Das Netz feiert Sky-Reporter Fritz von Thurn und Taxis
Kult kurz vor der Rente: Sky-Reporter Fritz von Thurn und Taxis (66) kommentiert seine letzte Saison und wird von seinen Fans im Netz gefeiert.
Lange Zeit war der Fußball-Kommentator bei den Zuschauern wenig beliebt. "Zu hochtrabend, zu altbacken und dann erkennt er nicht mal die Spieler oder spricht sie falsch aus", echauffierten sich die Fußballfans in der gesamten Republik.
Die Fußballfans feiern "TuT" im Netz
Doch jetzt kurz vor seinem Abschied von der Mattscheibe entdecken die Zuschauer auf einmal ihre Liebe zum österreichischen Fußballreporter. Und feiern ihn im Netz. Brrrriiimma der Fritz kommentiert! Was für eine Wandlung: Von der Nervensäge zum Kultkommentator.
Unter dem Hashtag #Fritzlove begleitet das Internetportal „FUMS“ die Abschiedstournee des Kommentators. Denn der 66-Jährige hatte im Laufe der Saison angekündigt, nach dieser Spielzeit sein Headset nach 24 Jahren an den Nagel zu hängen.
„Fußball.Macht.Spass“ - kurz „FUMS“ - sammelt bei jedem seiner Spiele die besten Kommentare und erstellt so einen "Arbeitsnachweise". Hier werden seine Sprüche wie auf einer Bingo-Karte aufbereitet. So zum Beispiel am vergangenen Sonntag bei der Bundesliga-Partie des FC Augsburg gegen den HSV (4:0):
Das Geheimnis seiner Kommentare
Und seine Fans sind aus dem Häuschen. Ein Twitter-User schrieb beispielsweise nach dem Augsburg-Spiel:
Das Geheimnis seiner Kommentare? "Wichtig ist aber, seine eigene Persönlichkeit in den Kommentar einfließen zu lassen, um nicht beliebig zu sein, sondern unverwechselbar zu werden", verriet der 66-Jährige vor kurzem in einem Interview. Gute Rhetorik sei "mit entscheidend für einen guten Kommentar", so der Großmeister.
Nach der Saison ist Schluss
Der gebürtige Linzer begann seine sportjournalistische Karriere 1971, kurz nach dem Abitur in München, beim Bayerischen Rundfunk.
Für den BR war Friedrich Leonhard Ignatius Josef Maria Lamoral Balthasar Thurn und Taxis - so der volle Name des Österreichers - sowohl im Fernseh- als auch im Hörfunkprogramm als Sportreporter und Kommentator tätig und kam bei mehreren Olympischen Spielen, Fußball-, Ski- und Eishockeyweltmeisterschaften zum Einsatz.
Letzter Einsatz beim diesjährigen DFB-Pokalfinale
Seit 1993 rollt von Thurn und Taxis sein bayrisches/österreichisches "R" bei Sky/Premiere und unterhält seine Fans bei Bundesliga-, Champions-League- und Pokalpartien. Nun neigt sich seine lange Fernsehkarriere dem Ende hingegen. Zum Saisonende ist Schluss. Beim diesjährigen DFB-Pokal zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund am 27. Mai wird von Thurn und Taxis ein letztes Mal zu hören sein.
Und während die einen sich freuen "TuT" nicht mehr ertragen zu müssen, trauern viele Fans dem Österreicher hinterher und erheben ihn kurz vor dem Ruhestand in den Status eines Kultkommentators.
Ein kleines Best-of #Fritzlove #TuT:
- „Donnerwetter, hat der ’ne Frequenz!“- Fritz von Thurn und Taxis über den Kaugummi kauenden Alex Ferguson.
- „Der Jüngste auf dem Platz, der ist ja gerade erst 19 geworden. Das hat ja ewig gedauert, der war ja ewig 18.“
- „Wenn sie dieses Tor in Non plus ultra HD sehen, sind sie high!“
- „Den HSVer Hollerbach plagt ein Darmvirus, und der pendelt zwischen Toilette und Schlafzimmer. Hoffentlich kann er das Spiel im Liegen sehen.“
- „Sokrratis Papastathopoulos. Er hat’s mit den Bauchmuskeln. Ich habe ihn schon mal ohne Shirt gesehen. Das muss eigentlich halten.“
- „Am liebsten würde ich mit runterspringen und aushelfen da unten. Das gibt’s doch gar nicht.“ (Bei Dortmunds Niederlage in Monaco)
- „Lucio – Er ist kein Bulle, er ist eher wie ein Leguan!“
- „Oscar Wendt macht die Beine auf. Muss man sich bisschen zurückhalten.“
- „Das war eine schwierige Abseitsentscheidung. Da muss ich mich beim Linienrichter pardonieren.“
- „Meine Damen und Herren, bevor Sie zum Augenarzt gehen, schauen Sie mal in unser HD Angebot.“
- „Zick, zack, bumm! Und der Ball ist im Netz.“
