Winterbach

Die Trojanische Giraffe vom Engelberg

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David Klopp uns seine Giraffe: „Ich spiele gern mit dem Surrealistischen“. © Schneider / ZVW
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Der Transport der Giraffen-Skulptur hat Aufsehen erregt. © Ramona Adolf
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Der Transport der Giraffen-Skulptur hat Aufsehen erregt. © Ramona Adolf
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Der Transport der Giraffen-Skulptur hat Aufsehen erregt. © Ramona Adolf

Winterbach. Autofahrer auf dem Weg zwischen Engelberg und der Goldbodenkreuzung könnten seit einigen Tagen das Gefühl bekommen, eine Fata Morgana zu erleben. Steht doch da in Sichtweite zur Straße eine mehr als acht Meter hohe Giraffe! Zur Beruhigung: Das fantastische Teil ist keine Sinnestäuschung.

Urheber des gigantischen Tieres ist der Engelberger Naturkünstler David Klopp. Er hat es in wochenlanger Arbeit aus Weiden- und Haselnusszweigen geflochten und mit vier Beinen aus Eschenholz versehen. Mit tatkräftiger Unterstützung der gesamten Nachbarschaft hat Klopp die fertige Giraffe auf eine Wiese am Engelberger Ortsrand getragen (Bilder davon auf www.zvw.de/schorndorf), die ihm die Grundstückseigentümer Anita Sihler und Patrick Traub zur Verfügung gestellt haben. Der Effekt der Verblüffung gehört zum Konzept von David Klopp. „Ich spiele gern mit dem Surrealistischen“, sagt er. Deswegen hat er nicht etwas Gewöhnliches wie ein Pferd gebaut, sondern ein Tier, das in unseren Breiten nicht vorkommt. Dass das Ding so riesig wird, hatte er am Anfang gar nicht geplant. Wie hoch die Giraffe geworden ist, weiß Klopp gar nicht, er schätzt aber, dass es mehr als acht Meter sein müssen.

Die „Trojanische Giraffe“ ist ein friedliches Wesen

Alles, was David Klopp an Kunstwerken schafft, vor allem im Wald neben seinem Heimatort Engelberg, verströmt diesen Eindruck des Surrealistischen, Fantastischen. Seine Riesenschlangen und Objekte aus Naturmaterialen, die den Wald bevölkern, rufen Staunen und Verblüffung bei Spaziergängern hervor. „Ich will die Leute mit dem Unerwarteten konfrontieren“, sagt der Künstler.

„Trojanische Giraffe“ hat er sein Werk getauft, in Anlehnung an die sagenhafte Kriegslist der Griechen bei der Belagerung von Troja. Dabei ist Klopps Weiden-Gebilde aber auch ein bewusster Gegensatz zum historischen Vorbild. Im Gegensatz zum Pferd der Griechen ist seine Giraffe nämlich kein Kriegsgerät. „Die Giraffe ist ein friedliches Tier“, sagt er.

Wenn das Gras wächst, muss die Giraffe weichen

Einige Tage wird das langbeinige Tier jetzt noch auf der Wiese oberhalb von Engelberg stehen. Wer vom Winterbacher Teilort aus Richtung Esslingen fährt, kann es mit einem Blick nach rechts sehen. Wenn das Gras auf der Wiese zu sprießen beginnt, muss die Giraffe umziehen, weil die Landwirte es unversehrt zum Mähen haben wollen und zu viele Giraffenbesucher es platttrampeln würden. Allerdings hofft David Klopp, dass die Giraffe irgendwo in der Nähe des Waldes stehen bleiben kann.

Klopps Kunst: Im Wald und im Schwanen

Mit seiner spontanen und vergänglichen Natur-Kunst ist David Klopp bereits eine lokale Berühmtheit. Wer mehr von ihm sehen will, muss in den Wald oberhalb von Engelberg gehen, entweder vom Sandweg oder vom Waldparkplatz an der Kreisstraße aus. Oder er besucht Klopps Land-Art-Bildvortrag am 11. Mai um 19.30 Uhr im Kulturhaus Schwanen in Waiblingen mit dem Titel „Lebendige Kunst“.