Rems-Murr-Kreis

Asylunterkunft in Schorndorf in Brand gesetzt: 31-Jähriger vor Gericht

Brand, Untere Uferstr., Schorndorf, 11.08.2022.
Der mutmaßliche Verursacher dieses Brandes in einer Asylunterkunft in Schorndorf im August 2022 muss sich jetzt vor Gericht verantworten. © Benjamin Beytekin

Das Stuttgarter Landgericht hat den Prozess gegen den Mann eröffnet, der am 11. August vergangenen Jahres die Asylbewerberunterkunft in der Unteren Uferstraße in Schorndorf in Brand gesetzt und dadurch geschätzte 200.000 Euro Sachschaden verursacht haben soll. Der Anklageschrift zufolge soll der 31-jährige Beschuldigte, damals Bewohner der Unterkunft, unter Einfluss von Alkohol und Cannabis in seinem Zimmer Toilettenpapier auf dem Bett und auf dem Sofa angezündet haben. Nach Informationen der Stadt Schorndorf kann das Gebäude bis heute nicht wieder für Geflüchtete genutzt werden.

Der angeklagte gambische Staatsangehörige wurde aus dem psychiatrischen Zentrum für Straftäter Weissenau bei Ravensburg nach Stuttgart gebracht. Dort hat ihn das Landgericht aus der Untersuchungshaft seit seiner vorläufigen Festnahme am 11. August heraus kraft Beschlusses vom 23. Dezember einstweilig unterbringen lassen. Der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zufolge soll der Mann die Türe seines Zimmers abgeschlossen haben, als das Klopapier brannte, und dann Mitbewohner vor dem Feuer gewarnt haben, so dass es in der Brandnacht keine Verletzten gab.

Einweisung in Psychiatrie kommt in Betracht

Bei dem 31-Jährigen, vom Gerichtspsychiater Professor Dr. Hermann Ebel in der Untersuchungshaft exploriert, kommt nach den Ausführungen des Vorsitzenden Richters der mit fünf Richtern besetzten siebten Strafkammer, Rainer Skujat, eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie für Straftäter (Maßregelvollzug) in Betracht. Die Beweisaufnahme auch dazu, ob von dem vermeintlichen Brandstifter weiterhin erhebliche Straftaten zu befürchten sind und ob er eine Gefahr für die Allgemeinheit ist, beginnt am Dienstag, 31. Januar, ab 9 Uhr in Anwesenheit des Gerichtspsychiaters Hermann Ebel.

Wie der Angeschuldigte am ersten Verhandlungstag über seinen Verteidiger Daniel Grau aus Waiblingen mitteilen ließ, wird er sich zur Person und zum Tatvorwurf mit Hilfe eines Dolmetschers für die afrikanische Sprache Mandinka auch selbst äußern. Ein Zeuge von der Stadt Schorndorf, so der Vorsitzende Richter zum Programm des Prozesses, sei auf Freitag, 3. Februar, geladen. Ferner werde geprüft, ob wegen der Elektroinstallationen in dem abgebrannten Gebäude neben dem Brandschutzsachverständigen noch ein weiterer Sachverständiger benötigt wird.

Unterkunft befindet sich noch im selben Zustand wie nach der Brandnacht

Auf Anfrage unserer Zeitung bei der Stadt Schorndorf konnte Pressesprecherin Claudia Lösler zum aktuellen Stand im Falle des abgebrannten Asylheims berichten, dass das Gebäude nicht der Stadt, sondern der Stadtbau GmbH Schorndorf gehöre. Nach Auskunft des zuständigen Mitarbeiters sei das Gebäude im selben Zustand wie nach dem Brand im August 2022. Seitdem würde dieses nicht mehr für Geflüchtete genutzt.

In der Unterkunft haben seinerzeit sechs Personen gewohnt, als kurz vor Mitternacht am 11. August 2022 Rettungskräfte verständigt wurden. Alle Personen konnten sich aus dem Gebäude retten. Der Polizei lagen Hinweise auf den Angeklagten als Tatverdächtigen vor. Der Mann wurde dem Haftrichter vorgeführt und die anderen fünf Bewohner der Unterkunft wurden in städtischen Wohnungen untergebracht.

Tatverdächtiger hatte Alkohol im Blut

Das Rote Kreuz war seinerzeit vorsorglich mit vier Einsatzfahrzeugen vor Ort und die Feuerwehr mit sieben Fahrzeugen sowie 31 Wehrleuten. Gegen 1.30 Uhr in jener Nacht war das Feuer gelöscht, das Gebäude wegen starker Brandzehrung sowie durch den Löscheinsatz jedoch nicht mehr bewohnbar.

In der Anklage gegen den Gambier vor dem Stuttgarter Landgericht ist die Tatzeit in diesem Fall der schweren Brandstiftung auf 0.08 Uhr datiert. Eine Blutentnahme beim Angeschuldigten noch in der Schorndorfer Brandnacht ergab gegen 4.03 Uhr 1,01 Promille und Rückstände von Cannabinoiden.

Das Stuttgarter Landgericht hat den Prozess gegen den Mann eröffnet, der am 11. August vergangenen Jahres die Asylbewerberunterkunft in der Unteren Uferstraße in Schorndorf in Brand gesetzt und dadurch geschätzte 200.000 Euro Sachschaden verursacht haben soll. Der Anklageschrift zufolge soll der 31-jährige Beschuldigte, damals Bewohner der Unterkunft, unter Einfluss von Alkohol und Cannabis in seinem Zimmer Toilettenpapier auf dem Bett und auf dem Sofa angezündet haben. Nach Informationen

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