Rems-Murr-Kreis

4000 zusätzliche Impftermine im Waiblinger KIZ: Warum nicht nur für Rems-Murr-Bürger?

Kreisimpfzentrum
Darstellung im Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Waiblinger Rundsporthalle. © ALEXANDRA PALMIZI

4000 zusätzliche Impftermine im Kreisimpfzentrum (KIZ) Waiblingen werden in die landesweite Buchungssoftware eingestellt und verteilt am 25. und 26. Juni sowie 6. und 7. Juli stattfinden. Buchbar werden die Zusatztermine für jede/jeden sein, während andere Kreise zusätzlich gelieferte Dosen ausschließlich ihren Bürgerinnen und Bürgern anbieten. Warum? Und: Ab wann sind die Termine buchbar?

Um welchen Impfstoff handelt es sich und warum gibt es zusätzlichen Impfstoff?

Der Rems-Murr-Kreis bekam in der abgelaufenen Kalenderwoche 24 (14. bis 20. 6.) 4000 Impfdosen Astrazeneca zusätzlich ins Kreisimpfzentrum geliefert. „Diese 4000 Dosen werden 4000 neue Termine ergeben. Für die späteren Zweitimpfungen wird es weiteren Impfstoff geben“, sagt Juliane Jastram von der Pressestelle des Landratsamts. Die Zweitimpfungen erfolgen genau 12 Wochen später, also in den Kalenderwochen 37 und 38, Mitte September.

Die 4000 Extradosen stammen aus einem Zusatzkontingent von insgesamt 57.000 zusätzlichen Dosen Astrazeneca, die das Land Baden-Württemberg vom Bund erhalten hat. „Der Grund für diese Zusatzlieferung ist, dass seitens der Hausärzte nach Pfingsten Kontingente des Impfstoffs von Astrazeneca nicht vollständig abgerufen wurden, die Baden-Württemberg zugestanden hätten“, heißt es in einer Mitteilung des Sozialministeriums.

Verteilt wurden diese zusätzlichen Impfdosen anhand der beim Impfgipfel festgelegten Kriterien an ausgewählte Stadt- und Landkreise. Zusätzliche Impfdosen erhalten die acht Stadt- und Landkreise mit den niedrigsten Impfquoten. Auch die drei bevölkerungsreichsten Kreise, die jeweils nur über ein Kreisimpfzentrum (KIZ) und kein Zentrales Impfzentrum (ZIZ) verfügen, wie der Rems-Murr-Kreis, wurden mit zusätzlichen Dosen versorgt. Drei weitere Kreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 35, die in keine der beiden vorgenannten Gruppen fallen, erhielten ebenfalls zusätzliche Dosen.

So wurden 40.000 der 57.000 zusätzlichen Impfdosen an die acht Kreise verteilt, die derzeit noch am deutlichsten unterhalb des Landesdurchschnitts liegen:

  • Stadtkreis Pforzheim (10.000 Dosen),
  • Stadtkreis Heilbronn (6000 Dosen),
  • Landkreis Calw (4000 Dosen),
  • Landkreis Freudenstadt (4000 Dosen),
  • Landkreis Heidenheim (4000 Dosen),
  • Landkreis Sigmaringen (4000 Dosen),
  • Landkreis Tuttlingen (4000 Dosen) und
  • Landkreis Waldshut (4000 Dosen.

Die Kreisimpfzentren der drei bevölkerungsreichsten Landkreise, die jeweils nur über ein KIZ bekamen jeweils:

  • Rems-Murr-Kreis (4000 Dosen),
  • der Landkreis Böblingen (3700 Dosen),
  • der Landkreis Heilbronn (3300 Dosen).

Den drei weiteren Landkreisen, deren 7-Tage-Inzidenz am Dienstag noch über 35 lag und die in keine der beiden vorgenannten Gruppen fallen, bekamen der

  • Schwarzwald-Baar-Kreis (2500 Dosen),
  • der Landkreis Rottweil (1800 Dosen) und
  • der Landkreis Biberach (1700 Dosen).

Ab wann, für wen und wie werden die Termine buchbar sein?

Die zusätzlichen Astrazeneca-Termine im Kreisimpfzentrum in Waiblingen werden am Montag, 21. Juni, um 15 Uhr freigeschaltet und sind ab dann wie reguläre Impftermine unter www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117 buchbar. Das Landratsamt hatte diese Nachricht mit einer Sperrfrist zur Veröffentlichung versehen (Sonntag, 20. Juni) und vorab nur die Medien im Rems-Murr-Kreis informiert, um „Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis einen Vorteil bei der Terminfindung zu geben“.

Diese könnten sich nun darauf vorbereiten, punktgenau am Montag um 15 Uhr online zu gehen und einen der Termine zu ergattern. Denn der Rems-Murr-Kreis geht einen anderen Weg als andere mit Zusatzdosen bedachte Kreise, die diese ausschließlich für ihre Kreisbewohnerinnen und -bewohner anbieten.

Warum werden nicht Bürger des Rems-Murr-Kreises mit den zusätzlichen Dosen geimpft?

„Der Hauptgrund, dass wir die Zusatztermine als reguläre Impftermine über das Vergabeportal www.impfterminservice.de zur Verfügung stellen, ist, weil wir noch nicht wissen können, ob das KIZ im September, wo die Zweitimpfungen stattfinden werden, überhaupt noch in Betrieb sein wird“, sagt Juliane Jastram. „Das Sozialministerium hat sich noch nicht klar geäußert, wie lange die Impfzentren noch offen sind. Und so bleibt die Verantwortung für die Organisation der Zweitimpfungen beim Ministerium.“

Der logistische Aufwand, erneut Impfungen über die Rathäuser vergeben zu lassen und nur den jeweiligen Einwohnern anzubieten (verschiedene solcher Sonderimpfaktionen liefen beziehungsweise laufen etwa in Schorndorf und Waiblingen), sei sehr groß. „Im September bleiben erneut die Zweitimpfungen zu organsisieren. Wenn das KIZ dann doch noch weiterläuft, hätten wir dort womöglich Leerlauf bei vollen Kosten und voller Personalbindung.“

Was machen andere Kreise mit ihren zusätzlich gelieferten Impfdosen?

In Pforzheim sollte mit „circa 200“ der 10.000 der zusätzlich gelieferten Impfdosen bereits eine Sonderimpfaktion in der Jahnhalle am vergangenen Samstag (19.6.) laufen. In der kommenden Woche soll es gleich weitergehen: 400 Impfdosen des Astrazeneca-Kontingents werden dann pro Tag im Kreisimpfzentrum ausschließlich für Pforzheimer Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung gestellt, teilte Oberbürgermeister Peter Boch mit. Terminkarten dafür werden gegen Vorlage des Personalausweises beziehungsweise eines geeigneten Nachweises des Wohnorts am Stand des Wirtschafts- und Stadtmarketings in der Fußgängerzone verteilt.

Auch der Landkreis Freudenstadt verimpft die 4000 extra gelieferten Impfdosen „ausschließlich Einwohnern des Landkreises und für kleinere Unternehmen“, berichtet der Schwarzwälder Bote. Die Mannschaft des Kreisimpfzentrums in Dornstetten habe die organisatorischen Vorbereitungen dafür in kürzester Zeit bewältigt. Das KIZ habe den 16 Städten und Gemeinden im Kreis eine Anzahl von Impfterminen zur Verfügung gestellt, die anteilig der jeweiligen Einwohnerzahl entsprächen. Impfwillige können sich deshalb im Rathaus ihres Wohnorts anmelden. Die Impfungen finden von Montag bis Donnerstag, 21. bis 24. Juni, statt, so der Schwarzwälder Bote.

Der Landkreis Tuttlingen teilt für seine 4000 zusätzlichen Dosen Astrazeneca mit: „Ab Montag, 28. Juni, ist es so weit und impfwillige Bürger/-innen des Landkreises Tuttlingen können immer von Montag bis Samstag, in der Zeit von 16 Uhr bis 18 Uhr ohne Voranmeldung zum Impfen im KIZ vorbeikommen. Verimpft wird ausschließlich der Impfstoff von Astrazeneca. (...) Der Termin zur Zweitimpfung wird im Anschluss an die Erstimpfung vergeben.“

Im Landkreis Heidenheim sollen die 4000 zusätzlichen Dosen Astrazeneca „vorrangig über die Impfbrücke Heidenheim verteilt werden. Denn Zielsetzung ist ganz klar, dass die 4000 Impfdosen auch tatsächlich an unsere Bewohnerinnen und Bewohner im Landkreis verimpft werden“, so Landrat Peter Polta. Die Impfbrücke ist ein Online-Angebot für Impfwillige, über welches bisher schon erfolgreich kurzfristig Termine für am selben Tag noch dringend zu verwendende Impfdosen vereinbart werden können. Nur Personen, die ihren Hauptwohnsitz im Landkreis Heidenheim haben, können sich auf der Homepage der Impfbrücke, heidenheim.impfbruecke.de, registrieren.

Andere Kreise hingegen machen's genauso wie der Rems-Murr-Kreis und stellen die Zusatztermine über die landesweite Impfterminvergabe zur Verfügung. Im Landkreis Böblingen zum Beispiel werden die ersten Zusatz-Impftermine zur Verimpfung der 3700 Zusatzimpfdosen zunächst für Freitag, 18. Juni, und Montag, 21. Juni, ebenfalls „über das Impfportal des Landes eingestellt“, berichtet der Böblinger Bote, ohne aber eine Zeit zu nennen, wann sie freigeschaltet werden/wurden.

Im Landkreis Sigmaringen werden Impftermine für das KIZ in Hohentengen „demonstrativ“ eh nur noch über die Rathäuser vergeben. Dies vorerst bis einschließlich Juli, „bis im Landkreis mindestens so viele Kreisbewohner geimpft sind, wie dies durchschnittlich in anderen Landkreisen des Landes der Fall ist“, teilt die Kreisbehörde mit.

4000 zusätzliche Impftermine im Kreisimpfzentrum (KIZ) Waiblingen werden in die landesweite Buchungssoftware eingestellt und verteilt am 25. und 26. Juni sowie 6. und 7. Juli stattfinden. Buchbar werden die Zusatztermine für jede/jeden sein, während andere Kreise zusätzlich gelieferte Dosen ausschließlich ihren Bürgerinnen und Bürgern anbieten. Warum? Und: Ab wann sind die Termine buchbar?

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