Winterbach

Nach 14 Jahren vergibt Winterbach erstmals wieder zwei Umweltpreise

Umweltpreis
Eugen Hetzinger (links) und Ulrich Pröschild (rechts) erhielten von Bürgermeister Sven Müller den Umweltpreis, der verbunden war mit einem Scheck über je 500 Euro. © Gemeinde Winterbach

Dass die Winterbacher Bürgermeister regelmäßig Bürgermedaillen an verdiente Winterbacherinnen und Winterbacher verleihen, ist im Ort gute Tradition. Den Umweltpreis hat die Gemeinde allerdings seit 2008 nicht mehr vergeben. In diesem Jahr würdigte Rathauschef Sven Müller bei einem Ehrungsabend durch den mit 1000 Euro dotierten Preis unter anderem das Engagement für den Erhalt der Streuobstwiesen und den Kampf gegen Misteln sowie die Schaffung von Blühstreifen im Ort. Außerdem erhielten zwei Winterbacherinnen und drei Winterbacher die Bürgermedaille.

Der Umweltpreis wurde in der Vergangenheit zwar ausgeschrieben, aber dann mangels geeigneter Bewerbungen ausgesetzt, erklärt Bürgermeister Sven Müller auf Nachfrage. Nun sei bei den Beratungen zur Bürgermedaille der Impuls für zwei Kandidaten gekommen, daher habe man entschieden, den Preis wieder zu verleihen.

Dazu beigetragen, Winterbach „lebens- und liebenswert“ zu machen

Was alle bei dem Ehrungsabend am Dienstag ausgezeichneten Menschen ausmacht, ist für Sven Müller - so führte er in seiner Rede aus - „hoher bürgerschaftlicher Gemeinschaftssinn, enormer ehrenamtlicher, teilweise über Jahre und Jahrzehnte hinweg erbrachter Einsatz, Liebe zur Heimat, Nächstenliebe sowie auch Ausdauer und Durchhaltevermögen“. Sie hätten „bedeutend dazu beitragen“, dass Winterbach „lebens- und liebenswert ist“.

Ulrich Pröschild zum Beispiel, der den Umweltpreis erhielt, hat mit dafür gesorgt, dass zur Remstal-Gartenschau 2019 Blühstreifen in Winterbach entstanden, die bis heute erhalten und gepflegt werden. Für Sven Müller sind diese ein „wichtiger Beitrag zur Förderung und zum Erhalt unserer Artenvielfalt“. Ulrich Pröschild hält außerdem Schafe, die auf Streuobstwiesen weiden. Dadurch konnten laut Müller bereits viele verwilderte Grundstücke wieder nutzbar gemacht und in ihrer ökologischen Funktion erhalten werden.

Die Streuobstwiesen sind auch das Feld für das Engagement von Eugen Hetzinger , der ebenfalls den Umweltpreis erhielt. Er ist seit Jahrzehnten im Obstbauring Winterbach-Rohrbronn aktiv, seit 2018 ist er Vorsitzender des Vereins. Ein wichtiger Baustein zum Erhalt der Streuobstwiesen sei dabei das Projekt der Biozertifizierung, so der Bürgermeister. Dieses animiere Stücklesbesitzer, die Bäume regelmäßig zu pflegen und das Obst im Herbst aufzulesen, weil es für Bio-Obst einen höheren Preis gibt. Als weiteres Beispiel für Hetzingers Engagement nannte Sven Müller den Kampf gegen den Mistelbefall, der bei unkontrollierter Ausbreitung Bäume absterben lässt.

Nachhaltigkeit und Müllvermeidung

Neben den Umweltpreisen vergab die Gemeinde fünf Bürgermedaillen. Auch hier spielt bei einigen das Engagement für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz eine große Rolle. So wie bei Barbara Berger . Sie ist seit den Anfängen in der Lokalen Agenda aktiv, zuletzt engagierte sie sich besonders in der Steuerungsgruppe „Faire Gemeinde“. Das Thema „Müllvermeidung“ liege ihr außerdem am Herzen, so Sven Müller. Berger leiste „erfolgreiche Präventions- und Überzeugungsarbeit bei den örtlichen Händlern“, damit „Plastik vermieden und Verpackungsmüll generell zurückgefahren werden kann“.

Außerdem engagiert sich Barbara Berger für das Internationale Fest, den Neubürgertreff sowie die Lesepatenschaften in den Winterbacher Kindergärten. 2006 hat sie das internationale Sprachcafé mit ins Leben gerufen.

Familien nach dem rassistischen Brandanschlag begleitet

Auch Oda Ferber ist seit langer Zeit in der Lokalen Agenda aktiv und organisiert zum Beispiel das Internationale Fest. Nach dem rassistischen Brandanschlag auf eine Gartenhütte von Winterbachern mit Migrationshintergrund habe sie die betroffenen Familien „persönlich in dieser schweren Zeit intensiv begleitet und wenige Tage danach eine Kundgebung organisiert“, so Bürgermeister Sven Müller. Als Künstlerin ist Oda Ferber ebenfalls ehrenamtlich tätig, sei es gemeinsam mit Jutta Hesse mit geflüchteten Kindern oder auch mit ihrer Malgruppe in Manolzweiler. Aktuell gibt sie Deutschunterricht in der Flüchtlingsunterkunft in der Fabrikstraße.

Seit 41 Jahren ist Harry Hasert im DRK-Ortsverein in Winterbach aktiv. Seit 2015 ist er Bereitschaftsleiter. Begegnen kann man ihm bei praktisch allen größeren Veranstaltungen in Winterbach, wo das DRK die Bereitschaft übernimmt, um bei kleineren und größeren medizinischen Notfällen zu helfen. Er ist außerdem mit den DRK-Kolleginnen und -Kollegen bei Einsätzen der Feuerwehr dabei. Und er ist verantwortlich für die Blutspendeaktionen. Bürgermeister Sven Müller sagte über Hasert, er sei beim DRK „praktisch unersetzlich“: „Solche Menschen wie dich, lieber Harry, die anpacken, zuverlässig sind und sich selbstlos in den Dienst der Gemeinschaft stellen, brauchen wir mehr denn je.“

"Saubere und scherbenfreie Sitzmöglichkeit"

Manfred Schwarzmaier erhielt die Bürgermedaille für seine Tätigkeit in verschiedenen Vereinen, insbesondere beim Heimatverein, in dem er in diesem Jahr zum Ehrenmitglied ernannt wurde. „Sie bringen ein ordentliches Päckchen an handwerklichem Geschick mit, sei es beim Mauern, Verputzen oder Reparieren, um nur ein paar Beispiele zu nennen“, so Bürgermeister Müller. Das kommt nicht nur dem Dorf- und Heimatmuseum zugute. Schwarzmaier betreut auch die Sitzgruppe des Gemeindewengerts am Hungerberg, die laut Sven Müller „oftmals für Partys genutzt und im Anschluss nicht selten vermüllt zurückgelassen wird“. „Dank Ihrer Unterstützung dürfen sich auch nachfolgende Besucher an einer sauberen und scherbenfreien Sitzmöglichkeit erfreuen.“

Thomas Weis hat mit dem Förderverein für erneuerbare Energien (Feewi) Pionierarbeit beim Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere bei der Nutzung der Sonnenenergie geleistet. Im Speziellen kümmert er sich mit um die Bürgersolaranlagen, macht ehrenamtlich die Geschäftsführung sowie die Betreuung der über hundert Gesellschafter. Ganz aktuell plant Weis laut Sven Müller mit dem Feewi Infoveranstaltungen zur Biokohle sowie einen Vortrag zur Klimakrise mit dem Experten Sven Plöger am 14. November. Außerdem werbe er für eine neue Photovoltaik-Initiative.

75-mal Blut gespendet

Außerdem wurden beim Ehrungsabend der Gemeinde noch die fleißigsten und beständigsten Blutspender geehrt. Die Bedeutung des Themas Blutspenden machte Bürgermeister Sven Müller so deutlich: „Pro Tag werden in Deutschland rund 15.000 Blutspenden zur Behandlung der Patientinnen und Patienten in deutschen Kliniken benötigt. Neben Unfallopfern und Patienten mit Organtransplantationen sind vor allem Krebspatienten auf Blutpräparate angewiesen.“

In Deutschland brauche jeder Dritte mindestens einmal im Leben das gespendete Blut seiner Mitmenschen, so Müller. Blutspenderinnen und Blutspender seien „ganz besondere Menschen, denn Sie übernehmen mit ihrer Blutspende gesellschaftliches Engagement, übernehmen Verantwortung und schenken Leben“.

Jetzt hat die Gemeinde einige Menschen geehrt, die besonders oft Blut gespendet haben. Für zehnmal Spenden: Rodika Häcker-Christian, Bernd Griesinger, Felix Brücher und Andreas Hudelmaier. Für unglaubliche 75 Blutspenden: Brunhilde Schwarz und Klaus-Dieter Völzke.

Dass die Winterbacher Bürgermeister regelmäßig Bürgermedaillen an verdiente Winterbacherinnen und Winterbacher verleihen, ist im Ort gute Tradition. Den Umweltpreis hat die Gemeinde allerdings seit 2008 nicht mehr vergeben. In diesem Jahr würdigte Rathauschef Sven Müller bei einem Ehrungsabend durch den mit 1000 Euro dotierten Preis unter anderem das Engagement für den Erhalt der Streuobstwiesen und den Kampf gegen Misteln sowie die Schaffung von Blühstreifen im Ort. Außerdem erhielten zwei

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