Winnenden

Winnender hat einen Sticker von Hitler in Whatsapp verschickt – Satire?

internet-g2f98819c0_1920
Symbolfoto. © Pixabay/LoboStudioHamburg

Ein Winnender hat in einer Whatsappgruppe mit knapp 500 Teilnehmern einen Sticker geschickt, darauf zu sehen: Adolf Hitler vor einem Hakenkreuz, im unteren Bereich die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dazu der Schriftzug „GZSZ“ (Gute Zeiten schlechte Zeiten). Gegen einen Strafbefehl hat der Mann mit Unterstützung seines Verteidigers Einspruch eingelegt.

Nach seinem Hauptschulabschluss hat der Winnender sich in verschiedensten Berufen ausprobiert, ehe er eine Ausbildungsstätte gefunden hat, die er in Kürze abschließen wird. Der Mann wohnt bei seinem Vater, gemeinsam mit seinem Bruder.

Weiteres Verfahren läuft

Zu den Tatvorwürfen, die bereits aus dem Jahr 2019 stammen, wollte der Verteidiger des Mannes sich nicht näher äußern. „Es ist noch ein zweites Verfahren anhängig. Es bezieht sich auf den gleichen Tatbestand und denselben Tag. Allerdings laufen die Ermittlungen noch und ich habe die Akten noch nicht gesehen.“ Wenn er sich zur einen Tat äußere, mache er auch gleichzeitig Angaben zur anderen Tat. Das wolle er verhindern, indem er gar nichts dazu sagt. Den Einspruch beschränkte der 25-Jährige auf die Rechtsfolgen, also lediglich gegen die Höhe der Geldstrafe. Somit entfiel vor Gericht die Beweisaufnahme.

Der Verteidiger des Mannes argumentierte, dass das Foto auf Google zu finden, also frei auffindbar sei. Zudem könne es sich um eine satirische Aufarbeitung handeln. „Wo ziehen wir hier die Grenze? Als ich das Bild zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mir gedacht, dass das auch von der ‘Heute Show‘ stammen könnte“, so der Anwalt. Außerdem erlaube sich etwa Jan Böhmermann hin und wieder auch eine Hitler-Parodie. „Wo ziehen wir hier die Grenze zwischen Künstler und Privatperson?“, fragte er in der Sitzung. Er hatte zudem schon Mandanten, die deutlich heftigere solcher Sticker versendet haben, allerdings trotzdem „nur“ zu einer ähnlich hohen Strafe verdonnert worden seien. Er forderte in seinem Plädoyer als Strafe 20 Tagessätze zu 15 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hingegen forderte 50 Tagessätze zu 20 Euro. „Dafür kann man ja fast betrunken Auto fahren“, kommentierte der Verteidiger in der Sitzungsunterbrechung süffisant.

Bislang nicht aktenkundig

Richterin Basoglu-Waselzada verkündete nach kurzer Bedenkzeit schließlich das Strafmaß: 30 Tagessätze zu 20 Euro. „Vergleichsweise gibt es sicherlich klarere solcher Bilder, aber man muss auch bedenken, dass es in eine Gruppe mit 486 Teilnehmern geschickt wurde“, so die Richterin. Für den 25 Jahre alten Winnender spreche, dass er bei den Behörden bislang nicht aktenkundig geworden ist.

Ein Winnender hat in einer Whatsappgruppe mit knapp 500 Teilnehmern einen Sticker geschickt, darauf zu sehen: Adolf Hitler vor einem Hakenkreuz, im unteren Bereich die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dazu der Schriftzug „GZSZ“ (Gute Zeiten schlechte Zeiten). Gegen einen Strafbefehl hat der Mann mit Unterstützung seines Verteidigers Einspruch eingelegt.

Nach seinem Hauptschulabschluss hat der Winnender sich in verschiedensten Berufen ausprobiert, ehe er eine Ausbildungsstätte

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper