Winterbach

Rote Linien an der Rems: Schilder werben für mehr Respekt und Rücksicht gegenüber der Natur

Remsschilder
Natur genießen, aber bitte in respektvollem Abstand: An diesem Zugang zum Flussufer nahe Winterbach steht eines der neuen Schilder. © Gabriel Habermann

Richtig schön sind sie nicht, eher zweckmäßig. Und mit einer klaren Botschaft: Das Regierungspräsidium Stuttgart hat am Freitag neue Schilder an der Rems aufstellen lassen, die bildlich und buchstäblich rote Linien ziehen. Damit appelliert das RP an die Vernunft der Menschen, auf die Natur am Fluss zu achten und bestimmte Grenzen zu respektieren.

An dem auf 1,1 Kilometern renaturierten Rems-Abschnitt war viel los. Viele Menschen nutzten im Frühjahr und Sommer die neu geschaffenen Kiesstrände und Flachwasserzonen in der Pandemie-Zeit als Naherholungsgebiet. Naturschützer beklagten dabei jedoch, dass einige Zeitgenossen ein komplett rücksichtsloses Verhalten an den Tag legen, kreuz und quer durch eigentlich der freien Entfaltung von Pflanzen- und Tierwelt vorbehaltene Bereiche trampeln, ihre Hunde leinenlos herumspringen lassen, wild campen und Müll in der Landschaft verteilen. Die Schilder, die jetzt aufgestellt wurden, sind die Reaktion auf diese erschreckende Bestandsaufnahme.

„Damit der neue Lebensraum nicht unter unsrem Vergnügen leidet“

„Hier wird gelebt, gebrütet und gelaicht. Genießen Sie diesen schönen Ort – aber mit Rücksicht und Respekt“, so die Botschaft des Regierungspräsidiums auf den Schildern. „Damit der neue Lebensraum nicht unter unserem Vergnügen leidet, halten Sie sich bitte ausschließlich in den ausgewiesenen Bereichen auf.“ Drei Tiere, die an der Rems ihr Zuhause haben, sind beispielhaft abgebildet: Eisvogel, Wasserfrosch und Barbe. In einer Pressemitteilung schreibt das RP zudem: „Als eines der größten ökologischen Projekte im Regierungsbezirk Stuttgart der vergangenen zwei Jahre wurde die Rems im Jahre 2018 auf einer Länge von 1,1 Kilometern ökologisch umgestaltet.“ Fische, Vögel, Insekten und Pflanzen hätten dadurch neuen Lebensraum gefunden: „Nicht nur das Wasser stellt einen wichtigen Lebensraum dar, auch die Kiesflächen, Schilfzonen, Steilwände sind für die Natur von großer Bedeutung.“

Für die Menschen, erklärt das RP, seien zwei Zugangsbereiche geschaffen worden, am oberen und unteren Ende der Maßnahme, einer bei der Hebsacker Brücke in Richtung Remshalden, einer nahe des Winterbacher Ortsrands. Diese Zugänge sind jetzt durch die neuen Schilder markiert. Darauf sind auf Bildern mit roten Linien die Bereiche klar gekennzeichnet, die dafür vorgesehen sind, dass sich Menschen dort aufhalten. Auf künstlich errichtete Barrieren hat das RP offenbar vorerst größtenteils verzichtet, lediglich an einer Stelle ist noch ein dickes, gespanntes Seil zu sehen, das den Zugang zu einer Uferböschung erschweren soll. Ansonsten muss jeder, der sich an der Rems bewegt, die roten Linien mitdenken, die auf den Schildern dargestellt sind. Teilweise helfen zur Orientierung große Steinblöcke, die an den Grenzen aufgereiht sind. Das RP setzt an anderen Stellen auch darauf, dass Büsche und Sträucher irgendwann so dicht wachsen, dass gar niemand mehr durchkommt.

Es kommt aber also weiterhin vor allem auf die Eigenverantwortung aller Menschen an.„Ihre Unterstützung ist gefragt“, schreibt das RP in seiner Pressemitteilung. „Lagerfeuer sind nicht gestattet. Nutzen Sie ausschließlich die speziell dafür eingerichtete Grillstelle.“ Und: „Indem Besucherinnen und Besucher die Natur respektieren und sich an die Regeln halten, kann sich die Rems in eine natürliche Flusslandschaft verwandeln, in der man Tiere und Pflanzen findet, die es dort lange nicht mehr gab. Bitte tragen Sie dazu Ihren Teil bei.“

Richtig schön sind sie nicht, eher zweckmäßig. Und mit einer klaren Botschaft: Das Regierungspräsidium Stuttgart hat am Freitag neue Schilder an der Rems aufstellen lassen, die bildlich und buchstäblich rote Linien ziehen. Damit appelliert das RP an die Vernunft der Menschen, auf die Natur am Fluss zu achten und bestimmte Grenzen zu respektieren.

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An dem auf 1,1 Kilometern renaturierten Rems-Abschnitt war viel los. Viele Menschen nutzten im Frühjahr und Sommer die neu

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