Kleine Kehrwoche

Gommemode, Smash & Sus

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Das "Jugendwort des Jahres" steht zur Wahl! Jetzt online abstimmen - und sich dabei total "wyld" fühlen! © Gary Cassel / Pixabay

Ein bisschen ist das für mich immer wie Weihnachten, wenn der Verlag Langenscheidt mal wieder zur öffentlichen Abstimmung über das „Jugendwort des Jahres“ aufruft. Einerseits deshalb, weil ich als Sprachwissenschaftler all das total spannend finde; andererseits, weil es stets ein wundervolles Thema für die Kolumne abgibt.

Wer sich selber noch jung fühlt und an der Kür des diesjährigen Jugendwortes mitwirken möchte, der kann jetzt und bis spätestens 13. September auf der Webseite des Verlags unter den zehn Finalisten seinen persönlichen Favoriten auswählen und auf’s Siegertreppchen hieven. Der Link: www.langenscheidt.com/jugendwort-des-jahres. Nach dieser Top-Ten-Phase kann dann bis zum 18. Oktober unter den Top 3 der Sieger bestimmt werden. Und jener wird dann am 25. Oktober verkündet.

Einige der Finalisten kennen die erfahrenen Jugendwort-Fans natürlich noch von früher. „wild wyld“ als „heftig, krass“ hat man in dieser Runde schonmal gesehen; der „Digga/Diggah“ als „Kumpel, Freund / Freundin“ ist gefühlt nie weg gewesen. Und den „Macher“ als „jemand, der/die Dinge umsetzt, ohne zu zögern“ hätte ich wohl sprachlich jetzt nicht nur bei der Jugend verortet. Sei’s drum, ich habe auch diesmal wieder was dazu gelernt.

Wüssten Sie, was ein „Gommemode“ ist? Das Wort steht für „unendlich stark, unbesiegbar“ und ist abgeleitet vom YouTuber namens GommeHD, der für seine 1,43 Millionen Abonnenten (!) unter anderem live Computerspiele zockt. Bleiben wir bei den Games: Von hier kommt auch der Begriff „Sus“, eine Abkürzung für „suspekt, verdächtig“ und adaptiert aus dem Spiel „Among Us“. Starken Einfluss auf die Jugendsprache hat wohl auch das Spiel „Smash or Pass“, den hieraus entlehnt sich der Begriff „Smash“ für „Mit jemandem etwas anfangen“.

Um Gesprächen unter Jugendlichen auch künftig inhaltlich folgen zu können, werde ich Begriffe wie „SIU (UUU)“ als „Ausruf, wenn etwas unfassbar Gutes/Cooles passiert, ebenso „slay“ für „wenn jemand selbstbewusst aussieht, selbstbewusst handelt oder etwas Spektakuläres macht oder erreicht“ sowie „bodenlos“ für „schlecht, mies, unglaublich“ ab sofort in meinen Wortschatz übernehmen. Letztes Jahr hat „cringe“ das Rennen gemacht. Mein Favorit für dieses Jahr ist „slay“. – Mal schauen, was es heuer wird, ich freu’ mich drauf!

SIU (UUU), Ihr Mathias Schwappach