Rems-Murr-Kreis

Ausgangssperre abgeschafft, abends länger einkaufen: Haben Real, Edeka, Rewe, Remstalmarkt Mack, Aldi, Lidl & Co, McDonald's und Burger King wieder bis nach 20 Uhr geöffnet?

Ausgangssperre
Sollte die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis bei diffusem Infektionsgeschehen in drei Tagen in Folge über 50 liegen, müssten lokale Ausgangsbeschränkungen erlassen werden. Dann könnte das Einkaufen oder Essenholen nach 20 Uhr erneut keinen triftigen Grund mehr darstellen, um draußen unterwegs zu sein. © ALEXANDRA PALMIZI

Einkaufen in Supermärkten und Essensabholung bei Restaurants oder Fastfood-Läden ist seit diesem Donnerstag (11.02.) in Baden-Württemberg auch nach 20 Uhr wieder erlaubt. Ein Gerichtsbeschluss zur Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre (20 bis 5 Uhr) macht dies möglich. Welche Geschäfte machen in unserem Landkreis von der Möglichkeit Gebrauch, nun abends wieder länger geöffnet zu haben?

Dies vorneweg: Die Inzidenz der Infizierten pro 100.000 Einwohner im Rems-Murr-Kreis liegt unter 50, sie schwankt seit 2. Februar zwischen 37 und 43 hin und her. Insofern greifen im Moment auch die von der Landesregierung angekündigten lokalen Ausgangsbeschränkungen für „Hotspot-Kreise“ nicht im Rems-Murr-Kreis. Claudia Krüger, Pressesprecherin des Landes-Sozialministeriums, erläutert: „Da der Mannheimer Verwaltungsgerichtshof die landesweite nächtliche Ausgangsbeschränkung gekippt hat, greifen wir auf die bereits im vergangenen Sommer entwickelte Hotspot-Strategie zurück.“

Verlängerte Öffnungszeiten nur von kurzer Dauer?

Lokale nächtliche Ausgangsbeschränkungen (21 bis 5 Uhr)  in Hotspot-Kreisen Baden-Württembergs sollen von jetzt an in Kraft treten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 an sieben Tagen in Folge überschritten und das zuständige Gesundheitsamt zugleich ein diffuses Infektionsgeschehen feststellt. „Es ist durchaus sinnvoll, die Situation vor Ort genau zu analysieren. Eine Inzidenz von 50 ist nicht überall gleich einzuordnen. Wenn sie auf einen nur lokal begrenzten Ausbruch in einem Pflegeheim oder einem Unternehmen zurückzuführen ist, ist das etwas anderes als diffuse Ausbrüche, die nicht zuzuordnen sind“, sagt Claudia Krüger. „Wenn die Voraussetzungen jedoch vorliegen, sind die Gesundheitsämter verpflichtet, per Allgemeinverfügung Ausgangsbeschränkungen zu erlassen.“ 

„Die Behörden müssen diesen weitgehenden Eingriff in die Grundrechte allerdings sehr sorgsam abwägen und begründen, ob Ausgangsbeschränkungen auf Grund einer erheblichen Gefährdung auf lokaler Ebene erforderlich sind und andere regionale Verschärfungen bereits ausgeschöpft sind. Wir werden auf unserer Website dann auch eine Übersicht der Landkreise veröffentlichen. Zurzeit sind es 26“, sagt Claudia Krüger.

Der Rems-Murr-Kreis ist im Moment nicht darunter. Sollte aber die Inzidenz in unserem Landkreis bei diffusem Infektionsgeschehen in drei Tagen in Folge über 50 liegen, so könnte das Einkaufen oder Essenholen nach 20 Uhr erneut keinen triftigen Grund darstellen, um gegen eine lokale Ausgangsperre zu verstoßen. Und die Geschäfte und Restaurants müssten sich ebenfalls erneut überlegen, ob längere Öffnungszeiten Sinn machten, wenn eigentlich keine Kundschaft mehr kommen dürfte.

Das Beispiel Hohenlohekreis zeigt, dass ein niedriger Inzidenzwert auch ruckzuck wieder „verlorengehen“ kann. Der Hohenlohekreis hatte am 28. Januar eine Inzidenz von 28. Bis zum 8. Februar jedoch schnellte sie wieder hoch auf 130. Am 10. Februar lag sie bei 129. Mit schuld daran sind größere Ausbrüche beim Unternehmen Würth in Künzelsau (43 Mitarbeiter und und rund 40 Kontaktpersonen wurden positiv getestet) sowie in einer Kita in Öhringen (14 Infizierte). Von den in dieser Kita und bei Würth Infizierten haben sich insgesamt mindestens 16 die hochansteckende britische Virusvariante eingefangen. Weitere zwei Kitas sind von Infektionen betroffen, im Raum Bretzfeld und im Raum Kochertal. PCR-Test-Proben-Analysen stehen dort noch aus. Der Hohenlohekreis hat lokal eine nächtliche Ausgangssperre verfügt, und zwar am Donnerstag (11.2.), gegen 18.30 Uhr, mit Wirkung von Freitag 0 Uhr an.

Des Weiteren auf der Liste der Kreise mit lokaler nächtlicher Ausgangsperre stehen nach Mitteilung des Landessozialministeriums (Stand: Donnerstagabend):

  • Landkreis Biberach
  • Bodenseekreis
  • Landkreis Calw
  • Landkreis Lörrach
  • Neckar-Odenwald-Kreis
  • Landkreis Rottweil
  • Landkreis Schwäbisch Hall
  • Schwarzwald-Baar-Kreis
  • Landkreis Waldshut
  • Stadtkreis Heilbronn
  • Stadtkreis Mannheim
  • Stadtkreis Pforzheim

Wer hat seit diesem Donnerstag (11.02.) im Rems-Murr-Kreis wieder abends länger offen?

Im Rems-Murr-Kreis und 17 anderen der 44 Stadt- und Landkreis Baden-Württembergs heißt es jedoch jetzt erst einmal: landesweite Ausgangssperre aufgehoben, einkaufen auch nach 20 Uhr wieder möglich.

Eigentlich alle Supermarkt-Ketten haben auf Nachfragen dieser Zeitung angekündigt, abends wieder länger offen zu haben. Die meisten von diesem Donnerstag an, allerdings sollte man lokale Aushänge beachten, denn Franchisenehmer sind zu eigenen Öffnungszeiten berechtigt.

  • Die meisten Geschäfte im Waiblinger Remspark schließen um 20 Uhr. Ausnahme ist der große Real-Markt. Er hat nunmehr wieder bis 22 Uhr geöffnet.

  • Tegut in Schmiden ist wieder täglich von 7 bis 21 Uhr geöffnet, der Tegut in Waiblingen von 7 bis 22 Uhr.

  • Der Remstalmarkt Mack in Endersbach stellt seine Öffnungszeiten ab diesen Freitag wieder um: Er schließt dann wie gewohnt um 20 Uhr, nicht mehr um 19.45 Uhr.

  • In Schorndorf beim Marktkauf gelten ab Freitag wieder die Öffnungszeiten 8 bis 22 Uhr.

  • Kaufland in Schorndorf hat erst wieder ab kommenden Montag "normal" geöffnet von 8 bis 22 Uhr. Diese Woche gelten noch eingeschränkte Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr.

  • Edeka: „Da die Mehrzahl unserer Märkte von selbständigen Kaufleuten betrieben wird, bitten wir um Verständnis, dass wir hier keine Informationen zu einzelnen Unternehmen unseres genossenschaftlichen Verbunds geben und keine allgemeingültige Aussage machen können“, erläuterte Florian Heitzmann von der Edeka Handelsgesellschaft Südwest mbH in Offenburg.
    „Sofern es auf lokaler Ebene keine andere Regelung gibt, kehren die von uns in Eigenregie betriebenen Märkte wieder zu den regulären Ladenöffnungszeiten zurück. Wir gehen davon aus, dass dies auch auf die Märkte der selbständigen Kaufleute unseres Verbunds zutrifft.“

  • Edeka Reichert in Endersbach lässt seit Donnerstag wieder eine Viertelstunde länger auf - bis 20 Uhr, nicht mehr bis 19.45 Uhr.

  • Edeka in Großheppach hat seit Donnerstag wieder bis 21 Uhr geöffnet wie vor der Ausgangssperre - vorübergehend war es 19.30 Uhr.

  • Edeka Petermann in Korb ändert seine Öffnungszeiten erst ab Montag wieder. Das heißt bis Montag hat die Filiale von 8 bis 20 Uhr geöffnet und ab Montag wie üblich bis 21 Uhr.

  • Sabine Stachorski von der Rewe Markt GmbH Südwest in Wiesloch gab auf Nachfrage folgende Öffnungszeiten bekannt: Rewe Aupperle öffnet fürderhin wieder von 7 bis 22 Uhr sowohl in Waiblingen als auch in seinen zwei Filialen in Fellbach. Bis 22 Uhr öffnen auch wieder die Rewe-Filialen in Waiblingen (Lange Straße 66-68), Fellbach (Gotthilf-Bayh-Straße 13), Korb, Beutelsbach, Leutenbach, Urbach, Backnang und Murrhardt. Nur bis 20 Uhr öffnen indes weiterhin die Rewe-Filialen in Kernen-Stetten und Remshalden, bis 21 Uhr der Rewe in Alfdorf.

  • Alle Filialen von Aldi-Süd haben laut Pressestelle wieder „normale“ Öffnungszeiten, also gewöhnlich von 7.30 bis 21 Uhr. Wo? In Fellbach, Waiblingen, Leutenbach, Weinstadt, Winnenden, Schorndorf, Welzheim, Backnang, Murrhardt.

  • Auch Netto hat wieder länger offen: von 6.30 bis 22 Uhr in Bittenfeld; von 7 bis 22 Uhr in Leutenbach, Weiler zum Stein, Winterbach, Miedelsbach und Allmersbach im Tal; von 7 bis 21 Uhr in Schwaikheim, Waiblingen, Hohenacker und Schorndorf.

  • Norma: Vom Norma-Kundenservice hat unsere Redaktion erfahren, dass noch bis Samstag, 13. Februar, die Öffnungszeiten bis 20 Uhr eingeschränkt bleiben. Für nächste Woche sei noch nicht bekannt, ob die Öffnungszeiten dann wieder wie gewohnt sind. Das wäre 7 bis 22 Uhr in Backnang. Das wäre 7 bis 21 Uhr für die Filialen in Fellbach (Stuttgarter Straße 20), Weinstadt, Schorndorf, Welzheim, Murrhardt und Sulzbach an der Murr. Das wäre 8 bis 21 Uhr für die Filialen in Waiblingen, Fellbach (Vordere Straße 4), Winnenden und Kirchberg an der Murr.

  • Seitens Lidl heißt es, dass alle Filialen zu den ursprünglichen Öffnungszeiten zurückkehren werden, also: 7 bis 22 Uhr.

McDonald's und Burger King

Von diesem Donnerstag, 11. Februar, an wird Burger King in Waiblingen bis 23 Uhr geöffnet sein. „Der Restaurantbetrieb bleibt aber selbstverständlich beschränkt auf Drive-in und Abholung“, heißt es aus der Burger-King-Unternehmenszentrale in München.

Bei McDonald’s liegt die Entscheidung, „ob und in welchem Umfang der Betrieb eines Restaurants unter den aktuell gültigen Bedingungen vor Ort sinnvoll ist, bei unseren selbstständigen Franchise-Nehmern, die rund 94 Prozent unserer Restaurants führen“, so ein Sprecher der Unternehmenszentrale. „Unsere Franchise-Nehmer beobachten die Situation tagesaktuell und passen die Öffnungszeiten gegebenenfalls entsprechend an.“

Für die McDonald's-Filiale in Winnenden hieße dies, sie hat fürderhin bis 1 Uhr nachts wieder offen. Die Filiale in Weinstadt schließt ab jetzt erst um 0 Uhr. Die Filiale in Schorndorf hat wahrscheinlich ab jetzt Montag bis Donnerstag von 9 bis 23 Uhr, am Freitag und Samstag von 9 bis 1 Uhr und am Sonntag von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

Einkaufen in Supermärkten und Essensabholung bei Restaurants oder Fastfood-Läden ist seit diesem Donnerstag (11.02.) in Baden-Württemberg auch nach 20 Uhr wieder erlaubt. Ein Gerichtsbeschluss zur Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre (20 bis 5 Uhr) macht dies möglich. Welche Geschäfte machen in unserem Landkreis von der Möglichkeit Gebrauch, nun abends wieder länger geöffnet zu haben?

Dies vorneweg: Die Inzidenz der Infizierten pro 100.000 Einwohner im Rems-Murr-Kreis liegt unter

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