Winterbach

Auch für Grippe-Impfungen: Michaels-Apotheke in Winterbach soll Anbau bekommen

Michaelsapotheke
Der Fellbacher Architekt und Stadtplaner Eckart Rosenberger (Bildmitte) stellte dem Winterbacher Gemeinderat bei einem Ortstermin seine Expertise zur Neugestaltung des Gebäudes Oberdorf 5 zur Verfügung. © Benjamin Büttner

Es ist ein zentrales, das Erscheinungsbild der Winterbacher Ortsmitte mitprägendes Gebäude: das dreiteilige Ensemble mit der Adresse Oberdorf 5 mit der Michaels-Apotheke, der Bäckerei Maurer und Kik im Erdgeschoss. Entstanden ist es in den 1970er Jahren. Jetzt soll es saniert werden und eine neue Fassade bekommen. Außerdem ist rückwärtig eine Erweiterung für die Michaels-Apotheke geplant. Diese hat wachsenden Platzbedarf, zum Beispiel, um Corona- oder Grippe-Schutzimpfungen anbieten zu können.

„Die Apotheken sind im Moment im extremen Wandel“, sagt Sigrid Dätsch-Lokies, die Inhaberin von Michaels- und Salier-Apotheke in Winterbach. Ganz neue Dienstleistungen wie die Impfungen werden möglich. „Dafür brauchen wir die räumlichen Voraussetzungen“, sagt Dätsch-Lokies. In den Raum, in dem geimpft werde, müsse zum Beispiel eine Liege passen. In der Salier-Apotheke seien die Voraussetzungen nicht ideal. Deswegen will die Schorndorfer Palm GmbH, der das Gebäude Oberdorf 5 mit der Michaels-Apotheke darin gehört, eine Erweiterung vornehmen.

Dazu soll das kleine Technikgebäude im rückwärtigen Teil zum Bahnhofsplatz hin abgebrochen und durch einen neuen, größeren Anbau mit einem Geschoss mehr ersetzt werden.

Architekt und Stadtplaner Rosenberger gibt Empfehlung ab

Der Gemeinderat hat einstimmig sein Einvernehmen für die Pläne erteilt. Vor der Sitzung hatten die Räte sich vor Ort die Pläne vorstellen lassen und dazu auch eine unabhängige Experteneinschätzung des Architekten und Stadtplaners Eckart Rosenberger eingeholt. Er war 2008 Vorsitzender der Jury im Architektenwettbewerb zur Umgestaltung der Winterbacher Ortsmitte, kennt also die Örtlichkeiten gut.

Für den neuen Anbau empfahl Rosenberger ein Satteldach, da die Umgebung durch solche Dachformen geprägt sei und auch die drei Körper des Hauptgebäudes Satteldächer hätten. Zur Debatte stand auch der Vorschlag einer Lösung mit Flachdach. Für geneigte Dachflächen sprach jedoch abgesehen von Rosenbergers architektonischer Expertise ebenfalls die bessere Eignung für den Betrieb einer Fotovoltaikanlage.

Der Gemeinderat schloss sich der Empfehlung des Architekten in seinem Beschlussvorschlag vorbehaltlos an. Genauso bei der Frage der Neugestaltung der Fassade des Gebäude-Ensembles. Diese soll eine Wärmedämmung bekommen.

"Wichtiger ortsbildprägender Baustein"

Rosenberger führte aus, der dreigliedrige Bau sei „schon aufgrund seiner Lage und seines Volumens ein wichtiger ortsbildprägender Baustein“. Er sei „gekennzeichnet durch die Architektur der späten 70er Jahre und fügt sich gut in den städtebaulichen Kontext ein“.

Um bei der Fassadensanierung „Charakter und Erscheinungsbild des Gebäudes zu wahren“, empfahl Eckart Rosenberger in seiner schriftlichen Stellungnahme, „die bestehende horizontale und vertikale Gliederung durch vorstehende Bauteile“ wieder abzubilden, ebenso „die Fenster in etwa gleicher Größe und gleichem Format wieder herzustellen“, dazu „für die Verkleidung des Giebeldreiecks und die Fensterbrüstungen, wie bisher, ein eigenes Material zu wählen“.

Zur Farbgebung empfahl Rosenberger „eher eine ruhige, zurückhaltende gesamtheitliche“ Lösung, die sich an die umgebenden historischen Fachwerkbauten anpasst. Konkret: „ein gebrochenes Weiß für die Putzfassade, ein lichtes Grau für die Giebeldreiecke (strukturierte Holzverkleidung) und z. B. ein stärkeres Rot für die Fensterbrüstungen in Anlehnung an die Fensterläden des anschließenden Fachwerkbaus“. Das besagte Nachbargebäude ist das Rathaus mit seinen roten Fensterläden.

Rot passt zu den Farben der Läden

Und Rot passt im Übrigen auch zur Farbe des Apotheken-Zeichens, also zum A in Frakturschrift mit Kelch und Schlange, genauso zu den Farben der beiden Geschäfte neben der Michaels-Apotheke, der Bäckerei Maurer und Kik, wie die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte bei ihrem Ortstermin feststellten.

Es handelte sich bei der Sache, die der Gemeinderat jetzt entschieden hat, um eine Bauvoranfrage. Das heißt, das Baugesuch dazu muss noch kommen und wird dann ebenfalls wieder im Gemeinderat zur Entscheidung gestellt und auch abschließend von den Fachbehörden im Landratsamt beurteilt.

Es ist ein zentrales, das Erscheinungsbild der Winterbacher Ortsmitte mitprägendes Gebäude: das dreiteilige Ensemble mit der Adresse Oberdorf 5 mit der Michaels-Apotheke, der Bäckerei Maurer und Kik im Erdgeschoss. Entstanden ist es in den 1970er Jahren. Jetzt soll es saniert werden und eine neue Fassade bekommen. Außerdem ist rückwärtig eine Erweiterung für die Michaels-Apotheke geplant. Diese hat wachsenden Platzbedarf, zum Beispiel, um Corona- oder Grippe-Schutzimpfungen anbieten zu

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