Rems-Murr-Kreis

Benzinpreis bereits über 2 Euro: Frust an Tankstellen im Rems-Murr-Kreis

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Der Preis für Benzin (super) lag am Mittwochmorgen (02.03.) teilweise bei über zwei Euro. © Gabriel Habermann

Der Krieg in der Ukraine macht sich auch bei den Spritpreisen im Rems-Murr-Kreis bemerkbar. Wer am Mittwochmorgen (02.03.) eine Tankstelle aufsuchte, musste teilweise über zwei Euro pro Liter für Benzin (super) zahlen. Mit weiteren Steigerungen ist zu rechnen. Es bildet sich bereits eine neue Sarkasmus-Gattung heraus: der Benzinpreis-Witz.

Am Mittwochvormittag meldeten Leserinnen und Leser, unsere Zeitungsfotografen und diverse Seiten im Netz sowie Apps aus mehreren Orten, dass die 2-Euro-Grenze überschritten sei. 2,03 Euro (gerundet) für den Liter Super wurde uns aus Schnait von der Avia-Tankstelle gemeldet, aus Winterbach bei Aral sowie aus Schorndorf und Waiblingen von Total. Gar 2,04 Euro gerundet wurden bei Aral in Weinstadt und in Waiblingen beobachtet. Und unser Fotograf Gabriel Habermann hat (siehe Bild oben) in Schorndorf einen Preis von 2,06 Euro für den Liter Super dokumentiert.

Die teilweise widersprüchlichen Angaben, die uns Leute und Apps zu ein und derselben Tankstelle machen, zeigen auch deutlich, wie stark die Preisentwicklung in Bewegung ist.

Den Liter Super Plus gab es in Schorndorf bei Aral am Mittwochvormittag dann für 2,22 Euro (gerundet) und in Schorndorf bei Shell für 2,21 Euro.

Aktualisierung (Stand: 10.45 Uhr)

Die Preise tanzen. Es sieht so aus, als sei die morgendliche Preisspitze überschritten. Aus Stuttgart werden uns teilweise bereits wieder Preise unter 1,80 Euro für den Liter Super gemeldet. Zur selben Zeit werden uns aus Weinstadt (Aral), Schorndorf (Aral) und Welzheim (Agip) aber immer noch Preise zwischen 1,98 und 1,95 Euro gemeldet. Insgesamt sieht es so aus, als seien die Preise im Rems-Murr-Kreis derzeit besonders hoch. Es zeichnet sich aber auch eine typische Verlaufskurve ab. Üblicherweise sinken die Preise nach einem Morgenhoch oft und fallen vor allem am Spätnachmittag wieder. Dies ist aktuell aber nur eine begrenzt belastbare Prognose.

Stand 14.30 Uhr:

Am Nachmittag liegen die Preise an den meisten Tankstellen im Rems-Murr-Kreis unter zwei Euro. In Schorndorf zahlt man am Tankpoint aktuell 1,95 Euro für den Liter Benzin (super). An der Agip Eni Tankstelle gibt es den Liter für 1,96 Euro und bei Aral für 1,99 Euro.

Weiterhin bei zwei Euro je Liter ist Benzin (super) in Welzheim an den Tankstellen Avia und Agip Eni zu haben. In Weinstadt gibt es den Sprit für je 1,95 Euro an der Avia Xpress Tankstelle und für 1,96 Euro bei Aral.

Unter 1,90 Euro bekommt man am Mittwochnachmittag lediglich in Waiblingen an der Shell-Tankstelle Sprit. Dort liegt der Preis für Super Benzin aktuell bei 1,89 Euro. An der Aral-Tankstelle sowie bei Esso müssen hingegen Preise über 1,90 Euro bezahlt werden – bei Aral 1,94 Euro und bei Esso 1,95 Euro.  

In Stuttgart sieht es zur Stunde nicht besser aus. Dort zahlt man für den Liter Benzin an der Agip Eni Tankstelle 1,97 Euro. Mit 1,84 Euro je Liter ist der Sprit in Plochingen an der Shell-Tankstelle im Vergleich zu den anderen günstiger. Ob sich allerdings der Umweg lohnt, sei dahingestellt. 

Stand 16.15 Uhr:

Der Blick auf die Spritpreise knapp zwei Stunden später zeigt: Viel getan hat sich nicht. Knapp unter zwei Euro liegen die Preise je Liter Super-Benzin aktuell zum Beispiel an der Aral-Tankstelle in Plüderhausen (1,97 Euro gerundet), bei Esso in Schorndorf (1,99 Euro gerundet) oder bei Avia Xpress in Weinstadt (1,98 Euro gerundet).

An der Agip Eni Tankstelle in Welzheim zahlt man aktuell zwei Euro für den Liter Benzin. E10 kostet dort hingegen momentan 1,95 Euro (gerundet).

Aus Waiblingen werden Preise zwischen 1,92 und 2,01 Euro (gerundet) für den Liter Super gemeldet.

Stimmen zur Spritpreis-Entwicklung

Und hier ein paar Stimmen von der Jet-Tankstelle an der Einfahrt zum Waiblinger Gewerbegebiet Ameisenbühl: “Ich war gerade sehr überrascht”, so Melanie Seger. Sie habe “gerade ein leergefahrenes Auto von meinen Eltern” genommen und hätte nicht mit den schnell gestiegenen Preisen gerechnet.

Auch Caroline Bareis zeigt sich überrumpelt. Die Preise seien sonst nicht so hoch. “Jetzt schnell tanken!”, sagt sie.

“Nicht wirklich überrascht” über die angestiegenen Preise ist Robert Foitzik. “Gestern ist es schon ähnlich gewesen” berichtet er. Angesprochen auf seine Erwartungen meinte er: “Ich hoffe dass es irgendwann gedeckelt wird, dass es nicht ins Unermessliche steigt”.

Die Kraftstoffpreise an der Jet-Tankstelle lagen am Mittwochvormittag zwischenzeitlich bei 184,9 Cent für Diesel, 190,9 Cent für Super E10, 196,9 für Super und 203,9 für Super Plus.

Zur aktuellen Lage kursiert in den sozialen Medien bereits ein Witz (auch hier ist bald mit einem weiteren Aufblühen des Sarkasmus-Schwungs zu rechnen): "Heute habe ich Gehalt bekommen, und jetzt gehe ich tanken." - "Und der Rest?" - "Den zahlen meine Eltern."

Hintergrund zur Spritpreis-Eskalation

Hintergrund der Spritpreis-Eskalation ist Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine. Bereits am Montag (28.02.) berichtete der ADAC auf seiner Webseite darüber, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine die Spritpreise auf eine neue Rekordhöhe getrieben habe. Der Rohölkurs sei deutlich nach oben getrieben worden. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent lag am Montag (28.02.) bei knapp über 100 US-Dollar, also rund 4 Dollar höher als am Dienstag (22.02.) vergangener Woche.

Laut ADAC machten die Benzin- und Dieselpreise in drei Tagen einen Preissprung von über fünf Cent je Liter. Eine Sonderauswertung des ADAC ergab, dass Autofahrende am Sonntag (27.02.) für einen Liter Super E10 im Bundesmittel 1,811 Euro bezahlen mussten. Das sind 5,4 Cent mehr als bei der Erhebung am Donnerstag (24.02). Diesel kostete durchschnittlich 1,729 Euro je Liter und habe sich damit innerhalb von drei Tagen um 5,9 Cent verteuert.

In den letzten zehn Wochen haben sich Super E10 und Diesel um rund 22 Cent je Liter verteuert. Bei Super E10 ist das eine Verteuerung um fast 14 Prozent, bei Diesel um fast 15 Prozent. Bei einer Tankfüllung von 40 Litern entspricht dies laut ADAC einer Preisdifferenz von fast neun Euro.

Extrem belastend auf die Spritpreise wirke sich die Rohstoffabhängigkeit von Russland aus. Laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezog Deutschland im Jahr 2021 rund 34 Prozent seiner Rohölimporte aus der Russischen Föderation, so der ADAC.

Angesichts der fürchterlichen Nachrichten aus Osteuropa und den damit verbundenen Folgen ist fest damit zu rechnen, dass die Preisspirale deutlich weiter nach oben kreiselt.

Der Krieg in der Ukraine macht sich auch bei den Spritpreisen im Rems-Murr-Kreis bemerkbar. Wer am Mittwochmorgen (02.03.) eine Tankstelle aufsuchte, musste teilweise über zwei Euro pro Liter für Benzin (super) zahlen. Mit weiteren Steigerungen ist zu rechnen. Es bildet sich bereits eine neue Sarkasmus-Gattung heraus: der Benzinpreis-Witz.

Am Mittwochvormittag meldeten Leserinnen und Leser, unsere Zeitungsfotografen und diverse Seiten im Netz sowie Apps aus mehreren Orten, dass die

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