Winterbach

Brandstiftung? Winterbacher Erdbeerstand abgebrannt - eine neue Bude steht aber schon

Erbeerstand abgebrannt
Nur noch verkohlte Trümmer waren vom Winterbacher Erdbeerstand nördlich der Bundesstraße übrig. © Privat

Er ist in Winterbach eine echte Institution: Immer von April bis Oktober steht seit 20 Jahren ein Obstverkaufsstand von Martin Bauer, einfach kurz Erdbeerstand genannt, etwas außerhalb, nördlich von Winterbach. Er ist immer gut frequentiert, verkehrsgünstig gelegen in Nähe der B-29-Ausfahrten und an einem Knotenpunkt von Rad- und Wanderwegen. Am frühen Sonntagmorgen ist die Holzbude nun abgebrannt, höchstwahrscheinlich wurde sie angezündet. „Es hat nicht geblitzt oder gedonnert, Elektrik gibt es auch keine“, sagt der Winterbacher Feuerwehrkommandant Uwe Hetzinger. Deshalb ermittelt nun die Polizei wegen Brandstiftung.

Der Alarm wegen des brennenden Stands ging am Sonntagmorgen kurz vor 4 Uhr ein. Die Feuerwehr fand die Hütte bereits im Vollbrand vor. Zu retten war nichts mehr, die Einsatzkräfte konnten nur noch die Trümmer löschen und versuchen, Schaden von den beiden direkt daneben stehenden Bäumen abzuwenden. Insbesondere die Kastanie links neben dem Stand ist ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, Stamm und Äste sind verkohlt, die Blätter braun. Auch den Walnussbaum rechts daneben hat es erwischt, er sieht allerdings nicht ganz so verkohlt aus. Völlig von der Hitze zerstört ist die Dixi-Toilette, sie steht krumm und zerschmolzen da.

Schon um 10 Uhr waren die Trümmer weg und der neue Stand aufgebaut

Standbetreiber Martin Bauer wurde unmittelbar nach der Alarmierung von der Polizei informiert und fuhr zu seinem abgebrannten Stand. Der Obstbauer aus Großheppach hielt sich dann aber nicht lange mit dem Ärger um die sinnlose Zerstörung auf, sondern setzte schnell alle Hebel in Bewegung: „Ich habe meine Leute um 6 Uhr rausgeschickt, um den Müll aufzuräumen und einen neuen Stand aufzubauen.“ Von den Holzbuden hat er mehrere auf Lager. Um 10 Uhr sei der neue Stand bereit zum Verkauf der Erdbeeren und anderem saisonalem Obst wie Kirschen oder Himbeeren gewesen.


Leider ist es nicht das erste Mal, dass einer der Buden von Martin Bauer Ziel von Sachbeschädigung wird – und auch nicht das erste Mal, dass eine abgebrannt ist. 25 Stände hat der Obstbauer, verteilt übers Remstal zwischen Weinstadt und Schwäbisch Gmünd, in Winnenden und im Raum Leonberg. Vor einem Jahr ist die Verkaufshütte bei Mutlangen in Flammen aufgegangen. Dieses Jahr habe es bereits fünf weitere Vorfälle an verschiedenen Orten gegeben, berichtet Martin Bauer. Es wurde nie Feuer gelegt, aber zum Beispiel wurden immer wieder Dixi-Toiletten umgeworfen. Es komme auch vor, dass jemand die Toiletten an ein Auto binde und ein paar Hundert Meter weit mitschleife, sagt der Landwirt.

„Die Polizei hat kaum eine Chance, da was zu ermitteln“

Die Täter konnte die Polizei nie finden. „Es ist einfach schwierig. Die Polizei hat kaum eine Chance, da was zu ermitteln“, sagt Martin Bauer. „Ich glaube nicht, dass es jemand speziell auf uns abgesehen hat. Das sind irgendwelche Leute, die sich einen Spaß daraus machen.“


Wenn Martin Bauer darüber redet, klingt er gefasst und nüchtern. Doch der Ärger bei ihm ist groß. Allein ein neuer Verkaufsstand aus Holz koste 1000 Euro, sagt er. Die Polizei schätzt den Sachschaden beim Brand von Sonntag auf insgesamt 3000 Euro. Ob das nicht zu tief gegriffen ist, muss sich noch zeigen. „Der Kastanienbaum wird das wahrscheinlich nicht überleben“, vermutet Martin Bauer. „Das ist ein Riesenschaden für die Gemeinde Winterbach.“

Steckt eine Gruppe Jugendlicher dahinter?

Dementsprechend fassungslos und wütend sind die Reaktionen der Menschen, die vom abgebrannten Erdbeerstand erfahren. Viele gehen davon aus, dass Jugendliche dahinterstecken. „Kein Respekt mehr vor nichts“, ärgert sich eine Kommentatorin in der Winterbach-Gruppe auf Facebook. Einige berichten dort von einer Gruppe, die in den frühen Morgenstunden mit einem Bollerwagen lärmend durch Winterbach gezogen sei. Ob es einen Zusammenhang gibt und ob wirklich eine Gruppe Jugendlicher hinter dem Brand steckt, ist derzeit Spekulation.

Er ist in Winterbach eine echte Institution: Immer von April bis Oktober steht seit 20 Jahren ein Obstverkaufsstand von Martin Bauer, einfach kurz Erdbeerstand genannt, etwas außerhalb, nördlich von Winterbach. Er ist immer gut frequentiert, verkehrsgünstig gelegen in Nähe der B-29-Ausfahrten und an einem Knotenpunkt von Rad- und Wanderwegen. Am frühen Sonntagmorgen ist die Holzbude nun abgebrannt, höchstwahrscheinlich wurde sie angezündet. „Es hat nicht geblitzt oder gedonnert, Elektrik

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