Winnenden

Wohnbau in drei Reihen an der Schwaikheimer Straße: Sinnvoll oder maßlos?

Bauvorhaben
Hinterm Bauschild an der Schwaikheimer Straße in Winnenden stehen die Häuser bereits leer, sie werden abgerissen. Im Technischen Ausschuss bekamen die Pläne eines Bauträgers für eine dreireihige Bebauung des Grundstücks grünes Licht. © Benjamin Büttner

An der Schwaikheimer Straße, ungefähr gegenüber der Einfahrt von Blumen-Luckert, darf ein Bauträger viele Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern und sechs Reihenhäuser erstellen. Die Stadträte im Technischen Ausschuss gaben bei einer Neinstimme und einer Enthaltung mehrheitlich grünes Licht für den Bauantrag.

Die Befürworter halten es für zeitgemäß, dass das von der Straße ausgehende hangabwärts Richtung Zipfelbach reichende Grundstück in drei Reihen bebaut wird. Die bisher an der Straße stehenden Wohnhäuser sind leer und werden abgerissen. Außerdem gab es 2020 und 2022 jeweils im März informelle Vorstellungen des Bauträgers beim Gemeinderat, der Bauantrag kam nicht ganz unerwartet, die Planung wurde ausführlich nichtöffentlich erklärt.

Die  Häuser in der mittleren Reihe sind zu einem Riegel zusammengebaut

„In 37 Jahren verändert sich einiges, es ist richtig, dass so geplant wird“, sagte Stadtrat Diethard Fohr (FDP) nun in der öffentlichen Sitzung. Grund der Beratung war, dass die Baupläne nicht zu den Vorgaben des Bebauungsplans passen und der Technische Ausschuss daher Befreiungen genehmigen muss, bevor das Baurechtsamt die Baufreigabe erteilt. Sind die dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser und die zweistöckigen Reihenhäuser deshalb maßlos?

Hochwertiges Wohnen laut Schlecht besser als eine eingeschossige Lagerhalle

Stadtentwicklungsamtsleiter Markus Schlecht stellte sich ebenfalls hinter die Baupläne, die an der Schwaikheimer Straße zwei getrennte Gebäude für jeweils etwa sechs Wohnungen vorsehen. In zweiter Reihe sollen zwei zu einem Riegel zusammengebaute Mehrfamilienhäuser mit zehn bis zwölf Wohnungen entstehen (der dritte Stock ist an den Rändern zurückgesetzt, nicht komplett ausgebaut, es gibt große Dachterrassen). Diese Gebäude stehen über einer gemeinsamen Tiefgarage. „Wo die Reihenhäuser hinkommen, hatte der alte Bebauungsplan eine eingeschossige Lagerhalle vorgesehen, daher ist die Überschreitung so kräftig“, erklärte Markus Schlecht, dass eine „hochwertige Wohnbebauung statt Gewerbe dort geeignet“ sei.

Zudem habe ein früherer Stadtplaner statt einer geradlinigen Grenze zur grünen Zipfelbachaue „eine Wellenlinie gemacht“. Das ist der Grund dafür, dass der Technische Ausschuss nun immer wieder über Befreiungen beraten muss. Stadtrat Martin Oßwald-Parlow will dennoch „ein Pflanzgebot und nicht nur einen Zaun, das kann alles Mögliche sein“. Markus Schlecht versicherte, „die großzügige Talaue des Zipfelbachs bleibt frei“, nur ein Teil der Reihenhausterrassen rage ins Pflanzgebot hinein. Im Übrigen sei auf anderen derart zugeschnittenen Grundstücken bereits Wohnbebauung in dem (neuen) Maße erlaubt worden und werde es auch weiterhin.

„Die Kombination Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser ist an der Stelle machbar. Wir brauchen Wohnungen“, sagte Stadtrat Richard Fischer (CDU). Fraktionskollegin Petra Schäftlmeier verweigerte ihre Zustimmung: „Ich vertrete den Wohnbau, aber dieses Grundstück wird wirklich ausgemostet.“

An der Schwaikheimer Straße, ungefähr gegenüber der Einfahrt von Blumen-Luckert, darf ein Bauträger viele Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern und sechs Reihenhäuser erstellen. Die Stadträte im Technischen Ausschuss gaben bei einer Neinstimme und einer Enthaltung mehrheitlich grünes Licht für den Bauantrag.

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Die Befürworter halten es für zeitgemäß, dass das von der Straße ausgehende hangabwärts Richtung Zipfelbach reichende Grundstück in drei Reihen bebaut wird. Die bisher

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