Rems-Murr-Kreis

Abtauchen nützt bewaffnetem Geldräuber von Winnenden nichts

Messer
Wer angegriffen hat, bleibt im Gericht unklar, der durchs Messer Verletzte wird freigesprochen. © Benjamin Buettner

Das Stuttgarter Landgericht hat den Prozess gegen den Mann eröffnet, der in Winnenden einen Bankkunden beim Geldabheben beobachtet und diesen unter Vorhalt eines Messers um 6000 Euro beraubt hat. Der per Haftbefehl gesuchte 23-Jährige war ins Ausland abgetaucht und wurde von Frankreich an die Bundesrepublik ausgeliefert.

Für den Prozess gegen den in Deutschland aufgewachsenen, serbischen Staatsangehörigen sind fünf Verhandlungstage anberaumt. Die Anklage lautet auf besonders schweren Raub.

Dem Anklagesatz der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zufolge soll der 23-Jährige der Räuber sein, der am Nachmittag des 4. Oktober 2019 den damals 74-Jährigen beim Geldabholen in der Volksbank der Winnender Marktstraße beobachtet hat. Der Bankkunde holte an jenem Freitagnachmittag 6000 Euro von seinem Sparbuch und verließ das Geldinstitut. Als er sich zu Fuß auf den Heimweg zu seiner Wohnung in der Alfred-Kärcher-Straße machte, wurde er von dem Räuber verfolgt.

Am Treppenaufgang zu der Wohnung passierte dann gegen 14.45 Uhr der Überfall: Der Täter bedrohte das Opfer mit einem Messer, griff diesem unter den Pullover und riss einen darunter verborgenen Briefumschlag mit den 6000 Euro an sich. Dann zog er dem Opfer das Sparbuch und ein paar andere Dinge aus der Hosentasche und flüchtete mit der Beute Richtung Winnender Bahnhof.

Die Polizei hat damals die sofortige Fahndung nach dem flüchtigen Geldräuber eingeleitet, doch die Suche mit mehreren Streifenwagen und einem Hubschrauber blieb erfolglos (wir berichteten).

Der Fall wird vor der 17. Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts verhandelt, die mit zwei Berufs- und zwei Laienrichtern besetzt ist. Die vorsitzende Richterin, Jasmin Neher-Klein, stellte es dem Angeklagten frei, Angaben zu den Tatvorwürfen zu machen, und belehrte ihn darüber, dass es für ihn kein Nachteil ist, wenn er nichts sagt. Der allgemein vereidigte Dolmetscher, der zu dem Prozess geladen war, konnte wieder entlassen werden, denn der im Kosovo geborene Angeklagte gab an, er brauche keinen solchen. Er sei in Deutschland aufgewachsen und hier zur Schule gegangen. Falls es in der Justizanstalt Stuttgart-Stammheim, wo der Beschuldigte in Untersuchungshaft sitzt, Probleme gibt, kann er sich an die Kammer wenden. Das gelte aber nicht, ergänzte Richterin Neher-Klein, „wenn Ihnen das Essen in Stammheim nicht schmeckt“.

Dass die für ihn zuständige Botschaft oder das Konsulat über seine Inhaftierung informiert wird, will der Angeklagte nicht. Gegen ihn hatte das Amtsgericht Waiblingen am 12. Mai vergangenen Jahres Haftbefehl erlassen und am 23. März dieses Jahres wurde er von Frankreich an Deutschland ausgeliefert.

Der Prozess wird am Montag, 27. September, ab 10 Uhr im Stuttgarter Landgericht fortgesetzt und die Beteiligten wurden gebeten, sich auf eine ganztägige Verhandlung einzustellen.

Das Stuttgarter Landgericht hat den Prozess gegen den Mann eröffnet, der in Winnenden einen Bankkunden beim Geldabheben beobachtet und diesen unter Vorhalt eines Messers um 6000 Euro beraubt hat. Der per Haftbefehl gesuchte 23-Jährige war ins Ausland abgetaucht und wurde von Frankreich an die Bundesrepublik ausgeliefert.

Für den Prozess gegen den in Deutschland aufgewachsenen, serbischen Staatsangehörigen sind fünf Verhandlungstage anberaumt. Die Anklage lautet auf besonders schweren

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