Winnenden

Zwischen Toben und Training: So sieht ein Tag in der Hunde-Betreuung "Schnüffelnase" aus

Schnüffelnasen
Im Garten toben die Hunde. © ALEXANDRA PALMIZI

Wer das Gebäude mit der Nummer 14 an der Industriestraße in Birkmannsweiler betritt, der taucht ab in eine andere Welt. Genau genommen in eine ganz schön tierische. Denn unter der Woche wuseln, spielen, springen, toben und trainieren hier Hunde. Natürlich bellen sie auch. Besonders, wenn unbekannte Gäste kommen, etwa eine Fotografin und ein Redakteur von der Zeitung.

Schnell gewöhnen sich die Vierbeiner allerdings auch an die neuen Gesichter an jenem Tag, an dem Claudia Rieker volles Haus zu vermelden hat. „Wir haben zwölf Hunde in der Tagesbetreuung. Das ist momentan das Maximum“, erzählt die Frau, die die Vierbeinerbetreuung namens „Schnüffelnase“ leitet.

Zum Jahresbeginn hat sie die Geschicke von Iris Marchner übernommen. Marchner wollte kürzertreten, sich im Ruhestand auf ein anderes Hobby, das Malen, konzentrieren. Nach wie vor ist sie jedoch als Trainerin bei den Schnüffelnasen tätig.

Bis etwa 9 Uhr sind die Hunde in Birkmannsweiler

Die Hunde verbringen den Tag nicht eingesperrt im Garten oder in einem Zimmer, sondern bekommen zum Beispiel ein Training. „Da können wir ganz speziell auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen“, erzählt Claudia Rieker. Als Beispiel nennt sie die Gewöhnung an Wasser, etwa vor einem Urlaub.

Wie sieht ein typischer Tag bei den Schnüffelnasen aus? „Die Kunden bringen ihre Hunde ab 7.30 Uhr. Bis etwa 9 Uhr sind meistens alle da“, erzählt Rieker. Dann heißt es erst einmal zur Ruhe kommen, ehe eine der Trainerinnen mit den Tieren in einen großzügigen Raum geht, der an eine Sporthalle erinnert. Allerlei Geräte und Spielsachen für Vierbeiner sind dort zu finden. Auch Tricks üben die Expertinnen mit den Hunden. „Wir unterscheiden uns vom Hundesport, sind eine Hundeschule“, sagt Rieker. Im Fokus stehe eher, dass gewisse Regeln und Rituale eingeübt werden, mit welchen auch die Kunden zu Hause weiterarbeiten können. Die Zielgruppe sind, wenn man so will, also Familienhunde. Gewissermaßen sei das Angebot vergleichbar mit einem Kindergarten, nur eben für Tiere. „Wir wählen unsere Gäste sorgfältig aus“, versichert Rieker. Für neue Gäste organisieren die Experten mehrere Schnuppertage, um sicher zu sein, dass die Neuankömmlinge auch zu den restlichen Hunden passen. „Die Tiere sollten natürlich sozialverträglich sein. Das ist Grundbedingung“, sagt Iris Marchner.

Meist sind die Kunden berufstätig, bringen ihre Hunde an Werktagen daher nach Birkmannsweiler. „Viele arbeiten in systemrelevanten Berufen. Zum Beispiel Ärzte oder Pflegepersonal“, weiß Marchner. Aber auch ältere Menschen, die ihre Vierbeiner nicht mehr rund um die Uhr betreuen können, gehören zu den Kunden.

Der Traum von einem Kompetenzzentrum für Hunde

Iris Marchner ist 2013 von Althütte nach Birkmannsweiler gekommen, war mit den „Schnüffelnasen“ lange ein paar Gebäude entfernt beheimatet, dort, wo inzwischen das Stadtarchiv untergekommen ist. Im Januar hat sie an Claudia Rieker übergeben. „Wir kennen uns schon länger. Ich habe mir Gedanken gemacht und war mir sicher, dass Claudia Rieker genau die richtige Nachfolgerin ist“, sagt sie.

Diese hat gar nicht allzu lange überlegt, sich mit ihrem Mann besprochen. „Dann war für mich klar, dass ich das machen will“, sagt Claudia Rieker. Wie auch Iris Marchner beschäftigt sie sich schon länger mit Hunden, begonnen hat alles mit dem eigenen. Nach der Ausbildung zum Hundelehrer (IHK-Zertifikat „Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin“) hat sie sich nun gewissermaßen einen Traum erfüllt. „Zum August hin haben wir uns nochmals vergrößert“, freut sich Claudia Rieker. Zuvor war in jenen Räumen ein Unternehmen aus dem Kfz-Gewerbe stationiert. Die großzügige Fläche eignet sich nun perfekt dazu, die Vierbeiner zu betreuen, zu trainieren und ihnen im Garten Auslauf zu bieten.

Neben einem kleinen Geschäft für allerlei Hundezubehör befindet sich im Erdgeschoss zudem eine Praxis unter anderem für Hundeosteopathie und Akupunktur. „Im Hinterkopf hatte ich schon länger, dass ich eine Art Kompetenzzentrum für Hunde schaffen möchte. Das ist hier bislang ganz gut gelungen. Ich bin eine Netzwerkerin und gespannt, was sich noch alles tut.“

Wer das Gebäude mit der Nummer 14 an der Industriestraße in Birkmannsweiler betritt, der taucht ab in eine andere Welt. Genau genommen in eine ganz schön tierische. Denn unter der Woche wuseln, spielen, springen, toben und trainieren hier Hunde. Natürlich bellen sie auch. Besonders, wenn unbekannte Gäste kommen, etwa eine Fotografin und ein Redakteur von der Zeitung.

Schnell gewöhnen sich die Vierbeiner allerdings auch an die neuen Gesichter an jenem Tag, an dem Claudia Rieker volles

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