Stundenrufe, Nachtwächterlieder und Gottesdienst
WAIBLINGEN. „Hört ihr Leut` und lasst euch sagen" – dieser traditionelle Ruf ist am Samstag, 9. Mai, in der Waiblinger Altstadt zu hören. Dann kommen Nachtwächter, Türmer und Türmerinnen aus ganz Baden-Württemberg in die Stadt. Anlass ist die diesjährige Zunftsitzung der Baden-Württembergischen Nachtwächter- und Türmerzunft.
Die Zunft wurde 2003 im Bruchsaler Stadtteil Heidelsheim gegründet. Seither treffen sich die Mitglieder einmal im Jahr in einer anderen Gemeinde des Landes. Aktive und Fördermitglieder reisen von Neckargemünd bei Heidelberg bis an den Bodensee an, um das historische Handwerk lebendig zu halten.
In diesem Jahr hat sich die Stadt Waiblingen bereit erklärt, die Nachtwächter, Türmer und Türmerinnen einzuladen. Der Waiblinger Nachtwächter Bruno Tritsch führt schon seit vielen Jahren Rundgänge durch die Stadt durch und vermittelt den Gästen einen Einblick in die Zeit, als es noch keinen Strom gab, Nachtwächter vor Feuersbrünsten warnten und für Ruhe und Ordnung sorgten.
Am Samstag beginnt um 15 Uhr die interne Zunftsitzung, an der auch Oberbürgermeister Wolf teilnimmt. Um 18 Uhr tragen die aktiven Mitglieder für interessierte Gäste am Marktplatz bei der Skulptur „Die Taubenhäusler“ Stundenrufe vor und singen Nachtwächterlieder. Danach klingt der Abend in geselliger Runde aus.
Am Sonntag, 10. Mai, verlagert sich das Geschehen in den Stadtteil Rinnenäcker. Die Zunftmitglieder treffen sich um 9.15 Uhr vor der Martin-Luther-Kirche und nehmen ab 9.30 Uhr aktiv am Gottesdienst teil. Im Anschluss bilden die Gewandeten vor der Kirche ein Spalier und stehen auch für Fotos bereit.
Die Zunft legt großen Wert auf Authentizität. Die Aktiven sind mit Mantel, Hut, Laterne und Hellebarde unterwegs und möchten das historische Erbe ihres Berufsstandes bewahren und einem breiten Publikum nahebringen.

