Winterbach

Fragen und Antworten zum Baugebiet "Riedwiesen" in Winterbach: Wer die Bauplätze kaufen kann - und wann

Winterbach Luftbild Baugebiet Riedwiesen
Hier am östlichen Ortsrand von Winterbach sollen Häuser und Wohnungen entstehen. © Gabriel Habermann

Nach dem Bericht unserer Zeitung über die Winterbacher Pläne für ein großes neues Wohngebiet am westlichen Ortsrand sind bei manchen Lesern weitergehende Fragen zu dem Baugebiet aufgekommen. Für Irritationen hat gesorgt, dass in dem Artikel von Wohnraum für Neubürger die Rede war. Tatsächlich ist es das Ziel der Gemeinde, vorrangig Menschen, die schon Winterbacher Bürger sind, aber einen Bauplatz oder eine größere Wohnung suchen, im Gebiet „Riedwiesen“ etwas zu bieten. Warum sich trotzdem Wohnungs- und Bauplatzsuchende von außerhalb Hoffnung machen dürfen, diese und weitere wichtige Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

Was sind derzeit die genauen Pläne für das Baugebiet „Riedwiesen“?

Im Moment liegt lediglich ein Grobentwurf für das Baugebiet vor. Er skizziert allerdings schon, wohin die Reise gehen soll. Es sind auf den mehr als vier Hektar, die zur Verfügung stehen, Reihen- und Kettenhäuser geplant. Größere Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen werden aber den größten Teil der Fläche einnehmen. Mittendrin soll eine Kita entstehen, am südlichen Zipfel und innerhalb, im Norden des Gebiets sind Spiel- und Grünflächen eingeplant.

Hier gibt es den Grobentwurf zur Ansicht im Ratsinfoportal der Gemeinde Winterbach.

Insgesamt bis zu 244 Wohneinheiten sollen dem Entwurf nach möglich sein und nach Rechnung der Städteplaner bis zu 500 Menschen Wohnraum bieten. Die Zahl von bis zu 560 Menschen, die dort wohnen können sollen, die in unserem vorherigen Artikel genannt war, schloss schon ein nördlich noch geplantes Mischgebiet ein, das allerdings nicht im gleichen Zug wie das eigentliche Wohngebiet entwickelt werden soll. Festnageln auf genaue Zahlen sollte die Gemeinde niemand, betont Bürgermeister Sven Müller. „500 - das ist über den Daumen gepeilt.“ Man wisse nicht, ob nachher in jedes Haus und jede Mehrzimmerwohnung eine Familie mit Kindern einzieht, Paare ohne Kinder oder Einzelpersonen.

Wann kommen Bauplätze und Wohnungen auf den Markt?

Der Winterbacher Bauamtsleiter Rainer Blessing rechnet mit einer Erschließung des Baugebiets nicht vor Frühjahr 2022. Bis dahin müssen noch die Umlegungsverhandlungen mit den Grundstücksbesitzern in den Riedwiesen geführt werden und das langwierige Bebauungsplanverfahren muss laufen. Vor Frühjahr oder Mitte 2022 werden deswegen wahrscheinlich auch keine Bauplätze, Häuser oder Wohnungen auf den Markt kommen.

Zu welchen Preisen gibt es Bauland oder Wohnungen?

Darüber lässt sich noch keine zuverlässige Aussage treffen. Ein guter Teil der Grundstücke und Wohnungen wird wohl auf den freien Markt kommen und zu marktüblichen Preisen angeboten werden. „Wir wissen jetzt noch nicht, wie viele Bauplätze die Gemeinde bekommt“, sagt Sven Müller. Nur ein Teil der Grundstücke in den Riedwiesen ist bisher im Besitz der Kommune. Eine wichtige Grundlage für alles Weitere sind deswegen die Umlegungsverhandlungen, das heißt, die Gespräche der Gemeinde mit den anderen Grundstücksbesitzern. Dabei werden aus den bisherigen Wiesengrundstücken Bauplätze arrondiert, und es wird ausgehandelt, welchen Preis die Gemeinde zahlt, um Land abzukaufen, oder, falls ein Eigentümer selbst einen Bauplatz will, welchen er zu welchen Bedingungen bekommt. Für die größeren Bauplätze mit Mehrfamilienhäusern geht Bürgermeister Müller davon aus, dass sie von größeren Investoren und Bauträgern entwickelt werden.

Die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde darauf, zu welchen Bedingungen Wohnungen auf den Markt kommen, sind begrenzt. Einen Hebel will sich Winterbach aber sichern. Der Gemeinderat hat für die Mehrfamilienhaus-Grundstücke eine Quote von 20 Prozent für den „sozialen Wohnungsbau“ festgeschrieben. Das heißt: 20 Prozent der Wohnungen müssen staatlich gefördert sein und günstiger als zum üblichen Mietspiegel angeboten werden. Das sei jetzt das erklärte politische Ziel, sagt Sven Müller. „Wie das in der Realität abgebildet werden kann, das wird sich zeigen.“

Bezahlbar? Was ist mit „sozialem Wohnungsbau“ gemeint?

Wenn vom „sozialen Wohnungsbau“ oder „Sozialwohnungen“ die Rede ist, dann haben immer noch viele Menschen eine falsche Vorstellung davon, was sich darunter verbirgt. Der Begriff klingt ein bisschen nach Obdachlosenunterkunft. Ganz praktisch bedeutet er aber nur, dass der Bau dieser Wohnungen nach bestimmten Kriterien staatlich gefördert wird. Und dann haben Menschen mit einem sogenannten Wohnberechtigungsschein, den die Landratsämter ausstellen, Anspruch auf so eine Wohnung. Diesen Schein bekommen nun nicht nur Menschen, die irgendwo am Existenzminimum leben. Die Einkommmensgrenzen seien so hoch, sagt Bürgermeister Sven Müller, dass sie auf mehr als die Hälfte aller Haushalte in Deutschland zuträfen.

Kommen beim Kauf bevorzugt Winterbacher zum Zug?

Nein. Die Bauplätze und Wohnungen, die auf dem freien Markt landen, kann natürlich jeder kaufen. Einen Teil der Bauplätze wird sich jedoch auch die Gemeinde Winterbach sichern. Und die hat wie die meisten Kommunen klare Vergabe-Richtlinien. Dabei gibt es für die Interessenten Pluspunkte, wenn sie zum Beispiel schon in Winterbach wohnen, in Winterbach arbeiten, dort ehrenamtlich aktiv sind oder wenn sie Kinder haben.

Eine Warteliste führt die Gemeinde nicht, das heißt, es bringt nichts, jetzt schon sein Interesse anzumelden. Bewerben kann man sich, sobald Bauplätze öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben werden. Das beschließt der Gemeinderat, so dass normalerweise auch unsere Zeitung darüber berichtet, es wird im Winterbacher Mitteilungsblatt kundgetan und die Bauplätze sind dann auf www.winterbach.de zu finden. Derzeit hat die Gemeinde Winterbach keine Bauplätze im Angebot.

Nach dem Bericht unserer Zeitung über die Winterbacher Pläne für ein großes neues Wohngebiet am westlichen Ortsrand sind bei manchen Lesern weitergehende Fragen zu dem Baugebiet aufgekommen. Für Irritationen hat gesorgt, dass in dem Artikel von Wohnraum für Neubürger die Rede war. Tatsächlich ist es das Ziel der Gemeinde, vorrangig Menschen, die schon Winterbacher Bürger sind, aber einen Bauplatz oder eine größere Wohnung suchen, im Gebiet „Riedwiesen“ etwas zu bieten. Warum sich trotzdem

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