Winterbach

Wiederaufbau nach Feuer im Vereinsheim

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Werner Krieg, der Zweite Vorsitzende des Winterbacher Tennisclubs, vor dem Vereinsheim: Das Gerüst steht bereits und wartet auf die Handwerker, die den größtenteils zerstörten Dachstuhl neu machen werden. © Palmizi / ZVW
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Tennis-Brand
Komplett entkernt: So sieht es derzeit im brandgeschädigten Clubhaus des TC-RW Winterbach aus. © ALEXANDRA PALMIZI

Winterbach. Etwas mehr als vier Monate nach dem verheerenden Brand seines Vereinsheims hat der TC-RW Winterbach die Weichen für den Wiederaufbau gestellt. Dieser kostet insgesamt 550 000 Euro, wovon der Verein 55 000 Euro selbst tragen muss. Mit dabei sind einige Sicherheitsvorkehrungen – denn der Brandstifter ist immer noch nicht gefunden.

Beim Tennisclub haben sie wenig Hoffnung, dass die Polizei dem Brandstifter noch auf die Schliche kommt. „Es sieht nicht so aus, dass der noch ermittelt werden kann“, sagt Werner Krieg, der Zweite Vorsitzende des Vereins. „So wie das bisher abgelaufen ist, habe ich da überhaupt keine Hoffnung. Einen konkreten, belastbaren Verdacht gibt es weiterhin weder auf Seiten der Polizei noch im Club. „Das Schlimme ist, dass die Gerüchteküchen furchtbar arbeiten“, sagt Krieg. „Aber es gibt absolut nichts Konkretes.“

„War’s das jetzt nach zwei Brandanschlägen?“

Für den Tennisclub ist die Ungewissheit mit einem unguten Gefühl verbunden. Die brennende Frage ist auch für Werner Krieg: „War’s das jetzt nach zwei Brandanschlägen oder geht es womöglich noch weiter?“ In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai dieses Jahres gab es den ersten Versuch, das Vereinsheim auf dem Sterrenberg anzuzünden, der nicht erfolgreich war. Anders am späten Abend des 2. Juni, als das Gebäude in Flammen aufging und zu großen Teilen verwüstet wurde. Die Polizei geht von einem Tatzusammenhang aus.

Der Tennisclub trägt beim Wiederaufbau des Vereinsheims nun auch der Ungewissheit Rechnung. Neben üblichen Brandschutzmaßnahmen wie Rauchmeldern werden auch Überwachungskameras eingebaut. „Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl“, sagt Werner Krieg.

Die Baugenehmigung ist da

Die Baugenehmigung für den Wiederaufbau hat der Verein. Die Vorarbeiten haben schon stattgefunden: Das zerstörte Innere des Vereinsheims ist bereits komplett entkernt, nur noch die rohen Wände stehen da. Außen sind die drei Gebäudeteile bereits eingerüstet. Der TC-RW hat einen örtlichen Zimmerer mit dem Neuaufbau der Dächer beauftragt. Wegen Lieferschwierigkeiten könne dieser später anfangen als geplant, sagt Werner Krieg. „Wir hoffen, dass wir bei gutem Wetter noch die neuen Dächer draufbekommen.“

Vergangene Woche hat der Gemeinderat auch einem Zuschussantrag zugestimmt, das heißt, der TC-RW bekommt Geld von der Gemeinde zur Unterstützung. Rund 16 000 Euro hat der Gemeinderat auf Basis der Vereinsförderrichtlinien bewilligt, ging dabei aber noch vom Doppelten der Summe aus, die der Verein nun tatsächlich selbst aufbringen muss.

Stand jetzt sieht es so aus: Die Versicherung übernimmt zwar einen Großteil der geplanten Baukosten von 550 000 Euro, aber zehn Prozent, also 55 000 Euro, bleiben beim Verein hängen. „Das ist für uns bitter“, sagt Werner Krieg. Die Versicherung erstatte nur den Zeitwert. Der Eigenanteil übersteige deutlich die Rücklagen des TC, die zu einem Großteil erst kürzlich aufgebraucht wurden, um einen der Tennisplätze zu richten. Deswegen hofft der Verein, dass er noch weitere Unterstützung bei der Finanzierung bekommt. Den hinteren Teil des Vereinsheims werde man dann in Eigenregie streichen, weil die Versicherung das nicht zahle.

Spätestens bis Ende April soll der Wiederaufbau abgeschlossen sein

Wann das Vereinsheim wieder normal nutzbar sein wird, ist derzeit schwer vorhersehbar. Da sich die Sache mit dem Dach verschiebe, müsse auch der Innenausbau warten, sagt Werner Krieg. Und die Handwerker seien „gut ausgebucht“. Spätestens bis Ende April 2019, wenn die Verbandsspiele beginnen, soll der Wiederaufbau abgeschlossen sein – mindestens der Dusch- und Umkleidetrakt müsse dann zur Verfügung stehen, sonst könne man keine Verbandsspiele auf der eigenen Anlage abhalten, so Krieg.

Auf Hilfe anderer Vereine angewiesen

Für die diesjährigen Verbandsspiele musste der Tennisclub die Hilfe anderer Vereine in Anspruch nehmen und die Partien auf deren Anlagen austragen. Die Vereinsmitglieder selbst konnten auf den Winterbacher Plätzen spielen und trainieren. Die Gemeinde hat dem TC-RW zwei Lauben zur Verfügung gestellt, die normalerweise beim Brunnenfest zum Einsatz kommen, die als Umkleide beziehungsweise Treffpunkt dienen. Dazu stehen Dixi-Klos an den Plätzen.

Auch die „Trattoria a modo mio“, das italienische Restaurant im Vereinsheim, soll laut Werner Krieg nach dem Wiederaufbau wieder zurückkommen. Die Wirtsleute hatten den Brand am 2. Juni entdeckt und die Feuerwehr alarmiert, sie waren noch im Restaurant, als er ausbrach. „Der Pachtvertrag läuft weiter“, sagt Werner Krieg. „Die Pächter wollen im Frühjahr wieder mit eröffnen.“


Spender gesucht

Die 55 000 Euro, die der TC-RW Winterbach für den Wiederaufbau des Clubhauses voraussichtlich selbst aufbringen muss, überfordern die Vereinskasse. „Da hoffen wir auch noch auf Spenden und Unterstützung“, sagt der Zweite Vorsitzende Werner Krieg.

Der Verein hat dafür ein Konto bei der Winterbacher Bank unter der IBAN DE97 6006 9462 0011 7560 39 eingerichtet. Spender können eine Spendenbescheinigung bekommen.