlich beeindruckt. Und auch die Zuschauer vor den Bildschirmen. Einige werden Tony persönlich kennen.

„Anfangs gab es Berührungsängste wegen seiner Hautfarbe. Winnenden ist eine kleine Stadt. Aber inzwischen fragen die Kunden gezielt nach ihm“, so Brändle in der ARD zur besten Sonntagabend-Sendezeit. Mit Hilfe von drei Ehrenamtlichen habe sie seinen Sprachunterricht organisiert und selbst bezahlt.

Dank einer neuen Gesetzesregelung, die auch ein Mitarbeiter der Winnender Ausländerbehörde zum ersten Mal angewendet habe, hat er wegen seiner dreijährigen erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung nun die Chance, wenigstens zwei weitere Jahre zu bleiben.

Jutta Brändle schilderte sachlich und überwiegend auf Hochdeutsch, was sie alles erlebt hat. „Und er wird bleiben, das garantiere ich“, zeigte sich Jutta Brändle vor den erfahrenen Politikern und Talkshowrednern bei ihrer letzten Wortmeldung erfrischend mutig und kämpferisch. 


Info:

  • Die Sendung mit Jutta Brändle und ihrem Mitarbeiter Tony können Sie in der ARD-Mediathek anschauen.