Winnenden

Witwe empört: Hundekot auf Gräbern des Waldfriedhofs in Winnenden-Schelmenholz

Hund und Friedhof
Heide Hänel auf dem Waldfriedhof beim Baumgrab ihres Mannes. © Gabriel Habermann

Heide Hänel aus Winnenden-Schelmenholz besucht täglich das Grab ihres verstorbenen Mannes. Dabei findet sie in der letzten Zeit wiederholt Hundekot auf dem Baumgrab des Verstorbenen auf. Hunde sind auf dem Friedhof in Schelmenholz verboten - darauf weist ein kleines Schild am Eingangstor hin. Das ist aber nicht genug, wie Heide Hänel findet. Hindern tut es die Hundebesitzer schließlich nicht. Ob das an der Größe des Schildes oder schlichtweg am gekonnten Ignorieren dessen liegt, ist nicht klar. Die Witwe möchte jetzt aber dagegen vorgehen.

Hunde sind auf Friedhöfen verboten

Heide Hänel besuchte vor zwei Wochen das Grab ihres Mannes auf dem Waldfriedhof in Schelmenholz. Dieses fand sie aber nicht in üblichem Zustand auf: Ein Hund hat seinen Haufen direkt auf das Grab gesetzt. Es war nicht das erste Mal, dass die 78-Jährige das Grab so vorfand. Vor einigen Monaten sei das schon einmal passiert. Seit ihr Mann im November 2019 verstorben ist, besucht Heide Hänel den Friedhof so gut wie jeden Tag. Dort pflegt sie das Baumgrab ihres Mannes. „Hunde sind auf Friedhöfen generell nicht erlaubt“, bemerkt die Witwe. Ein winzig kleines Schild am Eingang mache darauf auch aufmerksam. Abgebildet sei darauf ein schwer erkennbarer durchgestrichener Hund. Laut Heide Hänel ist das nicht auffällig genug. Schließlich hindere es die Hundebesitzer nicht daran, trotzdem mit ihren Vierbeinern auf das Friedhofsgelände zu gehen. Ob das letztlich der Größe des Schildes geschuldet ist oder ob die Besucher es nur gekonnt ignorieren, ist unklar.

Ein Wildtier war es nicht, da ist die Betroffene sich sicher

Klar ist, dass Heide Hänel von dieser „Pietätlosigkeit“, wie sie den Vorfall selbst bezeichnet, empört ist. Sie möchte jetzt dagegen vorgehen und fordert vom Amt für öffentliche Ordnung ein größeres und deutlicheres Schild, welches deutlich klarmacht, dass Hunde auf dem Friedhof verboten sind. „Wie kann es überhaupt sein, dass man seinen Hund auf dem Friedhof sein Geschäft verrichten lässt und es dann nicht einmal entfernt“, klagt die Witwe. Auf die Frage, ob es auch ein Wildtier gewesen sein könnte, antwortet Heide Hänel entschlossen: „Nein, das war Hundekot, sogar noch recht frisch.“ Sie habe selbst einen Hund und könne Hundekot von dem von Wildtieren unterscheiden. Ob es anderen Friedhofsbesuchern genauso erging, weiß die 78-Jährige nicht. Jedoch erinnert sie sich an einen Vorfall: „Vor einigen Wochen kam ein Mann mit einem angeleinten Hund auf den Friedhof zu. Als er den Friedhof dann betrat, ließ er diesen sogar von der Leine.“ Sie habe ihn aus Angst aber nicht darauf angesprochen, erklärt Heide Hänel. Auf ihre Anfrage beim Amt für öffentliche Ordnung hat sich bis jetzt keiner mehr gemeldet.

Beschwerden über hinterlassenen Hundekot bekommt die Stadt häufig

Auch die Stadtverwaltung bestätigt, dass die Stadt Winnenden den Sachverhalt in der Friedhofssatzung klar regelt. Das Mitführen von Tieren auf den Friedhofsgeländen sei verboten. Einzige Ausnahme seien dabei angeleinte Assistenzhunde. Aus unserer Nachfrage bei der Stadt ging auch hervor, dass immer wieder Beschwerden über Hundekot auf öffentlichen Grünflächen eingehen. Das Problem besteht hauptsächlich auf Spielplätzen, landwirtschaftlichen Flächen und in privaten Gärten. Insbesondere das Thema Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen und die damit verbundenen Einbußen bei Heuernten stelle einen häufigen Beschwerdegrund dar. Der konkrete Fall von Hundekot auf einem Grabstein sei aber neu. Bei der Friedhofsverwaltung seien zuvor keine derartigen Beschwerden eingegangen. Über die Anbringung größerer, deutlicherer Schilder, wie Heide Hänel es fordert, wird in Kürze von der Stadt entschieden.

Welche Maßnahmen ergreift die Stadt, was kann man selbst tun?

Eine Maßnahme, die von der Stadt getroffen wird, um dieses Problem zu beheben, ist daher eine regelmäßige Erinnerung im Blickpunkt. Darin bittet die Stadt Hundehalterinnen und -halter um die ordnungsgemäße Entfernung der Hinterlassenschaften ihrer Hunde. Auf die Frage, inwiefern auf das bestehende Verbot von Hunden auf Friedhöfen hingewiesen wird, antwortet die Stadtverwaltung, an den Eingängen zu den Friedhöfen seien Schilder angebracht. Über die Möglichkeit, größere und besser sichtbare Schilder anzubringen, wird laut Stadtverwaltung aktuell nachgedacht und in Kürze entschieden.

Die Stadt Winnenden unterhält insgesamt neun Friedhöfe in den verschiedenen Stadtteilen. Diese werden von vier Mitarbeitenden betreut. Die Mitarbeiter weisen Friedhofsbesucher auf ein mögliches Fehlverhalten hin.

Wichtig sei aber auch, dass die Friedhofsbesucher sich an die gegebenen Regeln halten und die Tore schließen, so dass auch keine freilaufenden Tiere die Friedhöfe betreten können.

Wer als Hundehalter trotzdem seinen Vierbeiner mit auf den Friedhof nimmt, muss mit einer Strafe rechnen. Ein Paragraf der Friedhofssatzung weist darauf hin, dass eine Zuwiderhandlung eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Darauf kann eine Geldbuße folgen. Die Stadtverwaltung spricht sich aufgrund des geschilderten Vorfalls noch mal klar für das bestehende Verbot aus.

Heide Hänel aus Winnenden-Schelmenholz besucht täglich das Grab ihres verstorbenen Mannes. Dabei findet sie in der letzten Zeit wiederholt Hundekot auf dem Baumgrab des Verstorbenen auf. Hunde sind auf dem Friedhof in Schelmenholz verboten - darauf weist ein kleines Schild am Eingangstor hin. Das ist aber nicht genug, wie Heide Hänel findet. Hindern tut es die Hundebesitzer schließlich nicht. Ob das an der Größe des Schildes oder schlichtweg am gekonnten Ignorieren dessen liegt, ist nicht

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