Winterbach

Feuerwehr soll mehr Geld bekommen

Feuerwehr soll mehr Geld bekommen_0
Übungseinsatz der Winterbacher Jugendfeuerwehr: Wer zur Feuerwehr geht, tut das nicht fürs Geld. Archivbild: Palmizi © Alexandra Palmizi / ZVW

Winterbach. Wer Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, der macht das, wie der Name schon sagt, freiwillig. Eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung bekommen die Feuerwehrleute allerdings von den Städten und Gemeinden für ihren Einsatz, der oft lebenswichtig ist. Nach langer Zeit sollen in Winterbach die Sätze für diese Entschädigung nun mal wieder erhöht werden.

Die Feuerwehr ist ein Ehrenamt, aber keins wie die meisten anderen. Denn wer sich darin engagiert, der opfert nicht nur viele Stunden seiner Zeit, sondern ist als aktives Mitglieder der Truppe auch immer auf Abruf. Wenn es brennt und der Alarm geht, dann lassen die Feuerwehrleute alles stehen und liegen und rasen zum Feuerwehrhaus. 54-mal war das zum Beispiel im vergangenen Jahr der Fall, wobei nicht immer alle mit ausrücken. Es waren größere und kleinere Einsätze, von Bränden über Unfälle bis zu Sturmschäden war alles dabei. Neben den Alarmen übernehmen die Feuerwehrleute Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen, nehmen an Lehrgängen und Übungen teil und bilden den eigenen Nachwuchs aus.

„Ich bin nicht Feuerwehrmann geworden, um Geld zu verdienen“

Kommandant Michael Seim kann selbst gar nicht sagen, wie viele Stunden er im Jahr für die Feuerwehr verwendet, er schreibt sie nicht auf. Der Kommandant bekommt von der Gemeinde eine pauschale Aufwandsentschädigung. Bisher waren das 900 Euro im Jahr, jetzt soll der Satz auf 1500 Euro erhöht werden. Umgerechnet auf die Stunden habe das mit Mindestlohn nicht viel zu tun, scherzt Seim. „Aber darum geht es auch nicht“, sagt er. „Ich bin ja nicht Feuerwehrmann geworden, um damit Geld zu verdienen.“ Das sei bei niemandem in den freiwilligen Feuerwehren so. Dennoch sei die finanzielle Entschädigung eine Anerkennung, ein Zeichen der Wertschätzung, das wichtig sei für die Ehrenamtlichen.

Zwölf statt acht Euro pro Stunde

Bisher bekamen die Feuerwehrleute, wenn sie keine Funktionsträger wie Kommandant oder Gerätewart sind, acht Euro pro geleisteter Stunde im Einsatz oder bei Lehrgängen. Nun soll der Betrag auf zwölf Euro pro Stunde angehoben werden. Der Verwaltungs- und Kulturausschuss des Gemeinderats hat die neue Satzung, in der das festgelegt wird, bereits vorberaten und für gut befunden. Nun muss der Gemeinderat noch endgültig darüber entscheiden.

Die Räte drängten sogar noch auf eine Verbesserung gegenüber dem Entwurf für die Satzung. Für den Erwerb des Führerscheins Klasse C zum Führen von Feuerwehrfahrzeugen war ein Zuschuss von höchstens 2000 Euro vorgesehen. Der Führerscheinerwerb soll auf Wunsch des Verwaltungs- und Kulturausschusses nun komplett übernommen werden.

Basis für neue Kostensatzung 

Die Satzungsänderung ist im Punkt der Entschädigung für die Einsätze die erste Änderung seit dem Jahr 2002. Sie bildet dann, wie Kommandant Michael Seim erklärt, auch die Basis für eine neue Feuerwehrkostensatzung, die der Städte- und Gemeindetag vorbereitet habe. Darin sind unter anderem die Gebühren festgelegt, die die Gemeinde für Einsätze der Feuerwehr erhebt. Denn die Retter kommen nur dann umsonst beziehungsweise auf Kosten des Steuerzahlers, wenn tatsächlich etwas oder jemand gerettet werden muss.

In der Feuerwehrkostensatzung sind die Fälle genannt. Erstens: „bei Schadenfeuer (Bränden)“. Zweitens: „bei öffentlichen Notständen, die durch Naturereignisse, Einstürze, Unglücksfälle und dergleichen verursacht sind“. Drittens: „bei Rettung von Menschen und Tieren aus lebensbedrohlichen Lagen“. Rückt die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall aus, um eine technische Hilfeleistung wie die Beseitigung von ausgelaufenem Öl zu übernehmen, oder wird sie durch den Fehlalarm einer Brandmeldeanlage auf den Plan gerufen, dann muss der Verursacher beziehungsweise dessen Versicherung zahlen.

Was die Gemeinde für die Feuerwehr ausgibt:

Die Finanzierung und Organisation der Freiwilligen Feuerwehr ist eine kommunale Aufgabe. Der Gemeinde Winterbach entstehen nach Abzug der Einnahmen (zum Beispiel Zuschüsse) jährlich Aufwendungen für die Freiwillige Feuerwehr zwischen 140 000 und 150 000 Euro.

Dazu kommen regelmäßige Neuanschaffungen, wie in Kürze zum Beispiel ein neues Löschfahrzeug, dessen Kosten in die Hundertausende gehen.

„Die Gemeinde steht zu 100 Prozent hinter der Feuerwehr“, sagt Kommandant Michael Seim. Das sei aber auch zwingend nötig: Wenn man im Ehrenamt viele Stunden investiere, dann mache das keinen Spaß, wenn einem die Verwaltung Steine in den Weg lege.