Rems-Murr-Kreis

Demo bei Kühnle in Backnang: Amt prüft Video-Aufnahmen aus dem Schlachtbetrieb

Tierquälerei in Schlachthof? - Metzgereibetrieb stellt Schlachtbetrieb ein - Veterinär geht mit Elektroschocker auf einzelne Tie
Mahnwache vor dem geschlossenen Schlachtbetrieb der Metzgerei Kühnle in Backnang am Freitag (26.8.). © 7aktuell.de | Kevin Lermer

Rund 25 Tierrechtsaktivisten haben am Freitag (26.8.) vor dem Schlacht- und Metzgereibetrieb Kühnle in Backnang eine Mahnwache abgehalten und per Megafon und Transparenten die Schließung aller Schlachthäuser gefordert. Laut Polizei blieb alles friedlich bei der angemeldeten "Demo". Das Veterinäramt des Rems-Murr-Kreises verfügt derweil seit Freitag (26.8.) über umfangreiches Videomaterial, das die Soko Tierschutz e. V. im Backnanger Schlachtbetrieb heimlich aufgenommen hat.

„Die Auswertung wird einige Zeit dauern“, sagt Martina Keck, Sprecherin der Kreis-Verwaltung. Das Veterinäramt sei an einer sachlichen und umfangreichen Aufklärung möglicher Missstände im Backnanger Schlachtbetrieb interessiert und auch daran, die mutmaßliche Beteiligung eines Veterinärs und Kontrolleurs am Viehtrieb in die Betäubungsfalle, angeblich mit Benutzung eines elektrischen Vieh-Treibstabes, aufzuklären.

Auch unserer Zeitung liegt mittlerweile seit Donnerstag (25.8.) umfangreiches Videomaterial der Soko Tierschutz e. V. vor, das wir nun ebenfalls auswerten, um weiteren Vorwürfen nachzugehen. Wir werden kommende Woche darüber berichten.

Das Metzgerei-Unternehmen Kühnle mit Hauptsitz in Backnang und 16 Filialen im Raum Stuttgart hatte Ende vergangener Woche (19.8.) von sich aus den Schlachtbetrieb freiwillig vorerst geschlossen, nachdem geheime Videoaufnahmen von Tierschützern und Tierquälerei-Vorwürfe zu kursieren begannen und die ARD-Sendung Report Mainz ankündigte, darüber zu berichten, was am Dienstagabend (23.8.) auch geschah. Eine Besprechung der Sendung finden Sie hier.

Die Metzgerei Kühnle betonte in einer Mitteilung, „dass alle getroffenen Maßnahmen aus freiwilliger, unternehmerischer Entscheidung erfolgen“. Mit „Maßnahmen“ sind vor allem gemeint:

  • die freiwillige, vorläufige Schließung ihres Schlachtbetriebs in Backnang
  • die Beauftragung eines unabhängigen Gutachters zur Aufklärung der mutmaßlichen Vorwürfe,
  • die Freistellung zweier auf den geheimen Videoaufnahmen zu sehender Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung und unter Fortzahlung der Bezüge – bis zur Aufklärung der mutmaßlichen Vorwürfe.

Die Metzgerei Kühnle betreibt unter anderem drei Filialen in Backnang und weitere Verkaufsgeschäfte mit Imbiss- und Sitzbereichen in Unterweissach, Auenwald-Unterbrüden, Allmersbach im Tal, Steinheim an der Murr, Fellbach, Winterbach, Winnenden und Schwaikheim.

Nach der Schließung ihres Schlachtbetriebs decke die Metzgerei Kühnle bis auf weiteres den Fleischbedarf aus anderen Schlachthäusern der Region, schreiben die Rechtsanwälte Dr. Jörn Claßen und Julia Jeromin von der Kölner „Medien-Kanzlei Brost Claßen“ im Auftrag Kühnles dieser Zeitung.

Rund 25 Tierrechtsaktivisten haben am Freitag (26.8.) vor dem Schlacht- und Metzgereibetrieb Kühnle in Backnang eine Mahnwache abgehalten und per Megafon und Transparenten die Schließung aller Schlachthäuser gefordert. Laut Polizei blieb alles friedlich bei der angemeldeten "Demo". Das Veterinäramt des Rems-Murr-Kreises verfügt derweil seit Freitag (26.8.) über umfangreiches Videomaterial, das die Soko Tierschutz e. V. im Backnanger Schlachtbetrieb heimlich aufgenommen hat.

„Die

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