Winterbach

Großes Konzert: Warum die Trachtenkapelle Winterbach keine Nachwuchssorgen hat

Musikverein
Die Trachtenkapelle bei der Probe. © ALEXANDRA PALMIZI

Mitgliederschwund, Nachwuchsprobleme, Unlust der Jugend aufs Ehrenamt – das sind Probleme, über die fast alle Vereine, ob im Sport, in der Musik oder in anderen Bereichen klagen. Nicht so der Musikverein Trachtenkapelle Winterbach. 72 Musikerinnen und Musiker werden an diesem Samstag, 21. Januar, in der Salierhalle zusammenspielen – und das mit einem großen Anteil sehr junger Menschen. Dazu kommt noch die Jugendkapelle mit 36 Mitgliedern mit einem eigenen Programmblock. Der Vorsitzende Thomas Kreisl sieht einen „positiven Trend, trotz der schwierigen Zeit, die wir durchlebt haben“.

Mit der schwierigen Zeit meint Kreisl natürlich die Corona-Pandemie und die Problematik, dass Zusammenkünfte und Musikproben zeitweise gar nicht oder nur unter komplizierten Bedingungen stattfinden konnten. Entgegen allen Trends und Erwartungen hat der Musikverein Trachtenkapelle Winterbach trotzdem die Zahl seiner aktiven Mitglieder gesteigert. „Wir hatten eine Steigerung dadurch, dass wir einige Mitglieder aus der Jugendkapelle hochgenommen haben“, sagt Thomas Kreisl.

"Versucht, die Gemeinschaft aufrechtzuerhalten

Wie haben sie das im Verein hinbekommen? „Wir haben während der ganzen Coronazeit versucht, die Truppe und die Gemeinschaft aufrechtzuerhalten“, sagt der Vorsitzende. Wann es nur irgendwie ging, hätten sie sich getroffen und geprobt. In den beiden Sommermonaten fanden die Proben zum Beispiel auch im Freien statt, teilweise in der Salierhalle, wo die Musikerinnen und Musiker mit großen Abständen saßen.

Das sei alles natürlich keine Probenarbeit gewesen, wie man sie jetzt wieder im Musikerheim machen könne, sagt Thomas Kreisl. Es sei vor allem darum gegangen, den Kontakt nicht zu verlieren. „Das war immer unser Credo, dass wir gesagt haben, die Gemeinschaft verfällt, wenn man sich gar nicht mehr sieht.“

Speziell die Jugendarbeit ist für Kreisl das „Steckenpferd“ des Vereins. „Wir können uns, denke ich, auf die Fahne schreiben, dass wir eine sehr gute Jugendarbeit haben“, sagt er. Das Konzept mit der eigenen Musikschule, in der die Kinder von der musikalischen Früherziehung angefangen an ein Instrument herangeführt werden, gehe auf. Jetzt bei der Winterunterhaltung gebe es am Samstag einige Ehrungen für eine zehnjährige aktive Tätigkeit im Verein für 13-, 14-, 15-jährige Mitglieder, die also im Kindergartenalter in einem der Angebote des Vereins begonnen haben. „Da sieht man, dass die Arbeit Früchte trägt.“

„Eine kommunikative Truppe“

Die Mischung und Bandbreite in der Trachtenkapelle decke eine große Altersspanne ab, sagt Thomas Kreisl. 83 sei das älteste Mitglied. Das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt harmoniere gut. Überhaupt, meint der Vorsitzende, die Stimmung im Verein sei top. „Wir sind einfach eine sehr gute, kommunikative Truppe.“ Klar, gerade in den vergangenen Jahren mit der schwierigen Situation während der Pandemie gebe es schon mal Streit oder Kritik, über die man reden müsse. „Wir haben den gemeinsamen Weg aber nie verloren.“

Die Vereinsführung ist auch sehr jung: Thomas Kreisl ist mit 40 Jahren der Älteste im Vorstand und ist mit einigen anderen auch schon ein paar Jahre im Amt. Es gebe auch viele Jugendliche im Verein, die man mit Aufgaben betrauen könne. Kreisl spricht von einer „goldenen Generation“ und meint: „Es gibt wenige, die sagen, ich hab da keine Lust drauf. Im Gegenteil. Das zeichnet uns aus, dass man außerhalb des Musikalischen gemeinsam etwas erarbeitet.“

Voller Einsatz vieler Vereinsmitglieder ist auch für die Winterunterhaltung an diesem Samstag nötig. Die Trachtenkapelle stemmt die Großveranstaltung komplett selbst. Schon freitagvormittags geht dafür der Aufbau in der Salierhalle los. Die Verpflegung der Gäste ist selbst gemacht und gekocht. Die Arbeit ende dann erst am Sonntagmorgen um 5 oder 6 Uhr, wenn man die Halle aufgeräumt wieder verlasse, sagt Thomas Kreisl. Zum Abschluss, so erzählt er, träfen sich dann ein paar Nimmermüde noch zu einem Absacker oder zum Frühstück im Vereinsheim.

Mitgliederschwund, Nachwuchsprobleme, Unlust der Jugend aufs Ehrenamt – das sind Probleme, über die fast alle Vereine, ob im Sport, in der Musik oder in anderen Bereichen klagen. Nicht so der Musikverein Trachtenkapelle Winterbach. 72 Musikerinnen und Musiker werden an diesem Samstag, 21. Januar, in der Salierhalle zusammenspielen – und das mit einem großen Anteil sehr junger Menschen. Dazu kommt noch die Jugendkapelle mit 36 Mitgliedern mit einem eigenen Programmblock. Der Vorsitzende

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