Rems-Murr-Kreis

Dürre treibt Wildtiere in den Ort: Stadtjäger im Rems-Murr-Kreis im Einsatz

Waschbären
Waschbären sind putzig, aber können auch zu Plagegeistern werden. © pixabay

Besonders Waschbär, Marder, Fuchs und Wildschwein sind es, die derzeit immer mehr für Konfliktstoff sorgen, weil sie durch menschliche Ansiedlungen streifen und für Unordnung sorgen. Um den Rems-Murr-Bürgern mit Rat und Tat bezüglich übergriffigen Wildtieren in menschlichen Wohngebieten und Gärten beizustehen, hat das Kreisjagdamt nun sieben zertifizierte „Stadtjäger“ anerkannt. Diese können nun von den Kommunen und den Bürgern beauftragt werden, wenn Bedarf besteht. Schorndorf und Plüderhausen haben bereits Bedarf angemeldet.

„Waschbären sind putzig, ich weiß, aber sie sind eine invasive Art, die sich immer mehr ausbreitet und in den Gärten und auf den Dachböden und am Haus auch viel kaputt machen kann“, sagt Gerd Holzwarth, Forst-Dezernent des Landratsamtes. Berüchtigt sind freilich auch die Marder, die reihenweise für Schäden an Schläuchen in Automotorräumen sorgen. Siebenschläfer dürfen nicht bejagt werden, sie stehen unter Artenschutz.

Durch die langanhaltende Trockenheit finden aber auch andere Wildtiere in der Feldflur oftmals keine Nahrung mehr und ziehen in die Dörfer und Städte, so Holzwarth. Etwa Füchse, Rehe und Wildschweine, seltener Dachse und Nutria (Biberratten). Menschliche Siedlungen seien für Wildtiere ausgesprochen attraktiv: Sie bieten ein ganzjährig vielfältiges Nahrungsangebot und unterschiedliche landschaftliche Strukturen. Dadurch kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Wildtieren und Menschen.

„Dabei geht es den Stadtjägern, allesamt erfahrene Wildhüter und Jäger, im ersten Schritt vor allem um Konfliktmanagement und nicht gleich ums Jagen“, sagt Holzwarth. „Es kann im Einzelfall schon helfen, Zäune zu verstärken, die Mülltonnen richtig zu verschließen oder wegzustellen, auf dem Komposthaufen keine Essenreste zu entsorgen, Öffnungen in der Gartenhütte oder zum Dachboden des Hauses hin zu verschließen oder gegen die Waschbären zum Beispiel Manschetten an den Fallrohren und der Regenrinne anzubringen, dass sie nicht mehr dran klettern können und sich so nicht ansiedeln. Schornsteine kann man vergittern. Auch ans Haus angrenzende Bäume und Sträucher zurückzuschneiden, sei ratsam.“ Insbesondere sollte auch keine aktive Fütterung erfolgen, etwa in Form von offen zugänglichem Haustierfutter auf der Terrasse. Wer Katzenfutter für die Nachbarskatze oder die Igel draußen stehen lässt, muss sich nicht wundern, dass andere Wildtiere angelockt werden.

Die Stadtjäger schauen sich, werden sie beauftragt, die individuellen Gegebenheiten vor Ort an. „Und erst danach, im zweiten Schritt, wenn alle Präventionsmaßnahmen nichts nützen, stellen sie Lebendfallen für kleinere Wildtiere auf oder bejagen die größeren“, sagt Holzwarth. „So putzig die Waschbären sind, wenn sie zu viel kaputt machen und der Stadtjäger sie fängt, erschießt er sie vor Ort, wenn nicht gerade Schonzeit ist. Das ist eine invasive Art, die auch einheimische Tiere schädigt.“ Die Stadtjäger können sich aber auch um Rabenkrähen, Nil- und Graugänse oder Wildenten kümmern, sollten sie zur Plage werden.

Beim Bejagen in Wohngebieten geht Sicherheit in besonderem Maße freilich immer vor. Die Fortbildung zum Stadtjäger ist eine achtmodulige Zusatzausbildung. „Das Ministerium für Ländlichen Raum hat Mitte Juli mit der Anerkennung der Ausbildung von Stadtjägerinnen und Stadtjägern durch den Jagd-Natur-Wildtierschützerverband Baden-Württemberg einen Meilenstein zum Management von Wildtieren in der Stadt gesetzt“, sagt Gerd Holzwarth.

Die sieben nun anerkannten Stadtjäger des Rems-Murr-Kreises haben seit vielen Jahren Jagderfahrung und arbeiten mit dem Wildtierbeauftragten des Kreisforstamtes eng zusammen. Die Stadtjäger müssen noch von den Städten und Gemeinden formal eingesetzt werden, bevor sie ihrer Tätigkeit nachgehen können.“

Besonders Waschbär, Marder, Fuchs und Wildschwein sind es, die derzeit immer mehr für Konfliktstoff sorgen, weil sie durch menschliche Ansiedlungen streifen und für Unordnung sorgen. Um den Rems-Murr-Bürgern mit Rat und Tat bezüglich übergriffigen Wildtieren in menschlichen Wohngebieten und Gärten beizustehen, hat das Kreisjagdamt nun sieben zertifizierte „Stadtjäger“ anerkannt. Diese können nun von den Kommunen und den Bürgern beauftragt werden, wenn Bedarf besteht. Schorndorf und

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