Winterbach

Wird der Radschnellweg zur Gefahr? Hunde-Besitzer in Winterbach haben Bedenken

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Radweg am Gelände des Vereins der Hundefreunde in Winterbach. Vereinsvorsitzender Marc Lenz sagt: Gefährliche Situationen gebe es dort schon jetzt immer wieder. © Gabriel Habermann

Noch bis Sonntag, 28. August, können Bürgerinnen und Bürger sich in die Planung für den Radschnellweg zwischen Fellbach und Schorndorf einbringen und dem Landratsamt ihre Gedanken und möglichen Bedenken dazu mitteilen. Der Vorsitzende des Vereins der Hundefreunde Winterbach, Marc Lenz, hat das schon getan. Der Verein befürchtet gefährliche Situationen zwischen Hunden und Radlern, wenn die Radweg-Trasse wie geplant direkt am Vereinsgelände entlangführt. Marc Lenz schlägt deswegen eine alternative Route vor, die nördlich statt südlich der Rems verlaufen würde.

Gemeinderat hat sich auf eine Route festgelegt

Der Radschnellweg im Remstal wird parallel zur B 29 eine Art Bundesstraße für Radfahrer, die darauf ohne viele Hindernisse zügig vorankommen sollen. Der Winterbacher Gemeinderat hat sich im November 2020 auf eine Route festgelegt, auf der der Weg auf Winterbacher Gemarkung verlaufen soll. Von Remshalden kommend würde der Radschnellweg südlich der Rems verlaufen und dann auf der Remsstraße in den Ort führen. Über den Kreisverkehr sollen die Radler die Bachstraße, also die Ortsdurchfahrt, queren, um über Mühlstraße, Heinrichstraße und Langen Weg auf die Verbindung in Richtung Schorndorf zu kommen.

Thema war in der Diskussion im Gemeinderat vor allem der innerörtliche Verlauf, über dessen sinnvolle Führung sich die Räte nicht komplett einig waren. Die CDU hätte eine Route nördlich der Rems bevorzugt, aber dabei spielten andere Überlegungen als die Situation beim Gelände der Hundefreunde eine Rolle.

Der Vorsitzende Marc Lenz ist sicher: Wenn der Radschnellweg direkt am Vereinsgelände vorbeigeführt wird, dann kommt es zu Unfällen. „Bei uns ist das heute schon gefährlich“, sagt er. Bei der Renaturierung der Rems in diesem Bereich sei der Radweg näher an das Areal verlegt worden und verlaufe nun direkt an den Parkplätzen entlang, wo die Hunde aus den Autos ein- und aussteigen.

Die Strecke sei jetzt schon stark frequentiert. Es seien Sport- und Freizeitradler unterwegs, Familien mit Kindern, Inlineskater, auch viele Fußgänger. Und die Fußgänger blieben auch immer wieder stehen auf dem Weg, um sich die Rems-Renaturierung anzuschauen oder dem Hundetraining auf dem Übungsplatz des Vereins zu folgen. „Da kommt es regelmäßig zu Theater mit Fahrradfahrern“, sagt Marc Lenz.

Ist überhaupt Platz für einen eigenen Radschnellweg an der Rems?

Marc Lenz fragt sich außerdem, wie der Radschnellweg aufgrund des begrenzten Platzes zwischen Remsdamm und Vereinsgelände von Hundefreunden und Kleingärtnern überhaupt umgesetzt werden soll. Laut Landratsamt ist für einen Radschnellweg mit zwei Fahrtrichtungen mindestens eine Breite von vier Metern notwendig und er soll „in der Regel von anderen Verkehrsarten getrennt“ sein. Karen Fischer, die beim Landratsamt für das Thema zuständig ist, sagte im Winterbacher Gemeinderat: Eine Trennung vom Fußweg sei dort nötig, wo ein hohes Fußgängeraufkommen bestehe. Für einen zusätzlichen, vom bisherigen Fuß- und Radweg abgetrennten Weg ist aus Sicht von Marc Lenz in besagtem Bereich aber gar kein Platz.

Beim Verein habe man sich aus diesen und weiteren Gründen über die geplante Trassenführung gewundert. „Da sind auf der jetzigen Planstrecke etliche Ecken, wo ich als Fahrradfahrer gut aufpassen muss“, meint Marc Lenz. Er fahre selbst gerne aktiv Rad, dabei nehme er aber bei Winterbach eigentlich immer den Weg am nördlichen Remsufer, weil dort viel weniger los sei.

Für ihn läge deswegen nördlich des Flusses die bessere Route für den Schnellweg. Im Ort, so sein Vorschlag, könnte er über die Fabrikstraße führen und über die Jägerstraße weiter zur Remsbrücke und zum Kreisverkehr, wo der Trassenverlauf dann wieder auf der geplanten und vom Gemeinderat favorisierten Route landen würde.

Das hat Marc Lenz so auch über das Beteiligungsportal des Landkreises für den Radschnellweg im Internet als Rückmeldung übermittelt und dazu seine Bedenken zu der bisher geplanten Route formuliert.

Das können alle Bürgerinnen und Bürger noch bis Sonntag, 28. August, unter https://rmk-rs5.de tun. RS 5 steht dabei für Radschnellweg 5, das ist die Nummerierung innerhalb Baden-Württembergs, mehrere Wege sind im Land in Planung oder fertiggestellt. Im Rems-Murr-Kreis soll neben dem RS 5 zwischen Fellbach und Schorndorf noch der RS 8 zwischen Waiblingen und Ludwigsburg kommen. Außerdem ist noch ein Weg zwischen Backnang, Winnenden und Waiblingen angedacht, der aber in der Planung noch nicht so fortgeschritten ist.

„Extrabreite, direkte und möglichst kreuzungsfreie Wege“

Auf der Internetseite des Kreises zur Bürgerbeteiligung ist auch noch mal detailliert erklärt, worum es bei den Radschnellwegen geht. Kurz zusammengefasst: „Das sind extrabreite, direkte und möglichst kreuzungsfreie Wege, auf denen Radfahrerinnen und Radfahrer jeden Alters im eigenen Tempo direkt und sicher zum Ziel kommen.“ Zwar fahre man dort nicht unbedingt schneller als auf normalen Radwegen, aber aufgrund von weniger nötigen Stopps verkürze sich die Fahrzeit. Damit sollen auch Straße und Schiene in den Hauptverkehrszeiten durch mehr radelnde Berufspendler entlastet werden.

Noch bis Sonntag, 28. August, können Bürgerinnen und Bürger sich in die Planung für den Radschnellweg zwischen Fellbach und Schorndorf einbringen und dem Landratsamt ihre Gedanken und möglichen Bedenken dazu mitteilen. Der Vorsitzende des Vereins der Hundefreunde Winterbach, Marc Lenz, hat das schon getan. Der Verein befürchtet gefährliche Situationen zwischen Hunden und Radlern, wenn die Radweg-Trasse wie geplant direkt am Vereinsgelände entlangführt. Marc Lenz schlägt deswegen eine

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