VfB Stuttgart

Nächster Patzer im Aufstiegskampf: VfB nach Niederlage in Kiel unter Druck

Fußball  2.Bundesliga Holstein Kiel vs. VfB Stuttgart
Die Kieler Störche bejubeln den Heimsieg gegen den VfB Stuttgart. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat im Aufstiegsrennen der 2. Liga erneut gepatzt: Am Sonntagnachmittag kassierte der große Favorit im Auswärtsspiel bei Holstein Kiel eine schmerzhafte 2:3-Niederlage. Der VfB steht somit im Spitzenspiel gegen den HSV am Donnerstagabend (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker) mächtig unter Druck – und muss zudem auf Spielmacher Daniel Didavi verzichten, der sich in der ersten Hälfte eine Gelb-Rote Karte abholte.

So startete der VfB: Kapitän Kempf muss auf die Bank

Ohne Kapitän Marc Oliver Kempf, dafür aber mit dem ehemaligen Nationalspieler Holger Badstuber in der Startelf waren die Schwaben in die Partie im fast leeren Holstein-Stadion gegangen. Der Wechsel im Abwehrzentrum war nur eine von insgesamt vier Veränderungen im Vergleich zur Last-Minute-Pleite in Wiesbaden am vergangenen Sonntag. So durften neben Routinier Badstuber auch der 19-jährige Clinton Mola, der Ex-Kieler Atakan Karazor und Rechtsverteidiger Pascal Stenzel von Beginn an ran. Gonzalo Castro, Silas Wamangituka und Nathaniel Phillips mussten dafür zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen.

So lief Durchgang eins: Gomez vergibt, Kiel eiskalt, Didavi fliegt

Trainer Matarazzo hatte unter der Woche von seiner Mannschaft Widerstandskraft und Charakter eingefordert. Auch ein „anderes Gesicht“ wollte der Coach sehen, zunächst einmal offenbarten die Schwaben aber altbekannte Schwächen. Mario Gomez vergab die erste dicke VfB-Chance (6.) und im direkten Gegenzug jagte Emmanuel Iyoha den ersten Kieler Abschluss in die lange Ecke. 1:0 für die „Störche“ und lange Gesichter auf Seiten der Stuttgarter – vor allem bei Abwehrspieler Marcin Kaminski, der im Laufduell mit dem KSV-Torschützen ziemlich alt aussah.

Und so entwickelte sich aus Sicht des VfB eine Halbzeit zum Vergessen. Mit der frühen Führung im Rücken verlegten sich die Hausherren auf Konter. Die VfB-Offensive umspielte den Kieler Strafraum, kam aber nur zu halbgaren Abschlüssen. Kurz vor dem Pausenpfiff sah Stuttgarts Spielmacher Daniel Didavi innerhalb von drei Minuten zwei Gelbe Karten – und wurde vorzeitig zum Duschen geschickt. Eine harte, aber regelkonforme Entscheidung.

So lief Halbzeit zwei: Gonzalez trifft vom Punkt, Massimos fataler Doppelfehler

Auch in Unterzahl dominierte der VfB die Partie. Und nach einem guten Spielzug über Stenzel und Förster landete der Ball im Zentrum beim zur Pause eingewechselten Al Ghaddioui, der von KSV-Keeper Gelios rüde von den Beinen geholt wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Gonzalez sicher zum 1:1 (59.). Quasi im direkten Gegenzug bewahrte Stuttgarts Torhüter Kobel seine Mannschaft mit einem tollen Reflex vor dem erneuten Rückstand (60.). In der Folge entwickelte sich eine muntere, ausgeglichene Begegnung.

Während Kiels David Atanga den Ball aus kurzer Distanz ans Außennetz köpfte, zielte der eingewechselte Jannik Dehm besser und schoss einen Abpraller zum 2:1 ein (78.). Den Treffer eingeleitet hatte ein Ballverlust des gerade eingewechselten Roberto Massimo, der auch den dritten Kieler Treffer mit einem katastrophalen Fehlpass auflegte. Lion Lauberbach hatte leichtes Spiel (79.). Die Partie war entschieden – und der VfB-Fehlstart in die Rest-Rückrunde perfekt. Daran konnte auch der Anschlusstreffer von Silas Wamangituka nichts mehr ändern (86.).

Holstein Kiel - VfB Stuttgart 3:2 (1:0)

Kiel: Gelios - Neumann (90. Schmidt), Wahl, Thesker, van den Bergh - Meffert, Mühling, Porath (73. Dehm) - Iyoha (73. Lauberbach), Lee (90. Ignjovski), Reese (65. Atanga)

Stuttgart: Kobel – Stenzel (89. Kempf), Badstuber, Kaminski – Endo, Karazor (64. Mangala) – Mola (76. Massimo), Didavi, Förster – Gonzalez (76. Wamangituka), Gomez (46. Al Ghaddioui)

Tore: 1:0 Iyoha (7.), 1:1 Gonzalez (FE/59.), 2:1 Dehm (78.), 3:1 Lauberbach (79.), 3:2 Wamangituka (86.)

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Zuschauer: -

Gelbe Karten: Iyoha (38.), Porath (69.) / Karazor (26.)

Gelb-Rote Karte: Didavi (45.)