Ein Sandmandala für den Frieden
STUTTGART. Ein stilles, farbenprächtiges Ritual steht im Mittelpunkt einer besonderen Woche im Linden-Museum: Von Dienstag, 7., bis Samstag, 11. April, legen Mönche aus dem Kloster Tserkarmo in Ladakh ein Sandmandala für den Frieden. Von Dienstag bis Freitag können Besucherinnen und Besucher zwischen 10 und 17 Uhr zusehen, am Samstag von 10 bis 15 Uhr.
Sandmandalas sind im tibetischen Buddhismus heilige Kunstwerke. Korn für Korn entsteht das Bild durch präzise Handbewegungen, begleitet von Ritualen und Meditation. Das Mandala, das in Stuttgart gelegt wird, ist Avalokiteshvara, dem Bodhisattva des Mitgefühls, gewidmet. Viele buddhistische Meister, insbesondere der Dalai Lama, gelten als Verkörperungen Avalokiteshvaras.
Die öffentliche Streuung beginnt und endet jeden Tag mit einem rund 15-minütigen Gebet, der Puja. Wer das Museum während dieser Zeiten besucht, erlebt nicht nur die filigrane Kunst, sondern auch den Klang der Gebete und die konzentrierte Atmosphäre im Saal. Am letzten Tag gipfelt das Geschehen in einer besonderen Zeremonie: Um 15 Uhr feiern die Mönche ein Weltfriedensgebet und zerstören anschließend das sorgfältig geschaffene Mandala. So wird die buddhistische Vorstellung von Vergänglichkeit und Neubeginn sichtbar.
Begleitet wird die Sandmandala-Woche von einem Ferienprogramm für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren am Donnerstag, 9. April, von 14 bis 16 Uhr. Unter dem Titel "Viele Körner, ein Bild: Auf Buddhas Spuren bis zum Sandmandala" führen Ursula Hüge und Birgit Wüller durch die Ausstellungen zu Süd- und Südostasien. Die Kinder erfahren, wie Siddharta Gautama, genannt Buddha, in Indien Antworten auf grundlegende Lebensfragen fand und wie seine Lehre bis nach Tibet gelangte. Anschließend dürfen sie selbst ein Sandbild gestalten und die Gäste aus Ladakh im Museum treffen.
Die Veranstaltung "Ein Mandala für den Frieden" findet in Kooperation mit der Tibet Initiative Deutschland und dem Himalaya-Haus statt. Der Eintritt zum Sandmandala kostet 6 beziehungsweise 4 Euro und beinhaltet den Besuch der Ausstellungen. Für das Kinderferienprogramm werden 4 Euro inklusive Ausstellungseintritt erhoben.

