Winterbach

Eiscafé in Winterbach: Selbst gemachtes Eis und konkrete Pläne für eine neue Bar

EisdieleWinterbach
Die süß-kalte Theke von Alfred Isaks Eiscafé. © Gaby Schneider

Das Eismachen ist eine schweißtreibende Angelegenheit. In der Produktion von Alfred Isak in der Winterbacher Brunnengasse ist es ziemlich warm, die Maschinen heizen den Raum. Der Eiscafé-Chef kommt beim Mixen ins Schwitzen. In den Räumen, in denen vorher ein Brautmodengeschäft war, stellt er seit dieser Saison sein Eis komplett selbst her, darunter ganz neu das besondere „Profumo di Sicilia“. Verkauft wird das Eis im historischen Waschhäusle an der Winterbacher Ortsdurchfahrt – noch, denn vielleicht zieht der 50-Jährige mit seinem Eis bald komplett nach hinten in die Brunnengasse. Wenn alles klappt, eröffnet er dort noch in diesem Jahr eine Bar. Ob er das Waschhäusle dann weiter behält, weiß er noch nicht.

Erweiterungspläne wegen Corona-Pandemie noch nicht früher umgesetzt

Seit 1996 lebt Alfred Isak in Deutschland, inzwischen wohnt er in Schorndorf. In Fellbach hatte er einen Feinkostladen. Sein Eiscafé in Winterbach im historischen Waschhäusle, dessen Außensitzplätze sich vor allem hinten raus in der Brunnengasse befinden, hat er 2019 eröffnet. Als benachbart der Brautmodenladen auszog, griff Isak zu und pachtete die Räume, um dort seine Pläne für eine Bar zu verwirklichen. Seitdem ist schon einige Zeit vergangen. Wegen der Corona-Pandemie verschob er sein Vorhaben zunächst auf unbestimmte Zeit.

Die Eisproduktion im Hinterzimmer in der Brunnengasse ist nun der erste Schritt der Erweiterung. Das Eismachen, wie Alfred Isak es dort betreibt, ist relativ aufwendig. Uns führt er vor, wie der neueste Stern in seiner Eistheke, das „Profumo di Sicilia“ entsteht. Übersetzt heißt das „Duft von Sizilien“. Er spricht von einer „sizilianischen Explosion“, die er damit ins Remstal bringen wolle.

Dazu hat er eine goldbraune Paste aus gerösteten Mandeln und Pistazien und dem Aroma von Zimt, Nelken und Orangen. Mit einer Schöpfkelle gibt er die in einen großen Bottich mit einer weißen, flüssigen Mischung aus Milch, Sahne und anderen Zutaten, die er schon am Abend zuvor vorbereitet und nun aus einer Maschine, dem Pasteurisierer, gezapft hat. Dann wird das alles mit einem großen Mixer durchgerührt und schließlich kommt die Mischung in die Eismaschine. Isak stellt sie an, sie beginnt laut zu brummen und zu vibrieren.

Während die Maschine arbeitet, führt Isak durch seine Räumlichkeiten. In Kühlschränken lagert fertiges Eis in Metallschalen. Die Klassiker wie Schokolade und Vanille gibt es hier, aber auch Ausgefalleneres wie Käsekuchen-Geschmack. Daneben alle möglichen Fruchtsorten. „Alles aus echten Früchten“, sagt Isak. Er zeigt in einer Kühltruhe die Rohmaterialien wie tiefgefrorene Wald- und Erdbeeren und Fruchtpürees.

„Ich habe versucht, einen Mix in meiner Eisdiele zu haben, aus vielen Bildern, die ich gesammelt habe in meinem Leben, und sie mit den Leuten im Remstal zu teilen“, erzählt er. Er verwende dabei nur die hochwertigsten Zutaten von den besten Herstellern, sagt Alfred Isak. Verbunden mit dem Arbeitsaufwand sei das der Grund, warum eine Kugel bei ihm 1,60 Euro koste. „Das ist knapp kalkuliert“, sagt er. Seine Gewinnmarge sei klein. Das Qualitätseis sei die Stärke seines Eiscafés, deswegen kämen Kunden teilweise von weit her. „Die zwingen mich, dass ich mich anstrenge. Ich muss immer kreativ werden für sie.“

Die Investition ist hoch, doch er wagte den Schritt

Gelernt hat Alfred Isak das Eismachen in Kursen und Seminaren. Schon lange habe er vorgehabt, es professionell zu machen. Vor 25 oder 30 Jahren schon habe er selbst Wassereis gemacht und wollte eine Firma gründen. „Aber die Investition war zu hoch.“ Auch jetzt waren die Kosten, die er stemmen musste, um sich mit den nötigen Maschinen einzurichten, enorm. Aber dieses Mal wagte er den Schritt.

Die Eismaschine ist in der Zwischenzeit fertig mit ihrer Arbeit. Alfred Isak lässt die cremige Masse in die für den Verkauf vorgesehene Metallform gleiten. Mit einer Paste aus Nüssen und einem Spachtel zieht er jetzt noch eine Marmorierung in das Weiß. Und obendrauf kommt ein grünes Granulat, das aus verschiedenen Nüssen, unter anderem Pistazien, besteht, vom Geschmack passend zu den Nelken- und Orangenaromen der Eiscreme. Soweit er selbst den Markt überblicken kann, ist Alfred Isak der Erste, der das Eis dieser Geschmacksrichtung in Deutschland anbietet.

Bei den Kunden sei die Sorte „Profumo di Sicilia“ gleich sehr gut angekommen, meint er. „Die Leute sind verrückt danach, das war sehr schnell ausverkauft.“

Ein schwieriges Thema, wie überall in der Gastronomie, ist dabei für Alfred Isak derzeit die Personalsuche. „Das ist ein Riesenproblem“, sagt er. Momentan habe er fünf Aushilfen, die stundenweise kommen für den Eisverkauf. Aber das meiste stemmt er selbst. „Ich arbeite von morgens an, bis ich nicht mehr laufen kann“, sagt er. 18 bis 20 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Plan: "Schöne, edle Bar"

Trotzdem will Alfred Isak jetzt den nächsten Schritt gehen und sein Geschäft noch einmal auf ganz andere Füße stellen. Rückwärtig geht es in den Räumlichkeiten in der Brunnengasse ein paar Stufen hinunter in ein schönes, mit Steinen gemauertes Gewölbe. „Hier hoffe ich, bis Dezember viel mehr möglich machen zu können“, sagt er. Eine „schöne, edle“ Bar komme hier rein. Gute Getränke wie Gin und Wein, möglichst viel regional will er dann anbieten, dazu kleine, passende Snacks. Wenn alles gut laufe, dann lasse es sich dieses Jahr noch umsetzen, hofft er.

Das Eismachen ist eine schweißtreibende Angelegenheit. In der Produktion von Alfred Isak in der Winterbacher Brunnengasse ist es ziemlich warm, die Maschinen heizen den Raum. Der Eiscafé-Chef kommt beim Mixen ins Schwitzen. In den Räumen, in denen vorher ein Brautmodengeschäft war, stellt er seit dieser Saison sein Eis komplett selbst her, darunter ganz neu das besondere „Profumo di Sicilia“. Verkauft wird das Eis im historischen Waschhäusle an der Winterbacher Ortsdurchfahrt – noch, denn

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