Rems-Murr-Kreis

Corona in BW: Ende der Isolationspflicht - diese Regeln gelten jetzt

keine Maskenpflicht
Symbolbild. © Alexandra Palmizi

Baden-Württemberg hat am 16. November die Isolationspflicht für Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, abgeschafft. Es besteht nun statt Quarantäne bzw. Absonderung die Möglichkeit, sich an verpflichtende Schutzmaßnahmen zu halten. Aber wie sehen diese neuen Corona-Regeln aus? Was gilt für wen – und welche Ausnahmen gibt es? Ein Überblick.

Corona-Test positiv: Was ändert sich?

Wer per offiziellem Schnelltest oder PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet wird, kann nun eine Entscheidung treffen: Sondere ich mich zuhause ab? Oder halte ich mich stattdessen an die neuen verpflichtenden Schutzmaßnahmen? Diese Möglichkeit gab es bisher nicht.

Variante 1: Absonderung

Wie sieht die Absonderung aus?

Absonderung ist ein Oberbegriff für Quarantäne und Isolation. Es bedeutet so viel wie: Wer Corona hat, bleibt zuhause. Die Pflicht besteht, sofern man sich dafür entscheidet, unmittelbar nachdem man von einem positiven Testergebnis erfahren hat.

Man darf aber weiterhin raus ins Freie, wenn man 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen hält. Oder in medizinischen Notfällen und bei notwendigen Arztbesuchen. Auch Kontakt zu anderen Corona-Positiven ist erlaubt. Sonstiger Besuch ist nicht gestattet.

Wann endet die Absonderung?

Die Absonderung endet fünf Tage, nachdem man den ersten positiven Test hatte. Bei einem Schnelltest endet die Absonderung schon, wenn man danach einen negativen PCR-Test vorweisen kann.

Gibt es Ausnahmen von der Absonderung?

Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, sind von der Pflicht zur Absonderung ausgenommen. Außerdem können alle, die sich nicht absondern wollen, diese Pflicht nun umgehen – in dem sie sich an die Schutzmaßnahmen halten.

Variante 2: Schutzmaßnahmen

Wie sehen die Schutzmaßnahmen aus? 

Maskenpflicht: Menschen ab 6 Jahren sollen in Innenräumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Hier kann man zwischen einer FFP2-Maske oder einer anderweitigen medizinischen Maske wählen. Diese Regel gilt nur dann, wenn sich in dem Raum Menschen aufhalten, die nicht dem eigenen Haushalt angehören. Wer sich im Freien aufhält und einen Mindestabstand von 1,5 Meter zu seinen Mitmenschen einhält, muss ebenfalls keine Maske tragen.

Betretungsverbote: Positiv Getestete sollen keine medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime besuchen dürfen. Dasselbe gilt auch für "Massenunterkünfte" wie Obdachlosenunterkünfte oder Heime für Asylbewerber. Auch für Justizvollzugsanstalten ist diese Regel gültig.

Berufsverbot: Positiv getestete Mitarbeiter in medizinischen Berufen, der Pflege, Massenunterkünften oder Justizvollzugsanstalten dürfen für die Dauer der Schutzmaßnahmen ihren Beruf nicht ausüben.

Welche Ausnahmen für die Schutzmaßnahmen gelten?

Die Betreuungs- und Berufsverbote gelten nicht für Menschen, die in den betreffenden Einrichtungen betreut werden. Hier sind die Einrichtungen angehalten, eigene Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Auch dringend notwendige Begleitpersonen, Einsatzkräfte oder eine Sterbebegleitung sind von den Verboten ausgenommen. Die Maskenpflicht bleibt dabei bestehen.

Außerdem kann das Gesundheitsamt entscheiden, das Berufs- oder Betretungsverbot für Personen/Einrichtungen aufzuheben, wenn sonst der Weiterbetrieb gefährdet ist. Also zum Beispiel dann, wenn so viele Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet werden, dass Personalmangel droht.

Wie viele Tage gelten diese Schutzmaßnahmen? 

Die neuen Schutzmaßnahmen gelten fünf Tage ab dem positiven Testergebnis. Das teilte das Sozialministerium auf Nachfrage mit. Wenn jemand per Schnelltest positiv geteste wurde, können die Maßnahmen auch mit einem negativen PCR-Testergebnis enden.

Ab wann gelten die Regeln?

Die geänderten Corona-Regeln gelten ab 16. November. Sie gelten unmittelbar auch für Menschen, die sich noch in Isolation befinden.

Warum wurden jetzt die Corona-Regeln geändert? 

Baden-Württemberg und andere Bundesländer, die jetzt lockern, berufen sich nach eigenen Angaben "unter anderem auf Erfahrungen aus Nachbarländern wie Österreich, wo es seit Sommer 2022 absonderungsersetzende Schutzmaßnahmen gibt", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Negative Erfahrungen mit diesen Lockerungen seien aus diesen Ländern nicht bekannt. Dazu kämen rückläufige Infektionszahlen, eine hohe Basisimmunität in der Bevölkerung, wirksame Medikamente und "in der Regel keine schweren Krankheitsverläufe".

„Wir läuten eine neue Phase im Umgang mit der Pandemie ein", sagt der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Es sei Zeit für mehr Eigenverantwortung. Wer krank ist, solle aber weiter zuhause bleiben.