Kamelfohlen in der Wilhelma geboren
STUTTGART. In der Wilhelma gibt es tierischen Nachwuchs: Am Freitag, 13. März, ist im Zoologisch-Botanischen Garten ein Trampeltierfohlen zur Welt gekommen. Revierleiter Stephan Paspalaris freut sich: "Wir freuen uns sehr über unseren Familienzuwachs bei den Trampeltieren. Da es sich um ein weibliches Fohlen handelt, stehen die Chancen gut, dass es dauerhaft bei uns in der Wilhelma bleiben kann."
Mutter des Fohlens ist die Trampeltierstute Chiara, die vor siebzehn Jahren selbst in Stuttgart geboren wurde. Sie lebt gemeinsam mit dem Vater des Jungtiers, dem zwölf Jahre alten Hengst Genghis, und der achtzehnjährigen Stute Faya auf der Anlage im Asiatischen Dorf. Erst im Frühjahr 2024 hatte Chiara ein weiteres Jungtier bekommen, das inzwischen in einem Tierpark in Nordrhein-Westfalen ein neues Zuhause gefunden hat.
Die Trampeltiere in der Wilhelma teilen sich ihren Bereich mit Yaks auf der Nachbaranlage sowie mit Vietnamesischen Hängebauchschweinen, Ayam-Cemani-Hühnern, Kaschmirziegen und Romanov-Schafen im Asiatischen Schaubauernhof. Gemeinsam zeigen sie, wie vielfältig die vom Menschen domestizierten Tierarten in Asien sind und wie stark sie seit Jahrtausenden die Lebensweise der Menschen geprägt haben.
Trampeltiere zählen zu den Altweltkamelen und wurden bereits vor rund 4.500 Jahren in den Steppen und Wüsten Zentralasiens domestiziert. Sie sind an große Temperaturschwankungen, trockene Luft und karge Vegetation angepasst und wurden als Reit- und Lasttiere zu unverzichtbaren Begleitern des Menschen, etwa auf der historischen Seidenstraße. Noch heute liefern sie Milch, Fleisch, Wolle und Leder, ihr trockener Dung dient in baumarmen Regionen als Brennmaterial.
Typisch für Trampeltiere sind ihre zwei Höcker. Kuratorin Kerstin Ludmann erklärt dazu: "Entgegen einer verbreiteten Annahme dienen die Höcker nicht als Wasserspeicher, sondern als Fettreserve." In Zeiten knapper Nahrung greifen die Tiere auf diese Energievorräte zurück. Beim neugeborenen Fohlen sind die Höcker zunächst nur als kleine Erhebungen sichtbar. Erst mit etwa drei Monaten richten sie sich deutlich auf, wenn sich die Fettspeicher durch die Muttermilch gefüllt haben.

