Rems-Murr-Kreis

Autobrand auf B14 bei Winnenden: Wie reagiert die Feuerwehr in solchen Fällen?

Autobrand, B14 Zipfelbachviadukt, Winnenden, 02.05.2022.
Die Feuerwehr beim Löschen des brennenden Ford Fiesta: Die B 14 musste während dieser Arbeit voll gesperrt werden. © Benjamin Beytekin

Hätte ein anderer Autofahrer dem 19 Jahre alten Fiesta-Fahrer am Montagabend auf der B 14 bei Winnenden nicht die Lichthupe gegeben, wäre womöglich Schlimmeres passiert. Dann hätte der Fiesta-Fahrer vielleicht nicht rechtzeitig bemerkt, dass sein Auto brannte, wäre nicht so schnell aus dem Fahrzeug gekommen, hätte nicht nur leichte Verletzungen davongetragen. Ein Blick ins Zeitungsarchiv zeigt: Autos brennen immer wieder. Welche Herausforderungen stellen diese Feuer an die Feuerwehr?

Ein Fiesta, ein BMW, ein Mercedes: Keine Automarke bleibt verschont

Der 19-jährige Fiesta-Fahrer war, so teilt die Polizei mit, um 21.50 Uhr von Backnang kommend in Richtung Stuttgart unterwegs. Bei der Anschlussstelle Winnenden-West bemerkte zum Glück ein anderer Verkehrsteilnehmer die Gefahr. Die Feuerwehr musste löschen. Vermutlich, so die Polizei, war ein technischer Defekt schuld am Feuer.

Erst am 5. März brannte in Backnang ein BMW in der Garage vollkommen aus. Auch hier war aller Wahrscheinlichkeit nach ein technischer Defekt die Ursache: Beim Starten gab es einen Knall, dann brannte der Motor.

Am 28. August 2021 brannte in der Nacht in Murrhardt ein geparkter Mercedes komplett aus. Die Alarmanlage weckte den Autobesitzer. Die Polizei schloss damals Brandstiftung aus.

Die Brandursache war zwar unbekannt, doch tatsächlich, erklärt Volker Damm, stellvertretender Abteilungsleiter der Feuerwehr Waiblingen, sei meistens die Technik die Ursache, wenn Autos einfach so Feuer fingen. Wie übrigens auch beim Brand jenes Rollers, bei dem am Montag, 2. Mai, in Burgstetten Öl aus der Auspuffanlage austrat. Der 17-jährige Rollerfahrer konnte, so die Polizei, gerade noch stoppen, bevor der Roller Feuer fing. Der 17-Jährige blieb unverletzt.

Kurzschlüsse, beschädigte Batterien, undichte Leitungen 

Meist, sagt Volker Damm, seien es Kurzschlüsse, die die Brände verursachten. Oder beschädigte Batterien oder undichte Leitungen. Dann flösse Benzin oder Diesel oder eben auch Öl auf Teile, die heiß würden – Teile der Auspuffanlage zum Beispiel –, und dann sei's passiert. „Einfach so brennt ein Auto nicht“, sagt Volker Damm. Und: Wer regelmäßig zur Wartung gehe, der habe wenigstens eine „gewisse Sicherheit“, dass das Auto von Feuer verschont bleibt.

Die Feuerwehr hatte auch schon Fälle, bei denen der Basteldrang der Autobesitzer zum Brand führte. Etwa wenn eine zweite Batterie eingebaut wurde, weil vielleicht die Musik noch ein bisschen mehr Wumms bekommen sollte. Wer so was mache, so Damm, der müsse schon wissen, was er tut. Denn im Auto flössen höhere Ströme als in Gebäuden.

Kommt die Feuerwehr zu einem brennenden Auto, muss an erster Stelle geklärt werden, welchen Antrieb das Auto hat. Ist's ein noch ganz klassischer Motor, betrieben mit Benzin oder Diesel? Ist's ein Auto, das mit Gas fährt? Oder ein Elektroauto? Die Gefahren seien dann jeweils andere. Aber ganz egal, welchen Motor das Auto habe, das Löschmittel der Wahl, sagt Volker Damm, sei immer „Wasser“. Noch besser sei „ganz viel Wasser“. Vor allem auch bei Elektroautos.

Der Tank explodiert? Gibt's eigentlich nur im Fernsehen, sagt der Fachmann

Übrigens: Die höchst spektakulären Explosionen, die im Fernsehen gerne für Spannung sorgen, gebe es nicht, sagt Volker Damm. Er habe es noch nie erlebt, dass bei einem brennenden Auto der Tank explodiert. Wenn's knalle – das komme durchaus vor –, dann seien es meistens die Reifen. Die nämlich würden in der Hitze schmelzen und platzen.

Eine der sehr großen Herausforderungen beim Löschen brennender Autos sei für die Feuerwehr, sagt Volker Damm, nicht das Feuer selbst. „Das hebt den Puls nicht.“ Sehr genau achten müssen die Feuerwehrleute aber auf das Löschwasser – und wohin es abfließt. Fließe es in die Kanalisation, sei alles gut und problemlos. Die Kläranlagen kämen damit zurecht. Doch flösse es irgendwohin, etwa in Gräben entlang der Straße, dann müsse womöglich abgepumpt werden. Denn das Löschwasser solle auf keinen Fall in nahe gelegenen Gewässern landen.

Hätte ein anderer Autofahrer dem 19 Jahre alten Fiesta-Fahrer am Montagabend auf der B 14 bei Winnenden nicht die Lichthupe gegeben, wäre womöglich Schlimmeres passiert. Dann hätte der Fiesta-Fahrer vielleicht nicht rechtzeitig bemerkt, dass sein Auto brannte, wäre nicht so schnell aus dem Fahrzeug gekommen, hätte nicht nur leichte Verletzungen davongetragen. Ein Blick ins Zeitungsarchiv zeigt: Autos brennen immer wieder. Welche Herausforderungen stellen diese Feuer an die

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