Winnenden

Wunnebad Winnenden: Petition für Dauerkarten eingereicht, Wutrede provoziert

Umbau Wunnebad
Das Wunnebad wird aktuell umgebaut. © Alexandra Palmizi

Aktuell wird das Wunnebad für mehr als 26 Millionen Euro erweitert. Für die Zeit der Bauarbeiten sollen keine Dauerkarten angeboten werden – zu unsicher ist den Stadtwerken Winnenden das angesichts der Unwägbarkeiten, die so ein Großprojekt birgt. Stattdessen gibt es Rabattkarten. Vielen Stammgästen genügt das nicht. Die Winnenderin Susanne Michaelis hat vor einigen Wochen eine Online-Petition gestartet, in der die Preisgestaltung kritisiert wird – und diese jetzt mitsamt 665 Unterschriften und weiterer Kritik an die Stadtwerke übergeben.

Unter anderem kritisiert die Winnenderin in dem Brief, der unserer Redaktion vorliegt, das aktuelle Ticketsystem und versucht so das Argument der Stadtwerke zu entkräften, durch die Jahreskarten und deren Verlängerung als Ausgleich für Schließzeiten während der Corona-Pandemie sei ein großer Verwaltungsaufwand entstanden. Susanne Michaelis schreibt: „Momentan wird ein höchst aufwendiger, hausgemachter Verwaltungsaufwand betrieben. Obwohl online registriert und gebucht, müssen beim Eintritt noch mal alle Karten vorgezeigt werden, um dann am Drehkreuz das online gebuchte Ticket einzuscannen, damit sich dieses öffnet. Dieser Prozess könnte durch ein geeignetes System effizienter gestaltet werden.“

Außerdem erneuert sie den Vorwurf, dass die Dauerkarten der Finanzierung des millionenschweren Umbaus „geopfert“ würden. Sie prognostiziert: Viele Dauerschwimmer würden zukünftig wegen der zu hohen Einzelpreise nicht mehr ins Wunnebad kommen.

"Hier gibt’s Leute, die können schon seit fünf Jahren Tomaten in ihrer Badewanne anpflanzen"

Stadtrat Hanspeter Luckert von der Freien Wählervereinigung Winnenden nahm das Schreiben, das auch die Kommunalpolitiker erhalten haben, in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstagabend als Anlass für eine kleine Wutrede: „Dieses Alleinstellungsmerkmal kostet die Stadt richtig Geld“, sagte er über das Wunnebad, „wer dafür nichts bezahlen will, der soll für drei Euro Sprit nach Backnang fahren.“

Dort werden stark subventionierte, günstige Dauerkarten angeboten. „Hier gibt’s Leute, die können schon seit fünf Jahren Tomaten in ihrer Badewanne anpflanzen, weil sie immer ausgiebig im Wunnebad duschen“, schimpfte der Stadtrat. Das habe er jetzt einfach mal loswerden wollen, auch wenn er damit manchen auf den Schlips trete.

Das Bad wird mit viel Geld von der Stadt bezuschusst

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und betonte bei der Gelegenheit erneut, dass das Bad von der Stadt jedes Jahr mit rund 1,35 Millionen Euro bezuschusst wird.

Über die Preisgestaltung wird bei der nächsten Betriebsratssitzung der Stadtwerke Winnenden, die am 31. März stattfindet, erneut beraten.

Aktuell wird das Wunnebad für mehr als 26 Millionen Euro erweitert. Für die Zeit der Bauarbeiten sollen keine Dauerkarten angeboten werden – zu unsicher ist den Stadtwerken Winnenden das angesichts der Unwägbarkeiten, die so ein Großprojekt birgt. Stattdessen gibt es Rabattkarten. Vielen Stammgästen genügt das nicht. Die Winnenderin Susanne Michaelis hat vor einigen Wochen eine Online-Petition gestartet, in der die Preisgestaltung kritisiert wird – und diese jetzt mitsamt 665 Unterschriften

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