Rems-Murr-Kreis

Corona-Impfungen im Rems-Murr-Kreis: Wann sind sie wo verfügbar? Und wer darf sich impfen lassen?

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Bis alle Bürgerinnen und Bürger im Rems-Murr-Kreis geimpft werden könnten, die möchten, wird es wohl bis in den Herbst 2021 hinein dauern (Symbolbild). © Pixabay

Werden dem Rems-Murr-Kreis Corona- Impfzentren in den Turnhallen der Berufsschulen in Waiblingen und Backnang genehmigt? „Laut bisherigem Stand erfahren wir frühestens am Freitagmittag weitere Infos vom Land. Auch wir blicken in dieser Sache gespannt nach Stuttgart“, sagt Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamtes. Der Kreis hat die beiden Standorte proaktiv vorgeschlagen und hofft darauf, den Zuschlag zu bekommen. Auch Details zur Einrichtung, zum Betrieb, zur Finanzierung, zum Personal seien noch unklar.

„Zunächst fallen diese Woche die letzten Entscheidungen zu den Standorten für die Zentralen Impfzentren, da diese früher (Mitte Dezember) an den Start gehen werden. Erst danach werden wir die Vorschläge der einzelnen Stadt- und Landkreise prüfen“, sagt Markus Jox, Pressesprecher des Ministeriums für Soziales und Integration (inklusive Gesundheit). „Wichtig bei der Auswahl sind Faktoren wie Erreichbarkeit, Größe, Lage, Lagermöglichkeiten für den Impfstoff und dergleichen.“

Diesbezüglich gut geeignet sieht die Landkreis-Verwaltung die Hallen der Berufsschulzentren aufgrund langjähriger Erfahrungen bei der Veranstaltung von Messen und auch im Betrieb der Flüchtlingsunterbringung 2015.

Wie lautet der Zeitplan der Landes-Impfstrategie?

Laut Corona-Impfstrategie der Landesregierung soll es von 15. Dezember an zunächst in einem ersten Schritt zwei bis drei Zentrale Impfzentren (ZIZ) pro Regierungsbezirk geben. Hier stehen laut Landessozialminister Manfred Lucha bereits einige fest: Neben den Messen Freiburg, Ulm und Offenburg soll es ZIZ auch an der Karlsruher Messe sowie am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus geben. Weitere Standorte seien noch in Planung.

In einem zweiten Schritt sollen zusätzlich bis zum 15. Januar sämtliche Stadt- und Landkreise Kreisimpfzentren (KIZ) erhalten. Flankierend zu den KIZ soll es mobile Impfteams geben, beispielsweise für Menschen, die daheim bettlägerig sind oder in Pflegeheimen wohnen. „Vor allem ein Teil der Risikogruppen wird auf aufsuchende Angebote zur Impfung angewiesen sein“, so Minister Lucha. Mittelfristig sollen die Impfungen dann in den Regelstrukturen, also in den Arztpraxen, stattfinden.

Dieser Zeitplan ist laut Markus Jox noch aktuell. „Ab dem Frühsommer soll sukzessive die Verimpfung in die Regelversorgung in den Arztpraxen übergehen“, konkretisiert Jox.

Wann sollen die ersten Impfungen verabreicht werden?

„Das hängt von der Impfstoffverfügbarkeit ab. Ziel ist es, dass die Zentralen Impfzentren Mitte Dezember soweit aufgebaut sind, dass Impfungen stattfinden könnten. Für die Kreisimpfzentren ist eine Betriebsbereitschaft ab dem 15. Januar 2021 geplant“, so das Landessozialministerium.

Gibt es eine Impfpflicht?

Nein.

Wer wird zuerst geimpft?

„Eine endgültige Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), des Nationalen Ethikrates und der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina zu den prioritär zu impfenden Personengruppen wird erst kurzfristig nach Zulassung des konkreten Impfstoffes vorliegen“, sagt Markus Jox. Auf dieser Grundlage wird die Bundesregierung eine Verordnung erlassen, die regelt, welche Bevölkerungsgruppen prioritär, also als erstes, geimpft werden dürfen.“

Laut einem bereits vorliegenden Positionspapier von STIKO, Ethikrat und Leopoldina zählen zu den vorrangig zu impfenden Menschen

  • als Priorität eins solche, die aufgrund ihres Alters oder vorbelasteten Gesundheitszustandes ein signifikant erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben, insbesondere bei erhöhter Kontaktdichte (etwa in Pflegeheimen und anderen Einrichtungen der Langzeitpflege);
  • als Priorität zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von stationären oder ambulanten Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (hierzu gehört auch der Rettungsdienst) und der Altenpflege, die aufgrund berufsspezifischer Kontakte ein signifikant erhöhtes Risiko für eine Infektion und gegebenenfalls zusätzlich für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben oder die als Multiplikatoren das Virus in die Einrichtungen hinein und in andere Bereiche der Gesellschaft hinaustragen können;
  • als Priorität drei Personen, die in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge und für die Aufrechterhaltung zentraler staatlicher Funktionen eine Schlüsselstellung besitzen (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter, der Polizei- und Sicherheitsbehörden, der Feuerwehr, Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher).
  • Erst danach sind die Impfungen offen für alle Baden-Württemberger.

Wie erfahre ich, ob ich priorisiert geimpft werden kann?

„Wenn man zur priorisierten Bevölkerungsgruppe gemäß der noch zu erlassenden Verordnung gehört, wird es voraussichtlich ein Berechtigungssystem geben, das derzeit noch ausgearbeitet wird“, sagt Markus Jox.

„Risikogruppen müssen sich selbst melden, Termin- und Informationsmanagement wird gerade vom Bundesgesundheitsministerium erarbeitet, hier sind wir noch auf viele Infos vom Bund angewiesen, in jedem Fall wird es eine großangelegte, bundesweite Informationskampagne geben“, sagt Jox.

Wie erhalte ich künftig einen Impf-Termin in den Zentren?

Die zentrale Terminvergabe soll laut Landessozialministerium über die Telefonnummer 116 117 für das dem Wohnort nächstgelegene Impfzentrum erfolgen.

Wie viele Menschen könnten pro Impfzentrum geimpft werden in den ersten Wochen und Monaten nach Beginn des Impfbetriebs?

„Pro ZIZ werden täglich mindestens 1500 Impfungen veranschlagt. Ausgehend von sieben Tagen pro Woche, könnten so in den ersten vier Wochen circa 42 000 Impfungen pro ZIZ stattfinden. Das heißt 84 000 in acht Wochen und 126 000 in zwölf Wochen pro ZIZ“, erläutert das Landessozialministerium.

Für die Kreisimpfzentren (KIZ) seien täglich circa 750 Impfungen veranschlagt. Ausgehend von sieben Tagen pro Woche, könnten so in den ersten vier Wochen 21 000 Impfungen pro Impfzentrum vorgenommen werden. Das wären 42 000 in acht Wochen und 63 000 in zwölf Wochen pro KIZ. Hinzu kommen die Impfungen, die über die mobilen Impfteams in den Pflegeeinrichtungen und anderen Heimen sowie der Häuslichkeit von immobilen Impfberechtigten erfolgen sollen, so das Ministerium.

Der Rems-Murr-Kreis hat 426 635 Einwohner. Bekäme er seine zwei Kreisimpfzentren in den Hallen der Berufsschulzentren Waiblingen und Backnang genehmigt, so bräuchte man theoretisch 37,5 Wochen um alle Kreis-Bewohner zu impfen. Begönne man mit dem Stichtag 15. Januar damit, so bräuchte man für das Prozedere bis in den Herbst hinein, um wirklich alle zu impfen. Natürlich werden aber nicht alle geimpft, es gibt ja keine Impfpflicht. Zudem soll es ja noch die mobilen Impfteams geben und schließlich Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte.

So lautet zumindest der hoffnungsvolle Plan. Optimistisch gesehen werden im Kreis alle, die wollen, wohl bis in den Herbst 2021 hinein geimpft sein können. Theoretisch und spekulativ gesehen! Allerdings ist, was wohl den Zeitrahmen verlängern wird, auch noch zu bedenken:

Wie oft wird geimpft?

Derzeit ist von einer Verimpfung auf zwei Dosen im Abstand von 21 bis 28 Tagen auszugehen, teilt das Sozialministerium mit.

Wer trägt die Kosten der Impfzentren und wer stellt das Personal?

Zu Fragen nach der Kostenübernahme für Einrichtung und Betrieb der Kreisimpfzentren sowie danach, wer das Personal stellt, sagt Ministeriumssprecher Markus Jox: „Das ist alles noch in Planung. Landesärztekammer, Kassenärztliche Vereinigung, Unikliniken, Krankenhäuser, Hilfsorganisationen wie das DRK, die Blaulichtfamilie und viele andere haben aber bereits ihre Unterstützung angeboten, worüber wir sehr dankbar sind.“ Auf die Beantwortung dieser Fragen sei auch der Corona-Krisenstab und die Ärzteschaft im Rems-Murr-Kreis gespannt, ergänzt Martina Keck.

Im künftigen ZIZ auf dem Ulmer Messegelände lief am vergangenen Wochenende bereits ein Testlauf. Federführend dabei: das DRK.

Vom Rems-Murr-DRK war am Mittwoch zu der Frage, ob es Personal für die Kreisimpfzentren stellen wird, bis zum Redaktionsschluss leider keine Stellungnahme mehr zu bekommen.

Wie werden Logistik, Kühlung und Aufbewahrung für die Impfstoffe funktionieren?

„Der Impfstoff wird von einer Spedition, die mit Sicherheitstransporten vertraut ist, ausgeliefert. Die Impfzentren werden vor Ort rund um die Uhr bewacht. Pro Impfzentrum wird ein Ultra Deep Freezer zur Aufbewahrung des Impfstoffes benötigt, der die Haltbarkeit des Impfstoffes bei extremen Minustemperaturen gewährleistet. Gleichzeitig werden weitere Medizinkühlschränke zum Einsatz kommen“, teilt das Landessozialministerium mit.

Werden dem Rems-Murr-Kreis Corona- Impfzentren in den Turnhallen der Berufsschulen in Waiblingen und Backnang genehmigt? „Laut bisherigem Stand erfahren wir frühestens am Freitagmittag weitere Infos vom Land. Auch wir blicken in dieser Sache gespannt nach Stuttgart“, sagt Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamtes. Der Kreis hat die beiden Standorte proaktiv vorgeschlagen und hofft darauf, den Zuschlag zu bekommen. Auch Details zur Einrichtung, zum Betrieb, zur Finanzierung, zum

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