Winterbach

Apothekerin Dätsch-Lokies rät: Das hilft, wenn der Husten rasselt

Hustenmittel
Sigrid Dätsch-Lokies hat etliche Ideen, wie der Husten gestoppt oder wenigstens leichter erträglich wird. © Gaby Schneider

Weihnachtszeit, Hustenzeit. Zumindest in diesem Jahr scheint das zusammenzugehören wie Lebkuchen und Spekulatius. Unzählbar die Nächte, in denen der Husten ganze Familien auf Trab hält. Was tun? Was hilft wirklich? Wir haben Sigrid Dätsch-Lokies von der Michaels-Apotheke in Winterbach gefragt.

„Zuerst mal ist Husten natürlich eine normale Geschichte bei Erkältungen“, erklärt sie. Was aber auch stimmt: „Husten ist körperliche Arbeit und richtig anstrengend.“ Meistens fange er trocken an, werde dann eher schleimig, um schließlich wieder trocken zu enden.

Ihn zu unterdrücken hält sie für keine gute Idee, auch wenn er oft mehr als lästig ist. „Husten ist ein wichtiger Abwehrmechanismus für die Bronchien und die Lunge.“ Oft sei der Schleim recht zäh, drum sei es wichtig, dass die von dem Infekt Geplagten gut abhusten können. „Sonst würden die Bronchien verstopfen.“

Wichtig: Hustenanfälle gehen in aufrechter Position erheblich schneller vorbei

Weshalb der Husten nachts gefühlt mehr plagt als tags? Grund dafür sei vor allem die hustunfreundliche Haltung im Bett, berichtet Dätsch-Lokies. Im Liegen gelinge das Abhusten von Schleim weniger gut, da dauere es umso länger, bis der Reiz nachlässt.

Leichter wird’s in sitzender Position. „Wer hustet, richtet sich auf, das ist ein ganz normaler Mechanismus.“ Drum rät die Apothekerin bei akuten Hustenanfällen, den Oberkörper höher zu betten. Bei zweigeteilten Matratzen gehe das natürlich einfach. Kinderbetten könnten einfach am oberen Ende angehoben werden.

Kalte, kühle Luft tut gut

Oft helfe auch schon ein zusammengerolltes Handtuch unter der Matratze. Aber sie weiß auch, dass die ganz kleinen Patienten leicht einfach abwärts rutschen. „Die muss man dann eben ein wenig unterstützen, damit sie in einer guten Position bleiben.“

Mindestens ebenso wichtig: kalte und feuchte Luft, also eine niedrige Raumtemperatur und eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent. Dann blieben die Schleimhäute ausreichend feucht. In normal geheizten Räumen herrsche oftmals eine Luftfeuchte von maximal 20 Prozent.

Wasser im Raum verdampfen lassen

Das sei erheblich zu wenig. „So trocknen die Schleimhäute aus, das gibt einen zusätzlichen Reiz.“ Daher rät sie erstens zur Anschaffung eines Hygrometers, das also die Luftfeuchtigkeit misst, und zweitens zu aktiven Maßnahmen, um die Feuchtigkeit zu erhöhen.

Beispielsweise durch eine Schüssel mit heißem Wasser, die im Raum aufgestellt wird, oder durch feuchte Tücher, die an der Heizung aufgehängt werden. Solche Maßnahmen schlägt Dätsch-Lokies übrigens auch allen Gesunden vor. Wessen Schleimhäute nämlich intakt sind, der ist für die nächste Virenattacke schon viel weniger anfällig. „Es ist einfach ein besseres Atmen, wenn die Luft nicht ganz so trocken ist.“

Aromatherapie zur Unterstützung

Aber sie hat noch mehr Tipps: Wer das Raumklima mittels einer Schüssel heißen Wassers befeuchtet, könne auch gleich noch ätherische Öle hineingeben. Vor allem Thymian wirke sehr gut entzündungshemmend und desinfizierend. Für Schwangere und Kinder empfehle sie außerdem nur milden Thymian.

Wer eine beruhigendere Wirkung anstrebt, könne außerdem zu Lavendel greifen. Grundsätzlich rät sie zur Wahl von Produkten hochwertiger Hersteller, die in Apotheken oder Reformhäusern zu finden sind. „Nehmen Sie nicht einfach irgendein Öl vom Bau- oder Weihnachtsmarkt“, rät sie. Qualität zahle sich hier aus. Die Öle könnten durchaus auch auf ein feuchtes Tuch aufgetragen und in die Nähe des Patienten gelegt werden.

Fußmassage mit Erkältungssalbe

Ätherische Öle gibt’s auch in Form von Salben. Oftmals sei zusätzlich Latschenkiefer oder Myrte enthalten. All diese Salben wirkten schleimlösend, entkrampfend und entzündungshemmend. Aufzutragen sind sie auf die Brust oder den Rücken.

Denkbar sei es auch, seinem Kind vor dem Einschlafen eine wohltuende Fußmassage mit einer ätherischen Salbe zu geben. Dabei gelangen die ätherischen Öle in die Luft, gehen aber auch gleichzeitig über die Hautstruktur in den Kreislauf über und können so im Körper wirken. Sie selbst stelle in ihrer Apotheke zudem Thymianzäpfchen her.

Bienenwachswickel: wärmen und lösen

Wirklich überzeugt ist die Apothekerin von Bienenwachswickeln. Hier haben die ätherischen Öle eine beruhigende und entkrampfende Wirkung. Die Wärme sorgt dafür, dass der Brustbereich besser durchblutet wird, auch das bringt Entkrampfung und erleichtert das Abhusten.

Solche Wickel könne man dem kranken Kind auch auf die Nacht hin anlegen. Zunächst die Brust mit einem Thymian-Myrte-Balsam oder einer ähnlichen Salbe einreiben. Dann kommt eine Bienenwachsplatte zum Einsatz. Sie wird mit dem Föhn leicht angewärmt, so dass sie warm und geschmeidig wird.

Anschließend wird sie auf die Brust des Kindes gelegt. Obendrauf kommt eine Schicht Heilwolle oder Baumwollwatte, was die Temperatur im Wickel halten soll. Anschließend einfach ein eng anliegendes Unterhemd drüberziehen oder einen Body. Mindestens 30 bis 45 Minuten soll der Wickel dann einwirken, darf auch gerne über Nacht bleiben. Nach dem Wickel sollte das Kind mindestens eine halbe Stunde ruhen.

Brustwickelsets gibt es in den Apotheken

Ähnlich funktioniert ein Brustwickel ohne Bienenwachs. Hier wird ein Tuch in heißes Wasser getaucht, ausgewrungen und auf die einbalsamierte Brust gelegt. Obendrauf kommt ein vorgewärmtes, größeres Handtuch, darüber ein Unterhemd.

Eventuell könnte eine kleine Wärmflasche obenauf gelegt werden. Solche Wickel müssten aber vor dem Schlafen abgenommen werden, durch das Wasser kühlen sie nämlich über die Dauer aus. Brustwickelsets gibt’s in Apotheken fertig zu kaufen. Mit Wärme arbeiten auch Kartoffelwickel.

Wenn sonst nichts hilft: Hustenstiller verwenden

Wer stark verschleimt ist, dem kann auch ein angewärmter Quarkwickel helfen. Die Milchsäurebakterien darin können hustenreizstillend wirken und verflüssigen den Schleim, so dass das Abhusten leichter gelingt.

Ebenfalls hilfreich seien Säfte mit Thymian, Efeu und Primel. Sie wirken desinfizierend, antibakteriell, schleimlösend, aber auch entkrampfend und sind auch schon für Kinder ab einem Jahr dreimal täglich anzuwenden.

Und wenn der Husten gar zu sehr plagt, dürfen durchaus mal Hustenreizblocker eingesetzt werden. Sie gibt es von verschiedenen Herstellern in der Apotheke rezeptfrei zu kaufen.

Weihnachtszeit, Hustenzeit. Zumindest in diesem Jahr scheint das zusammenzugehören wie Lebkuchen und Spekulatius. Unzählbar die Nächte, in denen der Husten ganze Familien auf Trab hält. Was tun? Was hilft wirklich? Wir haben Sigrid Dätsch-Lokies von der Michaels-Apotheke in Winterbach gefragt.

„Zuerst mal ist Husten natürlich eine normale Geschichte bei Erkältungen“, erklärt sie. Was aber auch stimmt: „Husten ist körperliche Arbeit und richtig anstrengend.“ Meistens fange er trocken

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