Winterbach

Autos gefährden Fußgänger: Winterbach baut Gehweg und Parkplätze am Friedhof um

Parkplätze Friedhof
Eine beispielhafte Situation auf den Parkplätzen am Winterbacher Friedhof in der Schlichtener Straße: Hier müssen Fußgänger auf die Straße ausweichen. © Gemeinde Winterbach

Die Gemeinde Winterbach reagiert auf einen Brief von vier Eltern, die Sicherheitsmängel für Fußgänger im Bereich der Schlichtener Straße und der Querung der Falkenstraße monierten. Eines der Probleme soll nun durch bauliche Veränderungen behoben, die mögliche Gefahrenstelle in der Falkenstraße wohl im Rahmen des Mobilitätskonzepts behandelt werden.

Die Familien wohnen in der Örlen- und der Schlichtener Straße und sind nach eigenen Angaben im Laufe des Jahres 2020 nach Winterbach gezogen. Ihre Kinder, so schreiben die vier Eltern in ihrem Brief an die Gemeindeverwaltung, besuchen die örtlichen Kindergärten beziehungsweise die Lehenbachschule. „Wir nehmen das Wort ‘gehen’ ernst, d. h. unsere Kinder und wir sind fast immer zu Fuß oder mit dem Roller/Laufrad/Kinderfahrrad unterwegs, die Kleinen natürlich nur in Begleitung“, führen sie aus und benennen zwei Problemstellen im Bereich der Schlichtener Straße.

Gefahr, weil viel Berufsverkehr

Die eine Stelle sind die Parkplätze am Friedhof in der Schlichtener Straße. Hier müssen Fußgänger hinter den geparkten Autos entlang und oft, wenn lange Fahrzeuge dort parken, sogar auf die Straße ausweichen. „Dies stellt vor allem in den Morgen- und Nachmittagsstunden eine Gefahr dar, da die Straße durch den beruflichen Verkehr der umliegenden Gemeinden hoch frequentiert wird“, schreiben die Anwohner. Dabei gebe es im Wohngebiet einerseits viele ältere Menschen, die auf einen sicheren Gehweg angewiesen seien. Andererseits zögen durch den Generationenwechsel immer mehr Familien mit Kindern zu.

Der Gemeinderat hat nun auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung beschlossen, Parkplätze und Gehweg an der Stelle für rund 76 000 Euro umbauen zu lassen. „Die Verwaltung teilt die Ansicht der Eltern, dass hier eine Gefährdung der Fußgänger vorliegt“, heißt es in der Beratungsvorlage dazu. „Die Parkplätze wurden in den 70er Jahren angelegt und waren damals zum Parken eines VW Käfers auch völlig ausreichend.“ Weil die Fahrzeuge über die Jahre aber immer größer geworden seien, habe sich das Problem eingestellt, dass diese mit dem Heck den Gehweg blockieren.

Zur Lösung soll nun die Böschung zum Friedhof hin ein Stück abgegraben werden, um dann den Gehweg um die Autos herumzuführen. „Der Gehweg mit einer Breite von dann 1,50 m wäre hinter den Parkplätzen gut und sicher nutzbar für die Fußgänger“, schreibt die Verwaltung in der Vorlage.

Im Zuge der Umbaumaßnahme sollen die Parkplätze auch ein wasserdurchlässiges Pflaster bekommen und markiert werden. Außerdem soll ein Behindertenparkplatz eingerichtet werden, den es bisher noch nicht gibt. Ausführen wird die Arbeiten auf Beschluss des Gemeinderats die örtliche Firma Straßenbau Uetz auf Grundlage des Jahresvertrags mit der Gemeinde.

Kinder können Straße nicht allein queren

Keine kurzfristige Abhilfe gibt es vorerst für das von den Eltern ausgemachte Problem bei der Querung der Falkenstraße an der etwas unübersichtlichen Kreuzung mit Schulstraße und Schlichtener Straße. „Eigentlich sollten Kinder im letzten halben Jahr des Kindergartenbesuchs lernen, allein nach Hause zu gehen“, schreiben sie. „Dies ist jedoch durch diese ungesicherte Straßenquerung nicht möglich.“

Bauamtsleiter Rainer Blessing deutete an, dass man sich die Stelle bei einer der regelmäßigen Verkehrsschauen, das heißt, Begehungen mit Polizei und Verkehrsbehörden aus dem Landratsamt, anschauen könnte. Bürgermeister Sven Müller meinte jedoch: Der „richtige Rahmen“ sei dafür eigentlich das Mobilitätskonzept, das die Gemeinde für den ganzen Ort machen will, und nicht eine einzelne Verkehrsschau.

Die Arbeit am Mobilitätskonzept soll noch in diesem Jahr beginnen. Zu Beginn soll eine Verkehrszählung stattfinden. An dem Konzept, das alle Verkehrsarten in Winterbach in den Blick nimmt, sollen auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden.

Junge: Andere Gefahrenstellen

CDU-Gemeinderat Klaus Junge hatte zuvor darauf hingewiesen, dass es seiner Meinung nach andere wichtigere Stellen geben würde, bei denen man über einen Zebrastreifen oder andere Verbesserungen der Sicherheit nachdenken müsste. Er sprach als Beispiel die Querung der Falkenstraße durch die Straße Im Lehenbach an. „Da kommt im Sommer der ganze Fußgängerverkehr vom Freibad. Das ist eine absolut gefährliche Stelle“, sagte Junge.

Hauptamtsleiter Matthias Kolb erklärte, die rechtliche Lage lasse es inzwischen sogar zu, unter bestimmten Voraussetzungen in Tempo-30-Zonen einen Zebrastreifen einzurichten, wo solche Maßnahmen in der Vergangenheit immer blockiert waren.

Der dritte Punkt, den die Eltern in ihrem Schreiben an die Gemeinde vorbrachten, betraf die aus ihrer Sicht schlechte Beleuchtung des Gehwegs im Bereich des Parkplatzes am Friedhof. Man habe gleich reagiert, und der Bauhof habe die Lampen dort freigeschnitten von den Ästen der Bäume, sagte Bauamtsleiter Rainer Blessing im Gemeinderat. Das Remstalwerk prüfe außerdem, ob die Lichtstärke der Beleuchtung dort ausreichend sei, um bei Bedarf tätig werden zu können, um die Situation zu verbessern.

Die Gemeinde Winterbach reagiert auf einen Brief von vier Eltern, die Sicherheitsmängel für Fußgänger im Bereich der Schlichtener Straße und der Querung der Falkenstraße monierten. Eines der Probleme soll nun durch bauliche Veränderungen behoben, die mögliche Gefahrenstelle in der Falkenstraße wohl im Rahmen des Mobilitätskonzepts behandelt werden.

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Die Familien wohnen in der Örlen- und der Schlichtener Straße und sind nach eigenen Angaben im Laufe des Jahres 2020 nach

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