VfB Stuttgart

Quarantäne im Hotel: Wie sich die VfB-Profis auf den Re-Start des Spielbetriebs vorbereiten

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Wird bald mit einem Nasen-Mund-Schutz an der Seitenlinie stehen: VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. © ZVW/Danny Galm

Es geht also wieder los: Am Sonntag, den 17. Mai, um 13.30 Uhr werden die Profis des VfB Stuttgart nach rund zwei Monaten Pause wieder in einem Pflichtspiel auf dem Rasen stehen. Vor leeren Rängen in der Brita-Arena des SV Wehen Wiesbaden. 66 Tage nach der Unterbrechung der Saison geht es für die Matarazzo-Elf dann wieder um Punkte im Kampf um den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Seine Schützlinge konnte der Stuttgarter Cheftrainer am Donnerstag erstmals wieder in voller Mannschaftstärke auf dem Trainingsplatz an der Mercedesstraße begrüßen. Von nun an laufen auch beim VfB die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Bis auf Linksverteidiger Borna Sosa, der weiter wegen Knieproblemen kürzer treten muss, steht Pellegrino Matarrazzo der komplette Kader zur Verfügung.

Keine Voll-Quarantäne für die Profis der 1. und 2. Liga

Bevor der Ball aber wieder rollt, sollen die Mannschaften laut DFL-Hygienekonzept sieben Tage lang in „eine Quarantänemaßnahme“. Vor dem Re-Start sollen so neue Corona-Fälle verhindert werden. Die Stuttgarter werden sich deshalb ab Sonntag (10.05.) in ein Hotel einquartieren. Trainiert wird weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Clubgelände in Bad Cannstatt. Die Hygiene- und Verhaltensregeln sind extrem streng. Und nach dem verstörenden Video des suspendierten Hertha-Profis Salomon Kalou agiert die Profi-Branche "schwer unter Bewährung", wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch einmal betonte.

Eine Voll-Quarantäne für die Profis der 1. und 2. Bundesliga bis zum Saisonschluss ist nach Ansicht der DFL hingegen nicht umsetzbar. Derartige Überlegungen habe es zwar gegeben, sie seien aber wieder verworfen worden, erklärte Geschäftsführer Christian Seifert dem TV-Sender Sky: „Einfach deshalb, weil es dafür rechtlich keine Grundlage gibt, Menschen zweieinhalb Monate von ihren Familien wegzunehmen und mehr oder weniger zu kasernieren.“

Wann der Trainer seinen Nasen-Mund-Schutz abnehmen darf

Weiter gibt es ein Schreiben der DFL zum Start in den sogenannten "Sonderspielbetrieb". In dem 36-seitigen Dokument steht laut einem Bericht des kicker unter anderem, dass der Trainer seinen Nasen-Mund-Schutz zum "Rufen von Anweisungen abnehmen darf, sofern er einen Mindestabstand von 1,50 Meter von allen anderen Personen einhält." Das Tragen von Masken ist für alle Spieler und Betreuer auf der Ersatzbank verpflichtend. Zudem gilt ein Abstandsgebot, weshalb einige Clubs überlegen, die leere Haupttribüne für die Reservisten und den Team-Staff zu nutzen.

Hitzlsperger: „Es sind große Herausforderungen“

Rund um die Stadien will die DFL mit regelmäßigen Tests auf das Coronavirus sicherstellen, dass in den restlichen Spielen der-Saison bis Ende Juni keine infizierten Profis auflaufen. Sollte dennoch ein Profi oder ein Mitglied des Trainer- oder Betreuerstabs positiv getestet werden, soll lediglich der Betroffene und nicht die komplette Mannschaft in Quarantäne kommen. So sieht es zumindest der Plan der DFL vor.

„Es sind große Herausforderungen, wir nehmen die alle in Kauf. Wir wissen, dass wir die Chance bekommen, die Rückkehr zu meistern“, sagt VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger. Sollten Profis Bedenken haben, können sie auf die Vereinsführung zukommen. „Die Spieler sind guten Mutes. Wir haben aber auch stets betont, dass wir immer ein offenes Ohr haben, wenn Spieler sich unwohl fühlen, dass sie jederzeit auf uns zukommen können und müssen.“

Fitnesstrainer rechnet mit Verletzungen

Derweil rechnet Fitnesscoach Christian Kolodziej, der von 2004 bis 2011 als Rehatrainer beim VfB arbeitete, mit zahlreichen verletzten Spielern. Seiner Meinung nach ist die Zeit bis zur Fortsetzung der Saison mit Blick auf das Verletzungsrisiko zu kurz. „Vier Wochen wären eine optimale Vorlaufzeit“, sagte er dem kicker. Testspiele zum Aufwärmen wie in der Sommer- oder Winterpause sind in der Ausnahmesituation eines Spielbetriebs, der den 36 Clubs der 1. und 2. Liga vor allem das finanzielle Überleben sichern soll, nicht drin. Selbst wenn die Spieler sich nach vielen Laufeinheiten in den vergangenen Wochen fit fühlten, seien die Belastungen eines Spiels mit schnellen und vielen Richtungswechseln nicht zu simulieren. „Wird es vermehrt zu Verletzungen kommen? Ich fürchte: ja. Und werden die Spiele mit der Intensität geführt, die wir gewohnt sind? Mal abwarten…“

Infos zur Ticketrückerstattung

Für Ticket- und Dauerkarteninhaber bietet der Verein drei Optionen zur Rückerstattung des Kaufpreises:

  1. Auszahlung als Gutschein zur Einlösung im VfB-Onlineshop und den VfB-Fanshops, verbunden mit Angeboten für Fanartikel und/oder Verrechnung für die Dauer-, bzw. Tageskarten der neuen Saison
  2. Rückzahlung in Form einer Überweisung (ohne Versand- und Bearbeitungsgebühren)
  3. Freiwilliger Verzicht auf Rückerstattung

Zur Auswahl der drei Varianten müssen die Karteninhaber momentan nicht selbst aktiv werden. Aus rechtlichen und organisatorischen Gründen werden Tageskarteninhabern diese Optionen zur Rückerstattung des Kaufpreises für die Heimspiele gegen den Hamburger SV oder den VfL Osnabrück direkt nach der Durchführung des jeweiligen Heimspiels nochmals per E-Mail zugesandt.

Dauerkartenbesitzer bekommen die anteiligen Rückerstattungsoptionen für die jeweiligen Spiele gesammelt nach Saisonende in einer gesonderten E-Mail übersendet. Inhaber von VIP-Tickets werden ebenso gesondert kontaktiert wie Inhaber von Auswärtsdauerkarten und Tageskarten für die Auswärtsspiele beim SV Wehen-Wiesbaden und bei Holstein Kiel.

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