Rainer Bauer holt Otto Keller zurück
WINNENDEN. Schwäbischer Humor, feine Melancholie und ein Stück fast vergessener Literaturgeschichte kehren in die Alte Kelter zurück: Beim Jour Fixe am Sonntag, 3. Mai, um 17 Uhr widmet sich der Winnender Musikant und Komödiant Rainer Bauer den Liedern und Gedichten von Otto Keller.
Keller, 1875 in Stuttgart geboren und 1931 auf dem Pragfriedhof beigesetzt, war vor gut hundert Jahren ein Bestsellerautor. Er schrieb schwäbische Gedichte und Lieder, trat in Württemberg auf und sogar zwei Jahre lang in New York. Sein erstes Buch wurde, sehr zur Überraschung seines Verlegers, ein Verkaufserfolg, weitere Ausgaben folgten. Heute kennt seinen Namen nur noch ein kleines Publikum.
Genau das will Bauer ändern. Er hat sich durch Kellers Bücher gearbeitet und daraus ein Programm zusammengestellt, das einen "bunten Strauß schwäbischer Gedichte, Geschichten und Lieder" verspricht. Mit dabei ist natürlich das bekannte Lied "I wenn I Geld gnuag hett, oh dees wär schee!", in dem Keller augenzwinkernd vom Traum vom großen Geld erzählt. Später machte es der Schauspieler Willi Reichert populär, heute steht es bei Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle gelegentlich auf dem Programm – und nun auch ganz sicher in Winnenden.
Der Eintritt zu dem schwäbischen Abend im Theater Alte Kelter ist frei, Spenden in angemessener Höhe sind willkommen. Reservierungen sind nicht möglich, der Theaterraum öffnet um 16.30 Uhr. Wer sich einen Platz sichern möchte, sollte also rechtzeitig kommen.

