Rems-Murr-Kreis

Ausbildungsmesse "Fokus Beruf 21": So geht's zu einem Ausbildungsplatz im Rems-Murr-Kreis

fokusberuf
So sieht es in der virtuellen Messehalle von „Fokus Beruf 21“ aus. Das Portal messe-fokus-beruf.de ist freigeschaltet, aber an manchen Ständen wird noch gehämmert und gesägt. Virtuell, versteht sich. © Winterling

Fast wie auf der richtigen „Fokus Beruf“. Man schlendert durch die Hallen, schaut, neugierig geworden, an einem Stand vorbei, verweilt bei dem einen Aussteller länger - und lässt den anderen schnöde links liegen. Was bei dem virtuellen Messebummel definitiv fehlt, ist das Gewusel und Gedrängel, die messetypische Geräuschkulisse - und die schmerzende Schulter, auf die die mit Prospekten prallvoll gefüllte Tasche bleischwer drückt.

Die traditionelle Ausbildungsmesse „Fokus Beruf“ ist in den virtuellen Raum abgewandert, nachdem sie im vergangenen Jahr ausfallen musste. Statt zu Fuß bewegt sich der Besucher mit Maus und Cursor durch die virtuellen Hallen. Am Freitag. 5. März, öffnet „Fokus Beruf 21“ ihre Tore. Die stehen den jungen Leuten und ihren Eltern aber nicht nur an zwei Tagen offen, sondern das ganze Jahr. Bis zur nächsten Fokus Beruf, die hoffentlich wieder im traditionellen Format stattfindet. Einen Nachteil hat die virtuelle Präsentation freilich: Die Kontakte bleiben anonym, Live-Gespräche mit den Ausstellern sind aus technischen Gründen nicht möglich.

96 Unternehmen aus der Region stellen sich vor und werben um Azubis. Für junge Leute ist die „Fokus Beruf“ eine Einstimmung darauf, was sie vermutlich bei der Berufsorientierung und in ihren Ausbildungen und Berufen erwartet: virtuelle Praktika, Online-Bewerbungsgespräche - und mobiles Lernen und Arbeiten von zu Hause aus.

In Halle 1 erwarten den Besucher die großen Industriebetriebe aus dem Rems-Murr-Kreis von Stihl bis Kärcher, von Catalent bis Kaysser. In Halle 2 haben sich das Handwerk und der Handel versammelt und in Halle 3 finden sich Ausbildungsbetriebe aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Soziales oder Verwaltung. Ob real oder virtuell: Die Ausbildungsmesse steht für Kontaktanbahnung und Vernetzung zwischen jungen Leuten und ihren künftigen Ausbildungsbetrieben, sagte Landrat Richard Sigel bei einem virtuellen Pressegespräch.

„Schüler sind hochmotiviert, mit digitalen Medien umzugehen“

„Die Schüler sind hochmotiviert, mit digitalen Medien umzugehen“, versicherte Markus Keller vom Staatlichen Schulamt Backnang. Kontakte zwischen jungen Leuten und Betrieben seien nicht nur „face to face“, sondern auch mit Smartphone, Tablet und PC möglich. Fokus Beruf ist aber nicht nur für die Schüler da, betonte Christine Käferle, die Chefin der Waiblinger Agentur für Arbeit. Sie lädt ausdrücklich deren Eltern zum gemeinsamen Messebummel mit ihren Kindern ein. Nach wie vor seien die Eltern entscheidende Faktoren bei der Berufswahl. Umso wichtiger sei es für sie, sich in der vielfältigen, vielschichtigen und oftmals auch verwirrenden Berufswelt auszukennen und sich zu informieren. Sonst bestehe die Gefahr, sich in der Menge der Angebote zu verlieren.

Im Coronajahr 2020 gingen die Ausbildungszahlen bei den IHK-Betrieben im Kreis deutlich zurück. Geschäftsführer Markus Beier bezifferte das Minus mit fast 14 Prozent. Wegen Corona seien die Betriebe auf virtuelle Wege angewiesen, neue Azubis zu finden. Denn trotz Corona leiden die Unternehmen am Mangel an Fachkräften. „Die Ausbildungsbereitschaft ist vorhanden“, versicherte Beier. „Wenn die jungen Leute nicht zur Messe kommen, muss die Messe eben zu den jungen Leuten gehen.“

Auch die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie bilden weniger aus als in den Vorjahren, sagte Michael Kempter, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Doch das liege nicht nur an Corona, sondern hatte seine Ursache in einer schwächeren Konjunktur und im Transformationsprozess, in dem sich die Automobilbranche befinde. Für junge Leute, die sich für gewerblich-technische Berufe interessieren, bieten Firmen wie Stihl jedoch gute Ausbildungschancen, die bei der Fokus Beruf ausgelotet werden könnten.

Der Rems-Murr-Kreis hat in Sachen digitaler Ausbildungsmesse die Nase vorn, sagte Petra Ehm, die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, nach einem Blick in die Nachbarschaft. Unter www.messe-fokus-beruf.de können sich interessierte junge Menschen nach für sie passenden Angeboten umsehen, sich informieren und mit den Firmen Kontakt aufnehmen. Das gehe völlig unkompliziert ohne Anmeldung oder Registrierung, heißt es in einer Pressemitteilung des Trägerkreises. „Einfach am PC oder einem mobilen Gerät online gehen, lossurfen und durch die Messehallen schlendern.“ Ein Hallenplan verschaffe schnellen Überblick. Wer eine bestimmte Firma im Blick hat, kann direkt über die Suchfunktion gehen. Auch eine Suche nach Berufen ist möglich.

Die Messe startet am Freitag, 8.30 Uhr, mit einem Livestream der Eröffnung. Die Messe wird mindestens ein Jahr lang online sein. Wer also am 5. März keine Zeit für einen Messebesuch hat, kann jederzeit zu einem späteren Zeitpunkt loslegen und sich die Vorträge anschauen. Informiert wird beispielsweise über „Ausbildungsberufe mit Metall“, „Perspektiven in der Pflege“ oder „Berufe im Büro, am PC und im Verkauf“. Die virtuelle Messe dürfte vor allem Eltern entgegenkommen: „Einfach mal am Wochenende oder nach Feierabend mit dem Nachwuchs gemeinsam auf der Messeplattform stöbern.“

Die Ausbildungsmesse „Fokus Beruf“ gibt es seit 2007 und wird von sechs Organisationen getragen, der Agentur für Arbeit Waiblingen, der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr, der Kreishandwerkerschaft, dem Landratsamt Rems-Murr-Kreis, dem Staatlichen Schulamt Backnang und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall. „Während wir in Pandemiezeiten mit der virtuellen Messe bewusst neue Wege gehen, um jungen Menschen den Einstieg in den Beruf zu erleichtern, setzen wir weiterhin auf bewährte Zusammenarbeit im Landkreis: Mit den Volksbanken als Hauptsponsor haben wir einen starken Partner an unserer Seite, für den das Thema Ausbildung sowohl im eigenen Haus als auch mit Blick auf die Vernetzung von Bewerbern und Firmen wichtig ist“, wird Landrat Richard Sigel in der Pressemitteilung zitiert..

Fast wie auf der richtigen „Fokus Beruf“. Man schlendert durch die Hallen, schaut, neugierig geworden, an einem Stand vorbei, verweilt bei dem einen Aussteller länger - und lässt den anderen schnöde links liegen. Was bei dem virtuellen Messebummel definitiv fehlt, ist das Gewusel und Gedrängel, die messetypische Geräuschkulisse - und die schmerzende Schulter, auf die die mit Prospekten prallvoll gefüllte Tasche bleischwer drückt.

Die traditionelle Ausbildungsmesse „Fokus Beruf“ ist in

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