VfB Stuttgart

Nicolas Gonzalez glücklos, Gregor Kobel stark: Die Einzelkritiken zur 1:0-Niederlage des VfB in Wolfsburg

Fußball Bundesliga  VfL Wolfsburg vs. VfB Stuttgart
Muss in der 70. Minute frei vor VfL-Schlussmann Koen Casteels das 1:1 machen: VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez. © Pressefoto Baumann

Gesenkte Köpfe, enttäuschte Gesichter: Die VfB-Profis wussten direkt nach dem Abpfiff, dass die 1:0-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg vermeidbar gewesen wäre. Zu fahrlässig gingen die Schwaben mit ihren Chancen in der zweiten Halbzeit um, allen voran Stürmer Nicolas Gonzalez. So konnte sich das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo nicht für eine klare Leistungssteigerung nach dem Rückstand in der 50. Minute belohnen.

Wie sich die VfB-Profis geschlagen haben, erfahren Sie in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Hatte gegen die Wölfe mehr zu tun, als ihm lieb war. Blieb in der 11. Spielminute lange stehen und pariert stark gegen Gerhardt, auch gegen Weghorst war er in der 30. Minute zur Stelle. Chancenlos beim abgefälschten Freistoß durch Brekalo. Hielt ansonsten, was es zu halten gab. Note: 1,5

Pascal Stenzel: Aufmerksamer und grundsolider Auftritt des 24-Jährigen. War sicher im Passspiel (86 Prozent), aber schwache Zweikampfquote (33 Prozent). Ließ über seine rechte Seite wenig anbrennen. Note: 3

Waldemar Anton: Hatte seinen Laden lange Zeit im Griff. Verursachte in der 48. Minute aber den unnötigen Freistoß vor dem 0:1, als er zuerst das Luftduell verweigerte und dann Brekalo ins Gesicht langte. Ausbaufähige Zweikampfquote (57 Prozent), haute sich aber wie gewohnt voll rein. Note: 3,5

Marc Oliver Kempf: Starker Auftritt des Stuttgarter Kapitäns. Musste gegen Wout Weghorst Schwerstarbeit leisten, lieferte sich einige knackige Zweikämpfe mit dem bulligen VfL-Stürmer. Gewann 71 Prozent seiner Zweikämpfe und ging auch sonst als Leader voran. Note: 2


Borna Sosa:
 War gewohnt viel auf seiner linken Seite unterwegs, konnte aber offensiv zu wenig ins Spielgeschehen eingreifen. Stand defensiv stabil, gewann 100 Prozent seiner Zweikämpfe. Muss noch am Timing seiner Flanken arbeiten. Note: 2,5

Wataru Endo: Gewohnt umtriebiger Auftritt des Japaners, war in der Volkswagen Arena viel unterwegs und musste viele Zweikämpfe führen. War mit knapp elf Kilometern wieder mal der laufstärkste Stuttgarter. Konnte sich aber nicht so oft ins Angriffsspiel einschalten, sein belgischer Nebenmann stach mehr heraus. Note: 3,5

Orel Mangala: Warum der junge Belgier gegen Union fehlte, merkte man gegen Wolfsburg: Präsenter und umsichtiger Auftritt des U21-Nationalspielers, verlieh dem VfB-Zentrum mehr Zugriff. Rieb sich in einem intensiven Auswärtsspiel in vielen Zweikämpfen auf (nur 33 Prozent gewonnen) und fälschte unglücklich vor dem 1:0 ab. Note: 3

Daniel Didavi: War viel unterwegs und versuchte, das Stuttgarter Angriffsspiel anzukurbeln. Arbeitete auch gut nach hinten mit und beackerte das ganze Spielfeld. Konnte in der zweiten Halbzeit nicht mehr entscheidend ins Spielgeschehen eingreifen, seine Ecken landeten meist im Nirgendwo. Von dem Routinier kann mehr Spielwitz erwartet werden. Note: 4


Silas Wamangituka:
 Gefährlichster Stuttgarter in der ersten Hälfte. Hatte in der 24. Minute das 1:0 auf dem Fuß, als er den Ball neben den linken Torpfosten setzte. Schwach in Durchgang zwei, unterirdische Passquote (44 Prozent). Fälschte den Brekalo-Freistoß in der 50. Minute unhaltbar ab und wurde in der 60. Minute ausgewechselt. Note: 4

Tanguy Coulibaly: Machte durch technische Fehler, unnötige Fouls oder Abseitspositionen viele Stuttgarter Konter zunichte. Hatte keinen einzigen Torschuss, brachte nur acht Pässe an den Mitspieler und gewann nur 44 Prozent seiner Zweikämpfe. Note: 5

Nicolas Gonzalez: Wie schon gegen Union ein glückloser Auftritt des jungen Stürmers. Versuchte viel, ließ sich oft ins Mittelfeld fallen und ackerte bis zum Umfallen - es kam aber zu wenig dabei raus. Fiel auffallend oft im Strafraum, in der 9. Minute hätte es aber Elfmeter geben können. Muss den Ausgleich machen (70.). Wirkt aktuell so, als ob er sich zu viel mit sich selbst beschäftigt. Note: 4,5

Roberto Massimo (ab der 60. Minute für Tanguy Coulibaly): Hatte vier Minuten nach seiner Einwechslung den ersten Abschluss, Casteels konnte aber parieren. Wenn er den Ball in der 70. Minute genauer auf Gonzalez ablegt, steht es 1:1. Brachte neuen Schwung in die Partie. Note: 3

Mateo Klimowicz (ab der 60. Minute für Silas Wamangituka): Belebte das Spiel mit seiner quirligen Spielweise und steckte den Ball klasse auf Massimo durch (70.). Starker Abschluss in der Nachspielzeit, aber auch er blieb glücklos. Note: 2,5

Sasa Kalajdzic (ab der 73. Minute für Pascal Stenzel): Der schlaksige Österreicher konnte kaum ins Spielgeschehen eingreifen, hatte keine nenneswerte Aktion. Note: -

Gonzalo Castro (ab der 81. Minute für Borna Sosa): Ohne Bewertung.

Philipp Klement (ab der 81. Minute für Daniel Didavi): Ohne Bewertung.

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form