Winnenden

Wird das Buchenbach-Ufer zwischen Höfen und Winnenden natürlicher?

der Buchenbach
Der Buchenbach zwischen Höfen und Winnenden: Die Stadt will den einst begradigten Gewässerrand wieder aufwerten. © Benjamin Büttner

Die Stadt ist zwar mit ihrer Bewerbung für eine Landesgartenschau gescheitert – doch das hält sie nicht davon ab, weiter über die Neugestaltung der Bach-Auen nachzudenken. Das Büro Kienleplan hatte bereits das Buchenbachgebiet zwischen Höfen und Winnenden untersucht und Verbesserungsvorschläge entwickelt. Nun erhält es den Auftrag, ein Konzept für den „Landschaftspark Buchenbachaue“ zu entwerfen, und bekommt dafür ein Honorar von knapp 30.000 Euro. So hat es der Technische Ausschuss des Gemeinderats beschlossen.

Virtuelle Bürgerbeteiligung zum Planungsstart am 30. März

Doch die Planer werden sich ihre Ideen nicht einsam im Büro aus den Fingern saugen, sondern am Anfang des Prozesses eine Bürger- und Umweltverbände-Beteiligung dazu moderieren, die bereits am Dienstag, 30. März, um 19 Uhr mittels eines virtuellen Treffens stattfindet. Link und Passwort kann man auf www.winnenden.de/buchenbachaue abrufen. Stadtentwicklungsamtsleiter Markus Schlecht rechnet mit großem Interesse, von (ehrenamtlichen) Vertretern des Natur- und Umweltschutzes, vom Jugendgemeinderat, der schon vor mehreren Legislaturperioden begonnen hat, Verbesserungen anzuregen, als auch von Bürgern, die am Buchenbach und weiteren kleinen Bachläufen spazieren gehen, Fahrrad fahren, Erholung, Ruhe, aber auch Begegnung suchen.

Kann man Spielplätze und Radweg mit Naturschutz verbinden?

Konkret erwartet Markus Schlecht von den Planern, dass sie aber nicht nur Angenehmes für die Menschen schaffen, sondern auch ökologischen Aspekten Rechnung tragen. Letztlich müsse ja auch für die neuen Baugebiete, zum Beispiel Bildackerstraße, ein Ausgleich geschaffen werden.

Standorte für neue oder auch aktualisierte Spielbereiche zu finden, das ist also nur eine Anforderung. Stadtrat Richard Fischer (CDU) begrüßt sie dennoch, denn in der kleinen Anlage zwischen Höfener Bädle und Hundefreunden habe vor 40 Jahren schon seine Tochter gespielt, zum Teil auf denselben Spielgeräten.

„Wir haben im Bürgerverein Höfen dafür schon Ideen eingereicht, und wir hätten gern etwas zum Spielen oder Bewegen am Wasser.“ Zu den Träumen gehören auch ein Biergarten und ein Radweg durchgehend entlang des Buchenbachs. Wenngleich Richard Fischer die Rückzugsmöglichkeiten für „Tiere aller Art“ in den „ökologisch wertvollen Bereichen“ nicht außer Acht lassen will. Zum Spannungsfeld Menschennutzung hier, ungestörtes Biotop da hakten gleich mehrere Sitzungsteilnehmer mit Wortmeldungen ein. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth verwies darauf, dass Winnenden mit der „Bamboo Lounge“ bereits einen großen Biergarten habe und dass ein Radweg am Ufer für den Naturschutz eher ein „heikles Thema“ sei. Die jetzt schon streng geschützten und sensiblen Bereiche liegen aber im oberen Bachlauf überwiegend auf Berglener Markung bis Birkmannsweiler und im unteren bei Weiler zum Stein und Affalterbach. Markus Schlecht würde beim Stichwort Rad- und Fußweg eher die „Blickbezüge“ zum Bach und die Aufenthaltsqualität an bestehenden Wegen verbessern, aber keine neuen Wege bauen. Von der grünen Alternativen Liste (ALi) wünscht sich Martin Oßwald-Parlow, dass vor allem geschaut wird, was man „für die Naturerfahrung tun kann, hauptsächlich aber unter ökologischen und wasserrechtlichen Aspekten“. Markus Schlecht erwähnte das große Schilfgebiet, das es zu erhalten gilt, und die „Aufwertung der Gewässerrandstreifen“. Für ihn müssten alle Freizeitbereiche „naturnah“ gestaltet sein, weiter dürfe man an „Flutmulden für die Hochwasservorsorge“ denken.

Hundefreunde können einen Teil ihres Geländes entsiegeln

Große Chancen sieht Markus Schlecht in der Entsiegelung von Flächen, die von den Hundefreunden seit Jahrzehnten nicht mehr benötigt werden, obwohl der Verein inzwischen ein Bauvorhaben genehmigt bekommen hat. „Und auch die Kleingartenanlage könnte eventuell Vorgaben benötigen, könnte man strukturieren“, so Schlecht im Hinblick auf Geschirrhütten und Tomatendächer, kleine Gewächshäuser und Ähnliches, die hier und da vielleicht zu nah am Gewässer stehen. Stadträtin Rahel Dangel (ALi) bat um ein „behutsames Vorgehen gegenüber den Menschen, die dort ihre Gärten pflegen, unter Umständen zur Selbstversorgung“.

Grundsätzlich sprach sich Dangel aber bei der Gesamtplanung um einen „Vorrang für den Natur-, Arten- und Klimaschutz“ aus. Sie würde diesen Priorität gegenüber Biergarten und Trimm-dich-Pfad einräumen. Letzteren, angeregt von Stadtrat Jens Bauder (SPD), bezeichnete Markus Schlecht indes als „sehr verträgliche Nutzung“, wie das Schelmenholz oder in Leutenbach das Hölzle zeigten. Jetzt, am Anfang des Planungsprozesses, so Schlecht, sei er mit Priorisierungen aber noch vorsichtig. Zumal die Sache mit dem lieben Geld dazukommt, Stadtrat Markus Siegloch sprach sie an. „Bringen wir die Investitionen, die Umsetzung der Vorschläge, in unserem Haushalt 2022 unter?“, fragte er. Die Planung soll zumindest schnell vorliegen, bereits bis 30. September, damit die Stadt sich beim Verband Region Stuttgart um bis zu 50 Prozent Zuschuss für den „Landschaftspark Buchenbachaue“ bewerben kann. Die Stadt müsste bei positivem Bescheid im nächsten Jahr nur etwa die Hälfte der Maßnahmen bezahlen. Gleichwohl, so OB Holzwarth zu Markus Siegloch, werde alles „Schritt für Schritt umgesetzt, und der Gemeinderat überlegt, ob das Projekt im Verhältnis zu anderen Themen noch okay ist“.

Die Stadt ist zwar mit ihrer Bewerbung für eine Landesgartenschau gescheitert – doch das hält sie nicht davon ab, weiter über die Neugestaltung der Bach-Auen nachzudenken. Das Büro Kienleplan hatte bereits das Buchenbachgebiet zwischen Höfen und Winnenden untersucht und Verbesserungsvorschläge entwickelt. Nun erhält es den Auftrag, ein Konzept für den „Landschaftspark Buchenbachaue“ zu entwerfen, und bekommt dafür ein Honorar von knapp 30.000 Euro. So hat es der Technische Ausschuss des

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